Forum der Rasur

Registriere Dich jetzt kostenlos!

Dadurch bekommst Du Zugang zu dem geschützten Mitgliederbereich, kannst beim Gebrauchtmarkt mitmachen und stellst nebenbei auch noch sicher, dass niemand Dir Deinen Wunsch-Usernamen wegschnappt.

Der Rasiermesser-Einstieg als Anfänger oder wie man sich als Opfer fühlt

Wie dem auch sei. Ob wir dieses Rätsel, an das jeder anders herangeht und zu seinen ganz eigenen Erklärungen kommt, jemals gelöst bekommen, ist gar nicht wichtig. Resümee für den heutigen Tag ist für mich, dass ich mit dem Messer immerhin schon so weit bin, dass ich merke, dass es etwas kann, was die Rasur jetzt schon für mich um ein neues Moment erweitert hat. Ich erfahre eine Bereicherung in der Form, dass der Umgang mit dem Messer eine neue Tür geöffnet hat. Ich hatte mich vor kurzem noch darauf eingestellt, dass ich mit dem Erreichten in der Hobelei jetzt einmal ein wenig Ruhe aufkommen lassen kann. Ruhe verbunden mit dem Genuss des "Einfachen". Das haben mir nun ja ein paar Herrschaften in dieser Anstalt ziemlich versaut. Eingebrockt haben sie mir, dass ich auf das, was ich hinter besagter Tür noch so alles finden werde, sehr gespannt bin und es scheint, als ob die kleine Welt der Rasur bei mir ein neues Abenteuer inszeniert. Das nächste Jahr wird mit Sicherheit diesbezüglich noch einiges auf Lager haben. :)
 
Das haben mir nun ja ein paar Herrschaften in dieser Anstalt ziemlich versaut.

Ließ sich absolut nicht vermeiden. Das fünfte Stosser konnte einfach nicht in reine Hoblerhände nur für die Vitrineteufel_lachend Wir waren uns aber alle sehr sicher, dass du dass schaffstdaumenh!;)
 
14 Rasuren waren es jetzt mit dem Messer, aufgeteilt auf insgesamt 20 Tage (davor drei Versuche, bei dem das Messer lediglich im ersten Durchgang zur Sprache kam). Eine ganze Woche am Stück, davon sechs in Folge mit dem Wacker Stosser. Die letzten vier liefen in etwa alle gleich gut, wobei es ab dem zweiten Durchgang (auch "mit") anfing sanft zu werden. Der erste nahm aber kontinuierlich auch an "Verträglichkeit" zu. Außerdem scheint es nun zu gelingen die Rasuren mit dem Wacker ziemlich sicher zu reproduzieren. Keine Schnitte, keine Blutpunkte, keine aufgeschlitztes Muttermal und keine nennenswerten Reizungen (nur punktuell, v.a. unter der Nase) seit vier Rasuren. Das kann sich sehen lassen.
Die Gründlichkeit ist aber natürlich noch längst nicht auf dem Niveau, das ich irgendwann einmal erwarte.

Nun kommt der Zeitpunkt, an dem ich andere Messer verstärkt testen werde. Ein Schulze ist heute leihweise angekommen, das Klopp aus dem Passaround ist unterwegs zusammen mit dem erstandenen "Oasis". Ich bin gespannt, wie ich jetzt, da es doch ganz gut zu gelingen scheint, die anderen Messer wahrnehme. Und wenn dann mal eins dabei ist, das mir richtig gut liegt, dann wird auch verstärkt die Geschichte "gegen den Strich" in Angriff genommen. Alles in allem ist das nach drei Wochen wesentlich mehr, als ich erwartet hatte.
 
Drei andere Messer sind jetzt in den letzten Tagen zum Zuge gekommen. Und ich muss sagen, dass sie mir momentan alle besser liegen, als das Wacker Stosser, welches insgesamt im Vergleich doch spürbar harrscher zur Sache geht ohne dabei gründlicher zu sein. So stellt sich das zumindest momentan bei mir dar. Nach wie vor mache ich den ersten Durchgang zwei mal. Ich bekomme beim zweiten Durchlauf mittlerweile durchgängig einen richtig schön sanften Durchgang hin, den ich als milder empfinde als wenn ich mit meinen sanfteren Hobeln zu Werke gehe. Dabei geht dann das Messer noch einmal sehr viel gründlicher vor, als beim ersten Durchlauf. Ich weiß nicht woran das liegt, sollte doch in meiner Vorstellung schon beim ersten Durchlauf das Ergebnis und die Gründlichkeit erreicht werden können, die mir ein zweiter Durchgang, der ja auch "mit" vollzogen wird, im Resultat bietet. Nun gut, im Moment stört mich das eigentlich nicht, habe ich doch so die Möglichkeit den ersten Durchgang zweimal zu vollziehen, zu üben, und für mich zu perfektionieren. Auf diesen zweiten Durchlauf freue ich mich momentan vor der Rasur am meisten. Der dritte Durchgang wird ebenfalls immer besser. Am Hals würde ich sagen, dass es schon nahezu in der Form gelingt, wie ich es dann auch als "Endresultat" akzeptieren würde. Mit und v.a. gegen stellen jetzt keine so großen Probleme mehr dar, so dass ich jetzt schon in der Lage bin die gleichen Ergebnisse zu erzielen wie ich es mit meinen besten Hobeln am Hals gewohnt bin. Im Grunde fehlt jetzt nur noch, dass ich im Mundbereich einen Durchgang gegen hinbekomme, sowie an den Wangen. Unterlippe geht schon fast, da ist das Wacker irgendwie besser als die drei anderen Vollhohlen, die gerade laufen, Oberlippe wird wahrscheinlich noch eine Weile auf sich warten lassen. Dabei bemerke ich, das die rechte (meine schwache) Hand sich gar nicht so dabbisch anstellt, wie es anfangs den Anschein hatte. Nur beim gegen-Zug auf der linken Wange weiß ich noch nicht, ob ich es mit rechts oder mit anderem Griff mit links machen soll.

