Forum der Rasur

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…heute wieder ein wenig Rost entfernt…

Gestern für nen 10er eine Ortschaft weiter abgeholt
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Ein 4/8 in der größe habe ich auch noch nicht.
Patina, Rost, Pitting, Ausbruch :D
Also schon Recht erbärmlicher Zustand.

Um den Ausbruch rauszukriegen, habe ich die Schneide senkrecht auf 1200er Dia Platte die Fase weggeschliffen.
Mit 1000er Schleifpapier Nass den Rost so weit es geht oberflächlich entfernt.

Dann natürlich mit Mikrofasertuch und allen Reinigungs & Poliermitteln die vorhanden waren weiter poliert.

Es musste dann anschließend auf dem Chocera 1K eine komplett neue Fase geschliffen werden. Das hat ein wenig Zeit und vor allem Tapes in Anspruch genommen :D

Bei dem Messer hab ich ein wenig experementiert, habe den Shobudani Ironomo mit Dia Platte angerieben (Ist ein schneller weicher Stein LV3,5)

Dann Mizu Asagi mit Mejiro.
Abschluss war Nakayama Tomo.

HHT von Stein direkt möglich :D
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Ich hatte die Dovo Klinge aus dem Heft geholt, und heute schonmal grob frisch gemacht.

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Bin aber noch nicht fertig, das war quasi round 1 :)
Ich möchte jetzt noch in absoluter Kleinstarbeit um die Ätzung herum die Patina Flecken entfernen so gut es geht, und dann final alles nochmal etwas finishen.
Dann besorge ich ein neues Heft, und das Messer wird wieder zum Leben erweckt.
 
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Parallel dazu, wird nun auch das Hugo Herbertz richtig frisch gemacht.

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Dieses Messer hat es mehr als verdient !!!
Gerade nachdem ich es anfangs unterschätzt habe, und fast verschmäht hätte.
Hatte nämlich zunächst nur grob die Patina entfernt und es geschärft um es zu testen.
Nun ist es aber poliert, und rdy um nen neuen Anschliff zu bekommen.

Ich muss hier nochmal einen ganz ganz fettes DANKESCHÖN ans Forum da lassen ! Besonderen Dank geht an @DailyDriver , der Inspiration und Hilfe ist, und einem wirklich mit Rat und Tat zur Seite steht.
Aber auch alle anderen Usern, die hier Sachen bezüglich Rasiermesser präsentieren, genial :herz1
 
PS:
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Ganz vergessen und falls es jemand interessiert:
Ich bin zunächst wieder mit der Schaschlik-MicroMesh Methode vorgegangen.
Eine Klingenseite hatte mehr Flugrost als die andere, und so kann ich am besten punktgenau arbeiten.
Das hab ich mir 1500/1800 erledigt, und danach erst die richtige Politur.
 
Ich möchte jetzt noch in absoluter Kleinstarbeit um die Ätzung herum die Patina Flecken entfernen so gut es geht,
Kleiner Tipp:
Rostpunkte mit der Spitze einer stumpfen Tafelmesserklinge aus Mutti's Besteckschublade erstmal glätten um zu sehen wie tief die Narbe geht...
Läßt sich gezielter einsetzen als ein Dremel-Werkzeug... ohne die Ätzung zu beschädigen...
(Ich benutze dafür die stumpfe Spitze eines alten Bastelmessers mit dicker Klinge)

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Meist ist es damit auch schon erledigt und man kann vorsichtig versuchen die "geschabten" Stellen mit dem Rest abrasiv zu homogenisieren.

Mit scharfen Grüßen
Rainer
 
Lieben Dank für den Tipp Rainer !
Ich hab zwar nen Dremel, mache aber eh alles händisch.
So eine coole alte Klinge wie Du, hätte ich auch leider eh dazu nicht zur Hand :weihnachtsmann_grins
Werde mir aber mal eine Alternative zur Seite legen, und es beim nächsten Mal ausprobieren.
 
Heute Nachmittag für angemessen kleines Geld aus Holland eingetroffen...

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Ein schulterloses E. Pierard-Lefebvre a' Gembloux #12 EPL(Herz mit Pfeil), etwas mehr als 6/8 breiter Schorkopf mit dem bekannten Banner-Adler "Rasoir - Garanti" in original schwarzem Bakeliteheft.

Die #12 ist Klinge wohl um 1910 von Marx & Co. Solingen für den belgischen Stahlwarenhändler geschlagen, geschliffen und gereidet worden, denn eine vergleichbare #12 gab es nur noch von J.A. Henckels, die jedoch grundsätzlich schmaler war und keine Daumenmulde hatte.

Der erbarmungswürdige Zustand auf den Verkaufsfotos bestätigte sich bei der Ankunft.
Grobe Rostschäden mit Aufblühungen und tiefen Narben, sowie eine total verhunzte Watengeometrie mit Einbuchtung auf 2/3 Länge unter dem Garantie-Banner und Durchhängesack unter der Schulter... sowas passiert wenn man das Messer auf dem Sensenstein schärft und auf einem weichen Hängeriemen ledert...

