Die Sommersaison ist hiermit eröffnet. Heute wurde die neu erworbene Stirling Glacial Lemon Chill angebrochen. Riecht schön zitronig, haut dir aber mit dem Menthol-Hammer richtig einen vor den Bug. Herrlich. Hatte ein ganz klein wenig Schwierigkeiten, Schaum herzustellen. Dachte immer, er wäre zu trocken, am Ende aber war er ganz schön nass. An der Grenze, aber ging noch. Hatte die Seife schon einmal und habe auch noch eine Stirling Glacial Spearmint, damit hatte ich nie Schwierigkeiten, Schaum zu schlagen. OK, richtig schwierig war es heute auch nicht, aber halt nicht so einfach wie mit den anderen. Verhältnis Wasser/ Seife war nicht so intuitiv wie gewohnt. Evtl. haben die ja in der Zwischenzeit die Rezeptur leicht geändert, oder es lag an mir?? Werde es mal weiter beobachten. Aber damit keine Missverständnisse aufkommen, Schaum war zwar recht feucht, aber unterm Strich war die Rasur damit gut möglich und auch erstklassig.
Zitiere mich mal selbst aus einem RdT-Beitrag.
Ich hatte mit der neu erworbenen Stirling Glacial Lemon Chill und dann später auch mit der ebenfalls neu erworbenen Glacial Cedar etwas Probleme, einen guten Schaum herzustellen. Schon bei der Seifenaufnahme fühlte sich die Seife irgendwie "komisch" an, es war natürlich Seife im Pinsel, aber die genaue Menge war für mich schwierig zu bestimmen. Bei der anschließender Schaumherstellung im Scuttle mit meiner normalen Erstzugabe an Wasser fehlte der Seife dann definitiv noch etwas Wasser, welches ich sehr vorsichtig zugefügt habe. Trotzdem blieb der Schaum irgendwie zu trocken und auch etwas luftig (nicht so schlimm, wie früher bei einigen Naturseifenherstellern, aber eben nicht so kompakt wie bei meinen anderen Seifen). Beim Auftragen/weiterschäumen im Gesicht wurden dann Teile vom Schaum sogar weggeschläudert bzw. es fielen Schaumkleckse ab ins Waschbecken und auf meinen Oberkörper. Auch fühlte sich der aufgetragene Schaum nicht so schwer und kompakt an wie gewohnt. Sowas habe ich sonst nie und bei keiner anderen Seife in meinem Bestand. Eine weitere ganz vorsichtige Wasserzugabe führt dazu, dass die Schaumkonsistenz sehr schnell von gefühlt zu trocken auf deutlich zu nass wechselt (so ein klein wenig drüber/zu viel halt). Zwar kann man sich mit dem gefühlt etwas zu nassen Schaum sehr gut rasieren, aber der Schaum war so nass, dass größere Schaummengen nicht wie sonst am Hobel haften bleiben, sondern ebenfalls von selbst ins Waschbecken fallen. Hat zur Folge, dass der Hobel öfters ausgewaschen werden muss und ich teilweise nicht die Seite (DE-Hobel) welchsel kann, sondern den vorhandenen Schaum erst ausspülen muss. Nach dem ersten Durchgang sah der im Mug verbliebene Schaum dann allerdings wieder zu trocken und leicht blasig aus, so dass wieder Wasser zugegeben werden musste.
Ja, der Schaum ist durchaus brauchbar und die Rasuren waren alle Top. Die Gleitwirkung ist also nach wie vor sehr gut und die Einweichwirkung (vielleicht auch wegen des extrem nassen Schaums) ebenfalls. Und ja, das ganze hört sich dadurch schlimmer an, als es ist. Ist eher ein Luxusproblem. Und für manche Nutzer scheint dieser "nasse" Schaum vielleicht auch erstrebenswert zu sein, hatte jedenfalls irgendwann mal sowas in einem Youtube-Video gesehen und der Nutzer war scheinbar sehr stolz auf eine ähnliche Konsistenz zu sein (war aber eine andere Marke), da er das Abfallen äußerst zelebrierte.
Aber ich hatte aus der Erinnerung sonst nie größere Probleme, mit den Stirlings Schaum zu schlagen und jetzt war es eben nicht so leicht wie gewohnt. Dachte zuerst, es sei halt ein schlechter Tag bei mir gewesen, aber eine weitere Nutzung der Lemon Chill und danach die Erstnutzung der Glacial Cedar gestalteten sich ähnlich. Hatte schon vor einigen Jahren mal verschiedene Stirlings im Einsatz (und diese waren zumindest aus der Erinnerung heraus unproblematisch) und aus der Zeit auch noch eine aäl´tere Stirling Glacial Spearmint. Diese durfte dann heute auch mal als Vergleich zeigen, ob sie es besser kann. Und in Ansätzen hatte diese ähnliche Probleme wie die neuen Seifen, aber bei weitem nicht so ausgeprägt. Ja, wenn man explizit drauf achtet, dann konnte man die beschriebenen Eigenschaften auch bei der Spearmint beobachten, im Normalbetrieb wären sie aber wahrscheinlich noch so gerade innerhalb der eigenen Toleranzen geblieben und hätten keine besondere Erwähnung gefunden, so man nicht explzit darauf geachtet hätte.
Ich weiß nicht, ob es bei Stirling in den letzten Jahren Rezepturänderungen gab, welche die leicht veränderten Eigenschaften erklären würden. Alternativ kommt für mich noch die Konsistenz der Seifen in Frage. Die älteren Chargen kamen in dünner Plastikfolie eingeschweißt daher und hatten eine relativ feste konsistenz. Nicht knüppelhart, man konnte sie leicht in einen Tiegel drücken, aber auch nicht super weich. Die neuen Seifen erhielt ich in einer Plastikdose und die darin befindliche Seife ist wirklich sehr weich und gleicht eher einer leicht eingetrockneten Rasiercreme als einer Seife.
Damit ihr mich nicht falsch versteht, unterm Strich sind die Stirlings noch gute Seifen mit einem super PLV und vielleicht kann man sich selbst noch etwas mehr an deren Eigenschaften anpassen, umn einfacher guten Schaum zu erhalten, aber auf der anderen Seite hatte ich den Prozess halt einfacher und unauffälliger in Erinnerung.
Hat den hier jemand ähnliches beobachtet bzw. gibt es Tipps, die Performance noch weiter zu verbessern (und ja, trocken anfangen und gaaaanz langsam Wasser zufügen hab ich schon gemacht). Oder ist dieser nasse Schaum vielleicht auch ein generelles Qualitätsmerkmal von Artisan-Seifen in der jüngsten Zeit?