Forum der Rasur

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Heute habe ich ein Messer geschärft...

Also meine bescheidene Meinung zur Lupe:

Habs versucht anfangs, und es hat mich nur verunsichert bzw war ich nie wirklich zufrieden mit dem was ich da gesehen hab. Seit dem ich nach Gefühl schärfe (@Hellas sagt, die Steine reden mit einem - recht hatter) ist alles viel besser und die Messer sind immer alle wunderbar scharf geworden auch ohne funktionierendem HHT. Manchmal klappt er gar nicht, und trotzdem rasiere ich mich Top jedes mal.

@Ni3mand
Man sollte mit der Zeit ein Gefühl bekommen für das was man da macht, dann erziehlt man auch ganz von selbst reproduzierbare Ergebnisse.
Und ich hab ja nur alte Messer von Ebay, bei alle Facette komplett neu aufgebaut.
Da is nix mit nur einer Hand schärfen, da brauchts Druck auf die verschiedenen Stellen, damit auch ja alles Kontakt hat zum Stein.
 
Da is nix mit nur einer Hand schärfen, da brauchts Druck auf die verschiedenen Stellen, damit auch ja alles Kontakt hat zum Stein.
Das hätte ich jetzt auch so gesagt. Mit rechtem Daumen und Zeigefinger führ ich das Messer am Erl, mit dem linken Daumen und Zeigefinger gebe ich leichten druch auf die die Mitte der Klinge, aber nur so viel, dass die Klinge plan aufliegt und nicht kippen würde!

Keine geraden Züge (Schneide quer) auf dem Stein, entweder Schneide angewinkelt oder am besten Swaying X-Strokes https://shavinguniverse.com/the-various-strokes-used-for-razor-sharpening/
Wieso denn keine Geraden Züge? :confused
 
Habs versucht anfangs, und es hat mich nur verunsichert bzw war ich nie wirklich zufrieden mit dem was ich da gesehen hab.
Das ist ja das Problem zu Anfang der "Schärfkarriere". Die kausale Verknüpfung zwischen dem was man sieht und der entsprechenden Wirkung.

Man sollte mit der Zeit ein Gefühl bekommen für das was man da macht, dann erziehlt man auch ganz von selbst reproduzierbare Ergebnisse.
Das mit der Zeit, ist das Anfangsproblem. Man hat noch nicht viel, bis keine Zeit mit Schärfen verbracht.
Wenn man mitten in der Progression steckt, kann man evtl. ein Geräusch resp. Fingergefühl ausmachen. Man weiß dann aber noch nicht, was sich da gerade an der Facette tut, ohne es einmal gesehen zu haben.

Und ich hab ja nur alte Messer von Ebay, bei alle Facette komplett neu aufgebaut.
Das erklärt Deinen Übungsvorsprung vor einem "normal-Schärfer", oder sogar Schärfeinsteiger.
 
Die kausale Verknüpfung zwischen dem was man sieht und der entsprechenden Wirkung.
Deshalb hielt ichs einfach mit der klassischen Regel, dass nach der Facette auf dem 1k Armhaare geschnitten werden müssen, klappt das, wirds höchst warscheinlich auch Rasur scharf später.

Und Anfangs tat ich mir da auch echt schwer, aber der Rest ist einfach Übung - finde ich.

Und unter der Lupe sah die Facette meist irgend wie nicht perfekt aus, wie sie sein sollte - rasiert hats aber trotzdem, das wollt ich sagen damit
 
Und Anfangs tat ich mir da auch echt schwer, aber der Rest ist einfach Übung - finde ich.
Das ist ja so etwas von richtig!!
Man kann und sollte viel lesen und recherchieren, aber irgendwann muß man mit der Praxis anfangen. Dann beginnt eine ganz neue Lernkurve, die ohne Übung aber nie ansteigen wird.
Warum dauert eine Handwerkslehre so lange? Warum braucht es so lange, bis man ein Musikinstrument beherrscht? Warum sollte es hier anders sein?
 
Warum ist das wichtig? Was ist denn da der Vorteil?
Ich möchte nur nochmal betonen, dass es nur mich betrifft:
Bei den Swaying X-Strokes werden zwar für lächelnde Klingen empfohlen, man kann allerdings auch gut für "gerade" Klingen anwenden.
Wie wir allerdings alle aus der Praxis kennen: Es gibt nicht die perfekte Klinge. Entweder ist der Rücken ungleichmäßig Dick, oder die Schneide Kippelt (Glas Tisch Test)
oder anderweitig. Legt man die Schneide Senkrecht an eine Plane Fläche wird man auch Licht durchscheinen sehen.

