Forum der Rasur

Registriere Dich jetzt kostenlos!

Dadurch bekommst Du Zugang zu dem geschützten Mitgliederbereich, kannst beim Gebrauchtmarkt mitmachen und stellst nebenbei auch noch sicher, dass niemand Dir Deinen Wunsch-Usernamen wegschnappt.

Heute habe ich ein Messer geschärft...

Das neue Filarmonika hat wohl noch nie eine vernünftige Schärfe besessen. Da hat sich in Sachen Abtrag gar nichts getan.
Nach einem Blick durch die USB-Lupe war das klar zu erkennen.
Wed Jun 10 12-30-20.jpg
Wed Jun 10 12-32-30.jpg


Markiert:
Wed Jun 10 12-52-33.jpg


Und nach meiner üblichen Progression (2000er/5000er; Schieder; Lederbrett, Baumwollbrett; Lederbrett) fielen die Armhaare in 2mm Entfernung über der Haut. Wenn mir dieser Aspekt zusagt, hat es "meine" Schärfe.
Wed Jun 10 13-14-04.jpg
Wed Jun 10 13-14-52.jpg
Wed Jun 10 13-32-06.jpg
 
Es gibt neues aus dem Natursteingarten…


Versuch macht kluch
oder anders ausgedrückt
Wenn der Spieltrieb keine Ruhe findet



Nagura-Progression auf dem „Catfish“

polish_save.png

Als ich den Schärf-Reigen auf dem „Catfish“ eröffnet hatte, habe ich ja bei der kurzen Vorstellung des Steins zum Ausdruck gebracht, dass dieser aufgrund seiner eher weichen Matrix nicht unbedingt für eine Nagura-Progression geeignet scheint (…auch der Besitzer des Steins ist der gleichen Meinung). Bisher habe ich auf diesem jNat drei Messer geschärft und dabei ausschließlich „Eigenslurry“, angerieben mit einer 1200‘er DMT Diakarte, benutzt. Die Ergebnisse waren allesamt sehr gut und eigentlich sah ich auch meine Testreihe als beendet an. Aber ich wär nicht ich, wenn da nicht mein Spieltrieb anderer Meinung wäre und natürlich ging es dabei um eine 4. Progression, und natürlich mit den drei Nagura. Hierbei ist meine Wahl auf die erst kürzlich direkt in Japan erworbenen Botan, Tenjyo und Koma gefallen, die aufgrund der weichen Steinmatrix auch entsprechend mit sehr wenig bis null Druck angerieben wurden.

Als Messer habe ich mein Böker Elite Carbon 3.0 gewählt, welches in einem rasurfertigen Zustand war und ich somit auf das Setzen einer neuen Facette verzichtet habe.


Die Progression (1 x Tape):

Anm.: Die 3 Nagura in Reihenfolge jeweilig mit ca. 5 Sätzen ohne abschließende Verdünnung des Slurry aber logischerweise mit jeweiliger Reinigung des Catfish. Anders bei Verwendung des Eigenslurry, diesen habe ich mit der „Dilucot-Methode“ verwendet, also den Slurry bis auf klares Wasser herunterverdünnt.


  • Botan
  • Tenjyo
  • Koma
  • Eigenslurry
  • klares Wasser, stationär
  • fließend Wasser, zum Finish mit 2 x Tape
  • geledert ausschließlich auf dem „Spanier“ (QUERCUR Cordovan)
Botan (links) und Tenjyo (rechts)
Catfish_Böker1_Botan.png
Catfish_Böker2_Tenjyo.png


Koma (links) und Eigenslurry (rechts)
Catfish_Böker3_Koma.png
Catfish_Böker4_Eigenslurry.png


klares Wasser, stationär (links) und fließend Wasser, das Endergebnis (rechts)
Catfish_Böker5_Wasser_stationär.png
Catfish_Böker6_fließendW-Endergebnis.png
Die RdT
GlaRdT120626klein.png

Na, dass nenne ich mal eine richtige Überraschung, diese Nagura-Progression hat ein Top Ergebnis gebracht. Das Messer hat ein sehr gutes Rasurverhalten, es gleitet sauber und ohne Probleme sanft und scharf durch die 2-Tages-Stöppelkes. Auch „gegen den Strich“ gibt es keinerlei Ziepen oder Stocken, meine Problemzönchen an der Kinnspitze werden mit minimalem Nacharbeiten gut gemeistert. Ein völlig reizfreie, sanfte und sehr gründliche Rasur.

