Forum der Rasur

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Ab wann lohnt sich das Selberschärfen?

Geier0815

Active Member
Da der Thread "Einstieg ins Selberschärfen... low-budget" dafür gedacht war dort die Möglichkeiten des günstigen Einstiegs zu erläutern, würde ich die dort entstandene Diskussion zur Frage ab wann es sich lohnt selber zu schärfen, gern in diesen neuen Thread umlenken.

Meine Meinung dazu: Wenn man glaubt das es einem Spaß machen könnte. Dinge zu können ist sicherlich ein hohes Gut.
Rein wirtschaftlich sollte man sich allerdings überlegen wie lange man seine Messer zu einem Schärfer schicken kann bevor sich selbst eine low-budget-Lösung rechnet.

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Uhrzeit des Beitrags vorverlegt, damit er durch das Verschieben der anderen Beiträge trotzdem ganz oben steht
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

efsk

The Music was Thud-like
Moderator
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Gold FdR-Pate
Scharf zu halten, ja. Scharf zu bekommen: mit ein oder zwei Messer macht man das nur ein oder zwei mal. Dazu soll man dann entweder eine Coticule lernen, oder eine ganze Reihe 1k-3k-5k-8k-10k Naniwa oder Shapton kaufen. Nein. Mit nur ein oder zwei Messer, investiere in ein guter Finisher und las es dabei. Es ist zwar schön das ganze scharfen selber zu können, aber braucht man das? Ich habe 100 Messer, und Steine zum scharfen, aber das scharfen macht mir gar kein Spass. Es ist das wenigst angenehme an meine Hobby.
 

Hobelruhri

Very Active Member
Ich habe jetzt mit der Messerrasur begonnen. Wieviele Rasuren kann man denn wohl machen, bis ein Messer neu geschärft werden muss? Wahrscheinlich ist das ja sehr individuell, aber möglicherweise kann der ein oder andere ja was dazu sagen. 20 Rasuren? 50? 100? Gibt es überhaupt jemanden der mithält wie oft im Jahr er dasselbe Messer schärft? Ich bin gespannt.
 

Mr. Helix

Active Member
Das kommt extrem darauf an, wie das Messer geschliffen ist, aus welchem Stahl es ist, wie du deinen Bart vorbereitest, ob du immer den richtigen Rasurwinkel beibehälst ...... Die Liste kann man beliebig lang machen.

Bei mir hat ein derbes 4/8" mal ein Jahr mit 3 Rasuren pro Woche durchgehalten, ein anderes wird nach 10 Rasuren schwach auf der Brust.

Also pauschal kann man das nicht sagen.

Dann kan man das Schleifen auch hinauszögern, wenn man auf Pastenriemen geht. Prinzipiell ist aber zu sagen, dass es nie schadet, wenn man die Messer selber schärfen kann. Aber ein Muss ist das nicht, da es ja genügend Schärfer gibt, die das auch günstig für einen übernehmen.
 

efsk

The Music was Thud-like
Moderator
FdR-Pate
Gold FdR-Pate
MMn gibt es eine Unterschied zwischen ein Messer scharfen, und ein Messer scharf halten. Idealerweise scharft man ein Messer nur ein mal, und zwar wann man das Messer neu bekommt. Danach halt man das Messer nur noch scharf, und wie oft das sein muss ist abhänglich von Bart, Technik, kann man ledern, nützt man eine Pastenriemen usw.
 

Asinnir

Very Active Member

Das würde ich aber nicht zu laut sagen. Schärfer kenne ich nur noch hier in den Foren. Bei mir in meiner Gegend war ein Schärfdienst,der hat jetzt dichtgemacht.
Ansonsten weit und breit keiner mehr. Ohne das ich mein Messer hier verschicke
würde ich es nicht mehr scharf bekommen. Obwohl es mir lieber ist,wenn hier
in meiner Nähe jemand wäre. Aber ist leider nicht mehr.
 

dirk

Gründer FdR
Admin

Damit triffst Du bei mir genau auf den Punkt, an dem ich jetzt stehe. Ich finde das Thema "selber schärfen" ziemlich interessant. Ich scheue aber die Ausgaben, die je nach Ausstattung nach oben offen sind plus den gefürchteten enormen Zeitaufwand, um überhaupt erst einmal so gut darin zu werden, daß man sich nicht alle Messer kaputt schärft :Eek

Dein anderer Beitrag (hier) gibt mir jedoch Hoffnung, daß bei recht kleinem Budget (unter 70€) ich zumindest einmal damit experimentieren könnte.