Einen kleinen "Biss" gab es heute auf der einen Wange, aber da habe ich wohl aus Versehen beim quer/gegen Zug vergessen die Haut etwas zu straffen. Außerdem war eigentlich schon zwei Züge davor kein Schaum mehr vorhanden. Das Messer verzeiht so etwas dann wohl doch nicht so eben mal. Dieser kleine Biss geschah übrigens mit der starken, linken Hand beim heutigen Versuch die linke Wange "gegen" auf diese Weise zu erledigen. Vermutlich werde ich doch dazu übergehen, das mit rechts zu machen.

Das sind so die "Probleme" mittlerweile bei meiner Messerrasur und das klingt für mich schon ganz anders als vor gerade mal noch nicht ganz vier Wochen. Ansonsten bin ich die letzten drei Tage mit einem völlig entspannten Gesicht herumspaziert, natürlich auch noch nicht ganz obergründlich, aber die Geschichte macht jetzt richtig Laune und der "Stressfaktor" morgens vor dem Spiegel hat auch sichtlich abgenommen. Die allermeisten Abläufe sind jetzt irgendwie klar und nun auch schon genügend oft wiederholt, so dass sie so langsam ins "Bewegungs-Inventar" übergehen.

Und nach zwei Messern schiele ich selbstverständlich auch, von denen eines in diesem Monat vermutlich fällig sein wird. :rolleyes:
 
Drei andere Messer sind jetzt in den letzten Tagen zum Zuge gekommen. Und ich muss sagen, dass sie mir momentan alle besser liegen, als das Wacker Stosser, welches insgesamt im Vergleich doch spürbar harrscher zur Sache geht ohne dabei gründlicher zu sein.
Wenig verwunderlich, haben derbe Messer imho in der Hand eines Anfängers auch nichts zu suchen. Der Wacker Stoßer ist ein überragendes Messer, das allerdings gekonnt geführt werden will. Dann liefert es grandiose Rasuren ab, die an Gründlichkeit nicht zu überbieten sind. Und im Vergleich zu vollhohlen (oder auch halbhohlen) Messern fühlt sich die Rasur mit einem Derben immer ein wenig harsch an. Vor allem bei der Rasur mit dem Strich. Bei quer und gegen hingegen zeigen sie sich von einer Sanftmut, die ich fast schon als engelsgleich bezeichnen würde.

Mein jüngster Cousin hier (in Mailand), gerade mal zarte 17, aber schon seit anderthalb Jahren passionierter Messerer, wollte sich unbedingt mit meinem Wacker Stoßer, den ich mithabe, rasieren und glaubte schon nach wenigen Zügen, alles bisher Erlernte vollkommen verlernt zu haben.... :D
Ich nahm dem der Verzweiflung nahen Ragazzo den Stoßer aus der Hand und drückte ihm sein eigenes Messer (Wacker Allround) in diese, um solcherart den ersten Durchgang zu absolvieren. Beim zweiten (quer zum Strich), gab ich ihm wieder den Stoßer. Und siehe da: Es ging schon wesentlich besser - und beim dritten Durchgang strahlte der Junge dann schon....:)

Aber trotzdem sah er ein, dass er die Reife für ein Derbes noch nicht hat. Und die ist zwingend vonnöten, will man sich mit einem Keilschliff-Messer angenehm rasieren. Hat man die, beschert einem jede Rasur mit so einem Beil wahre Glücksmomente...

Das ist auch der Grund, weshalb ich mich überwiegend mit derben (bzw. near wedges) Messern rasiere. Am liebsten in Form von Breitschwertern, weil sie dergestalt ihre Stärken voll ausspielen...

Dennoch möchte ich meine Vollhohlen nicht missen!
 
Am Hals würde ich sagen, dass es schon nahezu in der Form gelingt, wie ich es dann auch als "Endresultat" akzeptieren würde. Mit und v.a. gegen stellen jetzt keine so großen Probleme mehr dar, so dass ich jetzt schon in der Lage bin die gleichen Ergebnisse zu erzielen wie ich es mit meinen besten Hobeln am Hals gewohnt bin.
Wie machst du das denn mit quer am Hals ?
Seitlich am Hals sind genau die beiden Bereiche, bei denen bei mir nämlich der Hobel klar überlegen ist und ich den Eindruck habe dass ich mit dem Messer niemals die Gründlichkeit erreichen werde die ich mir wünsche und die ich z.B. an der Wange erreiche.
 