Ein kleines Fazit

Trotz der weichen Matrix vom Basisstein kam ein sehr gutes Ergebnis heraus. Auch in Sachen Geschwindigkeit konnte der Catfish wieder punkten und in der Reihenfolge waren die Veränderungen an der Facette zügig und klar erkennbar. Wenn man beim Anreiben darauf achtet, mit großer Vorsicht und ohne Druck den Slurry erzeugt (das geht, dauert nur etwas…), zeigt der Catfish auch bei der Nagura-Progression dass er ein ausgezeichneter, schneller Stein mit Finisherqualität auf höchstem Niveau ist.


Zur RdT bitte hier entlang…


…immer neugierig bleiben!


Danke und Gruß
Gregor​
 
Zuletzt bearbeitet:
Es gibt neues aus dem Natursteingarten…


Versuch macht kluch
oder anders ausgedrückt
Wenn der Spieltrieb keine Ruhe findet



Nagura-Progression auf dem „Catfish“

Anhang anzeigen 213855

Als ich den Schärf-Reigen auf dem „Catfish“ eröffnet hatte, habe ich ja bei der kurzen Vorstellung des Steins zum Ausdruck gebracht, dass dieser aufgrund seiner eher weichen Matrix nicht unbedingt für eine Nagura-Progression geeignet scheint (…auch der Besitzer des Steins ist der gleichen Meinung). Bisher habe ich auf diesem jNat drei Messer geschärft und dabei ausschließlich „Eigenslurry“, angerieben mit einer 1200‘er DMT Diakarte, benutzt. Die Ergebnisse waren allesamt sehr gut und eigentlich sah ich auch meine Testreihe als beendet an. Aber ich wär nicht ich, wenn da nicht mein Spieltrieb anderer Meinung wäre und natürlich ging es dabei um eine 4. Progression, und natürlich mit den drei Nagura. Hierbei ist meine Wahl auf die erst kürzlich direkt in Japan erworbenen Botan, Tenjyo und Koma gefallen, die aufgrund der weichen Steinmatrix auch entsprechend mit sehr wenig bis null Druck angerieben wurden.

Als Messer habe ich mein Böker Elite Carbon 3.0 gewählt, welches in einem rasurfertigen Zustand war und ich somit auf das Setzen einer neuen Facette verzichtet habe.


Die Progression (1 x Tape):

Anm.: Die 3 Nagura in Reihenfolge jeweilig mit ca. 5 Sätzen ohne abschließende Verdünnung des Slurry aber logischerweise mit jeweiliger Reinigung des Catfish. Anders bei Verwendung des Eigenslurry, diesen habe ich mit der „Dilucot-Methode“ verwendet, also den Slurry bis auf klares Wasser herunterverdünnt.


  • Botan
  • Tenjyo
  • Koma
  • Eigenslurry
  • klares Wasser, stationär
  • fließend Wasser, zum Finish mit 2 x Tape
  • geledert ausschließlich auf dem „Spanier“ (QUERCUR Cordovan)
Botan (links) und Tenjyo (rechts)
Anhang anzeigen 213854 Anhang anzeigen 213856

Koma (links) und Eigenslurry (rechts)
Anhang anzeigen 213860 Anhang anzeigen 213859

klares Wasser, stationär (links) und fließend Wasser, das Endergebnis (rechts)
Anhang anzeigen 213858 Anhang anzeigen 213857
Die RdT

Na, dass nenne ich mal eine richtige Überraschung, diese Nagura-Progression hat ein Top Ergebnis gebracht. Das Messer hat ein sehr gutes Rasurverhalten, es gleitet sauber und ohne Probleme sanft und scharf durch die 2-Tages-Stöppelkes. Auch „gegen den Strich“ gibt es keinerlei Ziepen oder Stocken, meine Problemzönchen an der Kinnspitze werden mit minimalem Nacharbeiten gut gemeistert. Ein völlig reizfreie, sanfte und sehr gründliche Rasur.

