Forum der Rasur

Registriere Dich jetzt kostenlos!

Dadurch bekommst Du Zugang zu dem geschützten Mitgliederbereich, kannst beim Gebrauchtmarkt mitmachen und stellst nebenbei auch noch sicher, dass niemand Dir Deinen Wunsch-Usernamen wegschnappt.

Einmal von der Paste weg und zurück

Ohne überheblich sein zu wollen, bin ich überzeugt (Glaube), dass ich mich mit einem Messer, dass Du als zu unscharf nachschärfst, noch perfekt rasieren kann, eben durch die entsprechende Technik. Und damit meine ich nicht, den Winkel zur Haut zu vergrössern und zu drücken, das führt genau zu Deinem Ergebnis.
Mache ich beides nicht, aber wenn Du meinst... Und doch, das ist überheblich, auch wenn es das nicht sein soll.
 
Auch die zweite Rasur heute mit dem Thüringer Finish war sehr gut. Das kann so bleiben.

Hier die Zusammenfassung für die, die das auch mal ausprobieren wollen:

1. Auf den Kunststeinen Rücken voran. Je nach Zustand ab 1K, ansonsten mit feineren Steinen beginnen. Ich habe jeweils 50 DZ gemacht. Vermutlich reichen auch weniger.

2. Die Schneide auf dem Daumennagel abziehen, um den Grat zu entfernen. Abschließend auf dem Naturstein Finisher Schneide voran. Bei wir waren es auf einem 10 Zoll Thüringer wieder 50 DZ.

3. Ausgiebig ledern (bei mir 100 DZ) und los.
 
Das gibt es immer und sehr wahrscheinlich beherrscht Du das besser als ich. Dennoch sind solche Fernvergleiche halt immer schwierig. :bier1
 
Heute hat meine Euphorie einen Dämpfer bekommen. Ich habe ein anderes Messer geschärft, angefangen mit Naniwa 1K, da die Facette neu aufgebaut werden musste. Das Messer habe ich erst kürzlich erhalten. Die Schneide hatte einige Ausbrüche und Unebenheiten, daher habe ich mit dem 1K Stein mit Wischbewegungen erst einmal eine unter der 15x Lupe einheltlch aussehende Schneide aufgebaut. Danach habe ich auf dem 1K Stein 50 DZ mit dem Rücken voran durchgeführt, ebenso auf dem 5K und dem 10K Stein. Anschließend auf dem Daumennagel abgezogen und 50 DZ auf dem Thüringer gegen die Schneide.

Die Rasur hat am Ende heute früh gar keinen Spaß gemacht. Die anfängliche Schärfe ist sehr schnell weggebrochen. Offensichtlich habe ich mit den Kunststeinen einen Grat aufgebaut, den ich trotz Daumennagel und den DZ gegen die Schneide auf dem Thüringer anscheinend nicht vollständig abbauen konnte.

Je nach Lust und Laune morgen werde ich das Messer auf dem Pastenriemen abziehen oder nochmal auf die Steine legen. Dann aber nach jedem Stein tatsächlich über den Daumennagel abziehen, wobei das mir wieder kontraproduktiv erscheint, da dadurch eigentlich die Struktur an der Facette wieder beschädigt wird. Beim Pastenriemen aber nicht...
 
Also ich bin ja nach wie vor Beginner was Rasiermesser angeht, aber aus Erfahrung heraus mit anderen Klingen, ist das Daumennagel Ding wirklich so gut / sinnig ?
Mein Gedanke, Horn ist vielleicht nicht das sanfteste um den Grat sauber zu entfernen.
Für die normalen Messer habe ich immer ein Stück Holz hier:

1000078778.jpg



Nicht wundern, an den normalen Messern sind oft noch die Rest von Diamantpaste, daher auch an den Kerben.
Das ist dort eigentlich immer mein letzter Schritt, einmal über ein Leder mit Diamantpaste ( kein Compound, die grauen aus der Spritze ) ,und dann durchs Holz.
Wenn ich nen Grat entfernen will, ziehe ich aber auch zwischendurch durchs Holz.

Da gibt es etliche Theorien, früher sagte man, die Schneide explizit durch ein Stück Hartholz ziehen.
Aber ich nehme gerne eher weiche Hölzer, das ist z.B. Birke.
Rein theoretisch kann man sich auch was härteres nehmen, Richtung Eiche und Buche usw.

Bei Rasiermessern nutze ich bisher gar keine Paste, vielleicht werde ich es irgendwann mal testen.
 
Ob Daumennagel oder Holz, der Effekt sollte sehr ähnlich sein. Ich bin insgesamt von der Methode nicht ganz überzeugt, da intuitiv und auch nachweislich die Facette minimalste Schäden annehmen kann. Vielleicht ist Paste doch die bessere Lösung.

Ich versuche mal Paste vor dem Thüringer. Vermutlich brauche ich dann eine zweite Lage Tape, um die Facette nach der Paste zu erreichen.
 