Quer mache ich am Hals gar nicht. Mein Hals teilt sich was die Wuchsrichtung anbelangt in zwei Bereiche. Bis etwa zur Hälfte nach unten wird die Wuchsrichtung beibehalten, die ich auch im Rest des Gesichts habe. Grob gesprochen von oben nach unten. Ab der Hälfte wachsen die Haare nach oben. Der erste Durchgang "mit" bedeutet im unteren Halsbereich also eigentlich schon ein Durchgang "gegen". Funktioniert bei mir aber problemlos, also behalte ich das bei. Den Rest des Halsbereichs behandle ich nach zwei Durchgängen "mit" im dritten dann einmal "gegen". Reicht jetzt schon aus, um mit der Hobelgründlichkeit mitzuhalten. Quer ist also gar nicht nötig. Ich wüsste auch nicht, wie ich das am Hals bewerkstelligen sollte.
 
Ein (noch) recht schwieriger Bereich ist momentan genau die Stelle wo der Kinnbacken seine Biegung macht. Das bekomme ich noch nicht sauber hin, weil die Messerbewegung unterm Ohr vorbei zur Wange in meinem Fall "quer" zum Strich bedeutet. Das wird sich aber einspielen, wenn ich mal verstärkter in Richtung "gegen" arbeiten werde. Stück für Stück wird sich vorangearbeitet, was aber mehr und mehr Spaß macht, weil die "Grundrasur" funktioniert.
 
Wie machst du das denn mit quer am Hals ?
Nicht ganz quer, dafür sind entweder die Messer zu gross oder meine Hals zu kurz, aber ich mache ein bisschen eine Scheibenwischerbewegung, wobei sich der Kopf schneller bewegt wie der Erl.
 
Meine Scheibenwischer machen eine Bewegung, die ich nicht mit ein Messer auf meine Hals machen kann. Die fangen Waagerecht an, und enden 140° weiter, also irgendwann stehen die Senkrecht, und ich habe ja gerade beschrieben das da meine Hals zu kurz oder die Messer zu lang sind.
 
Ich merk das schon. Es gibt noch einiges zu lernen. :rolleyes:
Aber das Lernen geht entschieden leichter, wenn man mal verstanden hat, wie man es anstellt die Klinge über die Haut gleiten zu lassen. Wenn es dann noch an allen Gesichtspartien so gut geht, dann denke ich auch mal an "Scheibenwischer".
 
Drei andere Messer sind jetzt in den letzten Tagen zum Zuge gekommen. Und ich muss sagen, dass sie mir momentan alle besser liegen, als das Wacker Stosser, welches insgesamt im Vergleich doch spürbar harrscher zur Sache geht ohne dabei gründlicher zu sein.

Das Stosser, auch als Geilschliff firmierend, ist ein extrem sanfter, gründlicher und leiser Mäher; er muss nur mit sehr wenig Druck geführt werden. Entweder ist Dein Exemplar unscharf oder der Winkel stimmt nicht.

Micha
 
Das Stosser, auch als Geilschliff firmierend, ist ein extrem sanfter, gründlicher und leiser Mäher; er muss nur mit sehr wenig Druck geführt werden. Entweder ist Dein Exemplar unscharf oder der Winkel stimmt nicht.
Das ist zu pauschal (oder zu überspitzt) formuliert, denke ich; da müsste ja nun jeder, der das anders empfindet meinen, es stimme etwas nicht mit ihm oder dem Messer.
Und im Vergleich zu vollhohlen (oder auch halbhohlen) Messern fühlt sich die Rasur mit einem Derben immer ein wenig harsch an. Vor allem bei der Rasur mit dem Strich. Bei quer und gegen hingegen zeigen sie sich von einer Sanftmut, die ich fast schon als engelsgleich bezeichnen würde.
So empfinde ich das auch.
Es wird schon seinen Grund haben, warum die Mehrzahl der Messer seit Erfindung der Hohlschleifmaschine (wann war das - Ende 19./Beginn 20. Jahrhundert?) mehr oder weniger hohl ausgeschliffen wurden; teilweise wurden ja auch ehemals derbe Messer nachgeschliffen. Der Grund dürfte wohl gewesen sein, dass die Mehrzahl der Anwender die Rasur mit einem hohl geschliffenen Messer als angenehmer empfunden haben.
Bei der Rasur mit einem Derben mit dem Strich merke ich recht deutlich, dass sich da was abspielt auf der Haut. Das ist nicht unangenehm, im Vergleich zu einem Vollhohlen aber spürbar. Gegen den Strich spielt m.E. das Derbe seine Trümpfe aus, druckvoll, kompromisslos und sanft. Ich finde, die Abwechslung machts aus. In meiner Rotation liegen die Vollhohlen neben den Derben und die wiederum neben den Halb- oder Viertelhohlen...
Eins ist klar: Scharf müssen die Messer sein, egal ob derb oder hohl, sonst taugen sie nicht
 
Zurück
Oben