Zu meinen Anfangszeiten habe ich immer nur gerade Züge auf dem Stein gemacht und immer mit zwei Händen (Wobei die Linke Hand nur geführt hat)
und über die Schneide gewendet (Stets vorsichtig, es ist noch nie passiert, dass ich die Schneide durch Vnvorsichtigkeit irgendwo angedockt habe)
Das ist nun so feste drin, dass da schon stets bewusst darauf geachtet werden muss es nicht mehr zu tun.

Aber wieder zurück zu den geraden Zügen: Ich hab nie die komplette Länge der Schneide getroffen (Ja Steine sind bei mir Plan und abgerichtet),
immer hinten vor dem Doppelansatz waren ca 15-30mm nicht gut genug geschärft. Oder noch schlimmer: bin mit dem Ansatz voll in die Kante des Steins gefahren.

Das ist alles Geschichte seit ich die Swaying X Strokes mache


Und ich hab ja nur alte Messer von Ebay, bei alle Facette komplett neu aufgebaut.
So hab ichs mir auch angeeignet, immer wieder gebrauchte Messer gekauft zum Üben :D

Da is nix mit nur einer Hand schärfen, da brauchts Druck auf die verschiedenen Stellen, damit auch ja alles Kontakt hat zum Stein.
Wie ich schon sagte: Jeder hat seinen eigenen Weg, auch ich habs mal mit mehr Druck probiert
(War vermutlich bissl zu viel haha) und das Messer war bissl durchgebogen, nun ist überhalb der richtigen Schneide, die Riefen vom 1k XD :D
Aber wenn ich richtig Material abtragen muss dann eben nur Halfstrokes oder Circle, mit Slurry beim 1K geht da so auch ordentlich Material runter ohne Druck ausführen zu müssen

Edit:
Hab noch das Foto auf dem Rechner gesehen vom Mikroskop
WIN_20241012_15_58_01_Pro.jpg

Fieser Wire Edge
 
Wahrend wir hier diskutierten hab ich das Vorkriegs Dovo nochmal geschärft, diesmal nur mit Tenjho und Meijro. Leicht pastig angetrieben und in Kreisbewegung bis man gemerkt hat das Messer beginnt zu kleben, dann X Schübe zum Schluss. Dann ne Lage Tesa zum Schluss drauf und unter fließend wasser. Wieder kein HHT vom Stein, nach dem Ledern aber und die Rasur direkt nach der gesteigen war Gut (2+)
Screenshot_20250404-122015_Galerie.png
Dann natürlich danach kam dieser Koma von Kumadori, ein echter Hatanaka Koma.
Screenshot_20250404-122027_Galerie.png
Also was machste, kannst das neue Spielzeug jetzt net einfach weg legen...

Screenshot_20250404-122044_Galerie.png
Also ganz ganz leicht angetrieben und mit der Lage Tesa von vorher X Schübe gemacht und dann nochmal unter Wasser (nicht fließend) ...wieder kein HHT, gefühlt sogar schlechter als vorher.... geledert. Booom.... HHT5 kein Problem. Pling...pling... :eek:
Haare zum rasieren sind keine mehr im Gesicht, ich freu mich auf aller spätesten übermorgen
:sabber1

Mit den beiden Steinchen würde das Schärf-Navi sagen
"Sie haben ihr Ziel erreicht"
 
Hier nun der Bericht von gestern, wie ich mein Übungsmesser geschärft habe.

Thüringer planen und Missgeschick mit dem Messer:
Als Erstes habe ich den Thüringer noch geplant, dann ging es los mit dem Schärfen. Leider ist mir nach dem kurzen Abspülen des Messers nach dem 8k ein wirklich blödes Missgeschick passiert. Nur kurz unachtsam, und schon schoss die Facette gegen die Amatur, welch ein Schock! Etwa die ersten 5mm des Messers eingedrückt, ca. 0.7mm oder tiefer in das Material. :eek::(:mad:

Die Reparatur:
Dann habe ich mich erst mal versucht zu beruhigen. Wieder zurück auf den 1K Stein, nach 200 Halbschüben je Seite bemerkte ich, dass dies absolut nichts bringt. Was mache ich jetzt nur? Ich überlegte, wie ich das mit meinen Mitteln zu Hause jetzt reparieren könnte, denn ich wollte das Messer noch an diesem Tag schärfen. Mein Aktionismus übernahm die Kontrolle und ich schnappte mir mein 600 Grid Korund Nassschleifpapier. Es musste ja nur das Material weg und eine grobe Facette gemacht werden, damit ich mit dem 1K wieder weitermachen kann. Also 50 Halbschübe je Seite abwechseln, und das locker 10x (total ca. 500 Halbschübe), bis der grosse Hick raus war. Danach ging ich auf den 1K Naniwa, Halbschübe, bis ich einigermassen die ersten Armhaare einigermassen abrasieren konnte. Das ging nach etwa 200 Halbschüben je Seite.