Gerade das "scharf halten" finde ich als Anfänger wichtig, weil ich als Anfänger vermutlich dauernd (ohne es zu wissen/zu bemerken) alles tue, was man nicht tun sollte und das Messer dadurch sehr schnell stumpf bekomme. :eek:

Ich versuche mir als Anfänger das gerade alles schön zu reden, indem, ich mir sage, dass ich meine Küchenmesser ja auch schon immer einmal selber schärfen wollte. Vielleicht kann man so 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen, die Hemmschwelle wird niedriger und auch ein kleines Budget für eine nicht-perfekte Lösung macht dann noch Sinn. :weihnachtsmann_grins

Und wenn das Schärfen damit dann erfolgreich funktioniert....

...nein, darüber will ich jetzt nicht weiter nachdenken...:popo1
 

Geier0815

Active Member
Messer scharf halten, halte ich für eine Sache die nur begrenzt lange gut geht. Zumindest wenn man dafür nur einen reinen Finisher hat. Solche Steine sind im Normalfall recht langsam, weswegen man für diese den Winkel durch abkleben des Messerrückens erhöht. Je häufiger man dies, im Rahmen des Scharfhaltens, wiederholt, desto breiter wird die Facette und desto länger wird man brauchen. Irgendwann ist der Punkt erreicht wo ein Neuaufbau der Schneide sinnvoller wäre.
Beim Erhalten der Schärfe per Pastenriemen ist dieser Effekt noch stärker, da die Schneide immer balliger wird und die Geometrie immer mehr geändert wird.
Die Ausnahmen stellt hier der belgische Brocken da, gerade bei der unicot Methode. Wenn hier der zweite Winkel eine immer breitere Facette bildet, wird einfach das Klebeband weg gelassen und der Stein im angeriebenen Zustand benutz um die zweite Facette wieder kleiner zu machen.
 

Obihörnchen

Active Member
Also meine "vielgenutzten" Messer (ca. 2x pro Woche) kommen 1-2x pro Jahr zum Auffrischen auf einen meiner Finisher. Meine weniger genutzten Messer etwas seltener. Insgesamt schärfe ich selten komplett neu durch. Es hat bei mir bisher kein Messer öfter als viermal den 1000er gesehen...
Aber mal beim 6000er beginnend schon eher.
 

Hobelruhri

Very Active Member
Erstmal wieder herzlichen Dank für das Feedback!!
Ja, ich dachte mir bereits das es sehr individuell ist.
Grade der Punkt, den Dirk ansprach, das man als Anfänger möglicherweise alles richtig macht um ein Messer möglichst schnell in die Unschärfe zu treiben, wird wohl auch bei mir zutreffen.
Grundsätzlich würde es mich auch interessieren wie das mit dem Schärfen funktioniert, ist mir allerdings momentan noch zu früh. Nach den Infos die ich hier bislang erhalten habe, gehe ich davon aus das ein Messer ca. einmal im halben Jahr "scharf gehalten" werden sollte. (Nur für mich als ungefähren Anhalt.) --
Ich werde das natürlich im Auge behalten. Gefühlt würde ich für die ersten drei-vier "Nachbehandlungen" einen netten Forumskollegen um Unterstützung bitten. Dann weiss ich auch ob ich beim Messer bleibe, oder mich doch nach einiger Zeit die Lust darauf verlässt.
Habe heute allerdings auch beim Griff nach dem Keramik-wetzstab in der Küche bereits überlegt ob es Sinn ergeben könnte das Küchen-Messer mal zu ledern und zu prüfen in wie weit dies eine Veränderung an der Tomate ausmacht.
 

dirk

Gründer FdR
Admin

Geier0815

Active Member
@Hobelruhri
Ein unbehandeltes Leder wird dir bei einem Küchenmesser nicht allzu viel bringen und wenn Du schon von Wetzstab sprichst, wird es sich um ein Messer handeln wo es eher gar nichts bringt. Ein einfacher Pastenriemen kann da aber Wunder wirken.
 

Alvaro

Writes More Here Than At Work
Selbst die Messer schärfen zu können lohnt sich, aus meiner Sicht, immer.
Entweder habe ich sehr wenige Messer und ich muss das einzelne Messer entsprechen oft schärfen lassen.
Oder ich habe viele Messer, und muss entsprechend oft "neue" Messer erst einmal schärfen lassen (Stichwort: Auslieferungsschärfe).