Mal ne Zwischenfrage: Warum sollte ein potenzieller Grat nicht durch Doppelschübe gegen die Schneide entfernt werden?

Ansonsten ist Paste normalerweise feiner als Thüringer. Warum man die vorher nehmene sollte, erschließt sich mir ebenfalls nicht.
 
Mal ne Zwischenfrage: Warum sollte ein potenzieller Grat nicht durch Doppelschübe gegen die Schneide entfernt werden?
Weil das offensichtlich bei mir nicht funktioniert hat.
Ansonsten ist Paste normalerweise feiner als Thüringer. Warum man die vorher nehmene sollte, erschließt sich mir ebenfalls nicht.
Um eben den Grat zu entfernen. Feiner heißt ja nicht unbedingt eine sanftere Rasur danach.
 
Ich werde doch etwas anderes morgen versuchen. Und zwar beim Thüringer eben bei den DZ gegen die Schneide den Rücken doppelt abkleben. Dann müsste der Grat doch tot sein danach.
 
Das GD66, das durchs Aufrischem mit schwarzer Paste schlechter geworden war, hab ich heute morgen auf dem GBB nachgeschärft. Bei der Rasur war es schön scharf und sanft, ist jetzt wieder auf gutem moderatem Schärfeniveau, aber nicht überschärft. Nach dem Pastenauffrischen fehlte deutlich Schärfe.
 
Nicht zwingend. Wenn der Grat bei der Bewegung gegen die Schneide sich einfach oben oben verbiegt, bleibt er erhalten.
Ja, aber wenn sich der Grat immer wieder in beide Richtungen umbiegt, könnte man doch meinen, dass er irgendwann abbricht, oder? Demzufolge müsstest Du also "nur" lange genug auf dem Finisher bleiben..
 
Ja, aber wenn sich der Grat immer wieder in beide Richtungen umbiegt, könnte man doch meinen, dass er irgendwann abbricht, oder? Demzufolge müsstest Du also "nur" lange genug auf dem Finisher bleiben..
Ich denke, auch das hängt vom Stahl ab. 50 DZ auf dem Finisher waren ja schon mal was. Ich denke, der große Winkel könnte mehr dringen.

Das Messer jetzt scheint eher einen Grat zu entwickeln als Microausbrüche zu erzeugen. Nur so eine Theorie. Bei dem ersten Messer war das Rasurgefühl doch deutlich anders. Die Schärfe war von Anfang an nicht da. Bei dem Messer heute ist die Schärfe während des ersten Durchgangs weggebrochen.
 
Mein bisheriges Ergebnis: Wenn man mit dem Rücken voran schärft, kommt man an der Paste nicht vorbei. Bei den DZ mit dem Rücken voran entsteht ein Grat, der weder mit einem Daumennagelabzug noch mit DZ gegen die Schneide (mit und ohne zweite Lage Tape) wieder entfernt werden kann.

Für die heutige Rasur habe ich das Rasiermesser wieder von Anfang an mit Naniwa 1K, 5K und 10K Rücken voran geschärft. Anschließend den Rücken mit einer zweiten Lage Tape abgeklebt und das Rasiermesser mit 50 DZ gegen die Schneide auf einem Thüringer abgezogen.

Die Rasur fing vielversprechend an. Die ersten Züge waren sehr sanft und scharf, allerdings ist die Schärfe schon während des ersten Durchgangs eingebrochen. Eine weitere Rasur war nicht mehr wirklich möglich. Für den zweiten durchgang habe ich das Rasiermesser mit 30 DZ auf dem Pastenriemen abgezogen. Die hing zufällig in der Nähe, wie das halt so ist. Das Rasiermesser war wieder sehr scharf aber auch sehr sanft, was mich überrascht hat. Vermutlich hängt das mit dem Thüringer zusammen. Wie dem auch sei, eine sehr sanfte und gründliche Rasur.

In Zukunft werde ich vermutlich die Reihenfolge eher ändern. Also zuerst Pastenriemen nach den Kunststeinen und danach, je nach Bedarf, den Thüringer einsetzen.
 
Mit dem Rücken voran bekommt man meist einen Grat, weshalb das Messer auch so schnell eingebrochen ist.
Ledern zwischen den Steinen würde ich da empfehlen.
Die Paste wird auch sicherlich feiner sein als der Thüringer
 
Die Paste wird auch sicherlich feiner sein als der Thüringer
Ich werde das wohl so machen, dass ich Kunststeine und Paste nur beim eigentlichen Schärfen nutzen werden. Zum Auffrischen soll nur der Thüringer zum Einsatz kommen. Daher die Reihenfolge, Paste vor Thüringer.

Allerdings erstaunt mich immer noch, wie sanft das Messer nach der Paste geworden ist. Hätte ich nicht erwartet.
 
Zurück
Oben