Das war dann der Punkt, an dem ich mir sagte, du kannst jetzt wieder mit deiner regulären Schärfsitzung beginnen. Ab hier habe ich dann auch die Videos gemacht, welche ich am Ende verlinke!

Der reguläre Schärfprozess:
  1. 1K Naniwa SS: 10 Halbschübe pro Seite 4x mit mittlerem Druck, 28 DS mit leichtem Druck
    Grat gebrochen: 1x durchgezogen auf Kork mit Eigengewicht.
  2. 3K Naniwa SS: 10 Halbschübe pro Seite 4x mit leichtem Druck, 50 DS ohne Druck
    Grat gebrochen: 1x durchgezogen auf Kork mit Eigengewicht.
  3. 8K Naniwa SS: 10 Halbschübe pro Seite 6x mit leichtem Druck, 50 DS ohne Druck
    Grat gebrochen: 1x durchgezogen auf Kork mit Eigengewicht.
  4. 12K Naniwa SS: 10 + 10 + 5 Halbschübe pro Seite ohne Druck, 30 DS ohne Druck
  5. Thüringer hellgrün: 40 DS ohne Druck
  6. 60 DS mit dem Kernjuchten Lederriemen
Vermutlich habe ich beim regulären Schärfprozess zu viele Züge gemacht. Ich wollte aber jetzt nach der langen Arbeit einfach auf Nummer sicher gehen. Und es ist ja ein Übungsmesser!

Diverses:
  • Tape: Ich habe mir das rote Tesa Isolationsband gekauft. Es ist so widerstandsfähig, dass es den ganzen Prozess nach dem Schleifpapier aushielt. Nach dem Entfernen des Tapes hat man kein einzigen Kratzer oder Abnutzung gesehen. Einfach genial das Band!
  • Falls ihr es noch nicht mitbekommen habt, ich habe den 1K Noname nicht im Gebrauch sondern mir noch ein 1K Naniwa SS geholt, auf Anraten von euch.
  • Folie: Da ich nicht gerne sauber mache, habe ich mir diverse Techniken überlegt. Hier ist eine: Ich spanne eine Folie über den Steinhalter für die Steine, damit wird er nicht schmutzig oder nass. Nach dem Schärfen kann ich den Halter einfach wieder verstauen, absolut sauber!

Ergebnis und die Rasur:
Das Ergebnis war ausgezeichnet! Wirklich genial! :Drasierensmilie Das Messer flutschte sehr gut durch meine Barthaare. Für mich persönlich, für meinen Bart und meine jetzige Technik, Erfahrung und Kenntnisse, hat dieses Messer für mich die bessere Schärfe und war gründlicher als mein Einstiegsmesser. Sogar gegen den Strich konnte ich mehrmals vom Nackenansatz bis zur Kinnlinie in einem Zug durchziehen, ohne wie sonst nur 2cm Züge machen zu müssen. Nach zwei Durchgängen wäre die Rasur alltagstauglich gewesen, dann habe ich mich doch noch für einen dritten Durchgang entschieden, und ich war paff. BBS, und das, ohne noch auszubessern. Als Vergleich zum Hobel benötige ich dafür auch drei Durchgänge und zudem noch exzessives Ausbessern. Es gab dabei aber etwa 5 kleine Blutpünktchen, jedoch kriege ich diese auch mit dem Hobel bei so gründlicher Rasur.

Man könnte jetzt meinen, dass ich mit der zehnten Messerrasur schon beinahe am Ziel angelangt bin. Ich möchte jedoch dazu noch betonen, dass ich für die Rasur inklusive Ledern und reinigen/pflegen der Utensilien doch 1.5h brauchte. Soll heissen, was ich eventuell noch nicht so gut mit Routine und Technik beherrsche, kriege ich auf Kosten von Zeit doch gut hin!

Nachhaltigkeit der Rasur: Zum jetzigen Zeitpunkt, nach 16h, fühle ich immer noch, wie ich mich "normal" mit zwei Durchgängen erst gerade rasiert habe. Die Rasurpolizei hat die gleiche Meinung.


Fotos und Videos:






Tape, Messer, etc:
Schleifen_01.jpg

Klinge nach dem Schärfen:
Übungsmesser_202_Facette_Geschärft_01.jpgÜbungsmesser_202_Facette_Geschärft_02.jpg
 
Toller Erfolg! Respekt!
Dran geblieben, geduldigt geblieben und ein Ergebnis erzielt, daß sich sehen lassen kann!
Weiter so - und ich bin sicher, daß du (nun zu Recht) stolz bis wie bolle ;-)

Noch so eins - ich habe jetzt noch kein Video angesehen, mach ich aber noch….

Super!
 
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