Eine Grundausstattung im Wert von ca. 120€ recht.
1. 1k - 3k Stein ca 25€
2. 10k Stein ca. 75€
3. Riemen mit Leder und Leinen ca. 25€ (brauch man eh).
Wenn man das ins Verhältnis zu den Kosten für einmal Schärfen setzt kommt man auf wie viel mal Schärfen?
Was wird für das Schärfen berechnet?
Keine Ahnung mehr, ich sag mal 20 - 25€ inkl. Versand.
Bedeutet nach 5 mal habe ich die Kosten drin, ein Erfolgserlebnis und immer die Möglichkeit zu schärfen wenn es gerade nötig ist.
Wenn man jetzt die oft genannten 100 Rasuren als Grundlage nimmt bin ich nach 1,5 Jahren in der "Gewinnzone".



Ein Aspekt wurde hier bis jetzt nicht angesprochen: Leinenriemen bzw Leinenriemen mit Kalkpaste.
Beides ist, aus meiner Sicht, ein Mittelding zwischen Pastenriemen (der doch recht aggressiv sein kann) und reinem Leder.
Was man so liest sollen ja da die Ergebnisse hervorragend sein, und zögert die Nacharbeit auf den Steinen noch weiter hinaus.

Als Alternativen sind hier auch noch andere "Riemenmaterialien" interessant.
Ich habe mir gerade ein paar alte Sicherheitsgurte bzw Putzlappen mit Polypropylen besorgt um etwas zu spielen.
Mal sehen was dabei herauskommt.
 

Paula

Very Active Member
Für mich war es keine Frage des "Lohnens". Ich wollte einfach selbst in der Lage sein, mein Messer rasurscharf zu halten. Einen Satz Steine, Cerax 1k/6k Kombi, einen Naniwa 8k und einen Pastenriemen eine Seite grün, die andere unbehandelt habe ich mehr oder weniger zeitgleich zum ersten Messer bestellt. Klar, der "Schärfkram" war teurer als das Messer :headwall1aber darüber war ich mir vorher klar. Dafür gibt es ja Foren und erfahrene Forianer :)

Die lagen wochenlang unbenutzt 'rum, bis ich nach Jahrzehnten mal wieder auf dem Flohmarkt war und mir ein "schärfbereites" Messer für 5€ zulegte :disco1. Das Messer ist jedenfalls scharf geworden:daumenhoch, ich habe Spaß an ihm und an den Steinen auch.

... achso, bevor ich die Steine endlich zum ersten Mal nutzen konnte, musste ich auch noch Autosol, Schleifpapier, Stahlwolle, ... kaufen.
 

Senser

Active Member
Man muß zunächst mal definieren, was man mit "lohnt es sich" überhaupt meint.
Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten lohnt es sich garantiert nicht, wenn man sich ernsthaft mit dem Schärfen seiner Messer, insbesondere seiner Rasiermesser beschäftigen möchte. Selbst wenn man sich streng diszipliniert, hat man blitzschnell 2-300 € in diverse Steine investiert, und dieses Geld würde man in einem ganzen Leben nicht ausgeben, um sein Rasiermesser bei geneigten Forumskollegen schärfen zu lassen.

Aber da gibt es einen Aspekt, der weit über den ökonomischen Nutzen hinaus geht. Es ist die grunsätzliche Erfahrung, eine brauchbare Beziehung zwischen sich, einem Stein und einem Stück Stahl herzustellen, zu fühlen und zu hören wie sich dieser oder jener Stahl auf dem einen oder anderen Stein verhält. Zu ergründen, warum es funktioniert oder warum nicht.
Es ist auch eine Art Meditation, weg von dem komplizierten Alltag mit Stress aller Art. Eine Zeit mit sich selbst, einem Messer und einem Stein.
Es ist eigentlich total einfach, wenn man es kann. Aber man braucht Geduld und Einfühlungsvermögen bis es soweit ist. Man schärft nicht nur ein Messer, sondern auch seine Sinne.
Und unter diesem Aspekt lohnt es sich auf jeden Fall.
Gruß Senser
 

maki72

Very Active Member
Man muss auch bedenke, dass gerade Anfänger ihr RM gerne mal stumpfledern, irgendwo dagegenkommen uswusf. . Wenn man sein, mglw. einziges, Messer dann jedesmal auf die Reise schickt kommt fix was zusammen. War jedenfalls bei mir so.
Und es entgeht einem auch die kontemplative Erfahrung, wenn man denn drauf steht. Ich bin da komplett mit @Alvaro und @Senser - der Weg ist das Ziel, vorausgesetzt man mag sowas halt.

Grüßle
 
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