Zwei Stunden später sah es dann so aus...

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Die Schrift auf dem Erl hieß mal:
RASOIR BELGE GARANTI - BREVETE - E. PIERARD-LEFEBVRE A. GEMBLOUX...
der obere Teil ist leider nicht zu retten, da die Narben tiefer gehen als die Schrift eingestanzt ist... ein weiterer Materialabtrag macht hier keinen Sinn...

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Das gilt auch für die Rückseite... die Narben am Erl gehen tiefer als der Stempel und am Kopf würde ein weiterer Materialabtrag diesen unnötig verdünnen und den Rücken an der Spitze zerstören.
Die Wate hat jetzt wieder eine annehmbare Geometrie und ist durchgängig geschärft. Die Breite beträgt immer noch mehr als 6/8" in der Hohlung ohne Rücken... das ist ein richtig großes Messer... ich hatte Probleme einen passenden Schuber zu finden... denn der in dem es geliefert wurde ist zu kurz...
Jetzt kommt noch eine Verfeinerung der Schleifspuren und damit ist der Fall dann erstmal erledigt.

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Das von E. Pierard-Levebvre 1893 in Namour eintragene Zeichen EPL - Herz mit Pfeil ist trotzdem noch gut erkennbar...

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Über den Händler E. Pierard-Levebvre aus Gembloux und seine Rasiermesser werde ich in Kürze in der Hersteller-Rubrik berichten.


Mit scharfen Grüßen aus der Klingenstadt
Rainer
 
Hat mir keine Ruhe gelassen...
Bei der Verfeinerung der Schleifarbeiten am Erl stellte ich fest, daß dieser "weich" ist und die Stempel dadurch tief liegen...
Also bin ich der Sache mit einem planen SIC 400 Stein zuleibe gerückt, was einen Abtrag rund um den Stempel ergeben und den gar nicht so feinen Stein regelrecht zugeschmiert hat... Wahrscheinlich hat Marx & Co. nur das Klingenblatt gehärtet und Pierard-Lefebvre hat seine Stempel selbst geschlagen...
Jedenfalls bekam ich dadurch und beim anschließenden Polierschliff noch ein paar Rostnarben weg, bin aber irgendwann in die Schrift geraten und habe da aufgehört.

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Der Schliff ist jetzt feiner, mehr Buchstaben hat es nicht zutage gebracht, aber die Umgebung ist narbenfreier und macht einen saubereren Eidruck als vorher.

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Beim Zeichen auf der Erlrückseite hat das "L" etwas gelitten, ist aber noch erkennbar und hier sind die Rostnarben deutlich weniger geworden. Die tiefe Narbe zwischen Pfeilfeder und "E" wird bleiben müssen, sonst leidet das gesamte Zeichen.

Verglichen mit dem Ausgangszustand bin ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden.

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Mit scharfen Grüßen
Rainer
 
...und direkt das nächste Opfer...

Ein Hugo Köller #16 (Messerhaltender Adler) 5/8+ Geradkopf im schwarzen (leider zu großen) Bakelitheft

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Die Rostnarben sahen auf dem einzigen Verkaufsfoto gar nicht so schlimm aus... und das Bakelitheft war nicht nur zu lang, sondern auch am Erlniet abgebrochen...

Nach der ersten Runde mit dem K280 Schleifvliesmob war es klar, die Klinge braucht noch etwas Zuwendung... das Bakelitheft wurde durch ein zeitgemäß schöneres ersetzt...

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Nach der zweiten Runde mit K80 Schleifpapiermob, K280 Schleifvliesmob und K320 Schleifnylonbürste war dann auch der Rücken am Kopf wieder in Form...

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Am Erl werde ich weiter nichts machen... der arme Adler hat eh schon die Kallen mit den unteren Hälften seiner Messer verloren...

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Ich glaube das ware es erstmal... das uralte Messer von 1900-10 darf ruhig ein wenig Geschichte zeigen...

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Mit scharfen Grüßen
Rainer
 
Auch wenn es eigentlich in die Rubrik "Heute mal ein Messer geschärft" gehört...

Nach der Bearbeitung der Klinge mit der Schleifnylonbürste war die Wate zwar noch scharf, aber die Facette verrundet worden, also habe ich diese neu angesetzt...

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... und war überrascht, wie schnell diese Klinge wieder Schärfe aufgenommen hat... 1K Ölstein, Naniwa 5000S und schon war das Messer ohne Ledern rasurscharf...!

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Hinter diesem alten Karbonstahl kann sich jeder moderne 25CrMo4-Stahl nur verstecken...! rasierensmilie

Mit scharfen Grüßen
Rainer
 
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