Ein kleines Fazit

Trotz der weichen Matrix vom Basisstein kam ein sehr gutes Ergebnis heraus. Auch in Sachen Geschwindigkeit konnte der Catfish wieder punkten und in der Reihenfolge waren die Veränderungen an der Facette zügig und klar erkennbar. Wenn man beim Anreiben darauf achtet, mit großer Vorsicht und ohne Druck den Slurry erzeugt (das geht, dauert nur etwas…), zeigt der Catfish auch bei der Nagura-Progression dass er ein ausgezeichneter, schneller Stein mit Finisherqualität auf höchstem Niveau ist.


Zur RdT bitte hier entlang…


…immer neugierig bleiben!


Danke und Gruß
Gregor​
super bericht, danke dir vielmal.
 
IMG_5648.jpeg
IMG_5649.jpeg
IMG_5650.jpeg


na dann will ich auch mal, das kamisori ist ja gestern angekommen. @Wassermeister hatte mich überzeugen können dass es für den angeboten preis ein versuch wert ist. also gut, er hat es bestellt, ebay japan und schweiz sind definitiv keine freunde. eine facette hat mir der geschätzte kollegen gesetzt, mit der anmerkung eine mikawa shiro nagura progression sollte noch gemacht werden. dhl war so freundlich das päckli super subito zu liefern. und dann ging es los.
die progression ist eine mischung aus (wenig) erfahrung, wassermeister’s (viel) input und erfahrung plus mal gelesen was AI dazu sagt.
ein dank auch an @Sebslo dass er mir diesen Kiita verkauft hat. ich lerne ihn immer besser kennen und wir werden dicke freunde.
das ergebnis ist, eine hammer rasur, es ist super sanft und rasiert ganz hervoragend. perfekte mischung aus sanftheit und schärfe. jetzt noch ein wenig das handling angewöhnen und noch den faden vom griff wieder gescheid festmachen und dann hat der “papa” ein altes nettes kamisori.
 
Ich musste auch mal wieder schärfen, mein Gevoso und mein Dovo brauchten beide dringend eine Auffrischung!
Gestern schon kam das Gevoso an die Reihe, diese hatte es wirklich bitter nötig. 100 Wechselzüge (mit dem Rücken voran wie beim Ledern) über meinen angeriebenen Schwedenstein sollten reichen. Danach mal was neues, nämlich über die Jeanshose abgezogen (habe ich im Strang über den GBB gelesen), anschließend 100 Doppelzüge über den Lederriemen. Der HHT klappt wunderbar (freut mich sehr, dass ich das bisher nie so wirklich hinbekommen habe) und auch die Rasur gestern Abend war sehr angenehm.

Heute dann mein Dovo Caree…
An sich recht gleich gearbeitet wie beim Gevoso mit 2 kleinen Unterschieden.
1. Ich habe erstmal ein paar Doppelzüge auf einen 6K Kunststein gemacht, denn ich bin mit der Klinge gegen die Wachbeckenarmatur gekommen. Man sah und fühlte keine Verformungen oder Ausbrüche, aber die Lichtreflexion an der Schneide war leicht gestört, was ich erstmal egalisieren wollte.
2. ich trug keine Jeans, darum habe ich das Messer nach den Steinen einfach mal auf der recht weichen Stoffhose abgezogen.

Das Resultat: der HHT funktioniert nicht gut, sondern nur ab und zu mal. Aber zählen wird unterm Strich die Rasur, also einfach mal abwarten was das Messer jetzt kann. ;)
 
Es gibt neues aus dem Natursteingarten…

Kleiner Fehler - Große Wirkung
GlaBirkendahl1.png

Nach der Umarbeitung zum Gradkopf und der Aufarbeitung kommt das C. & H. Birkendahl (Flohmarktfund) zu seiner ersten Steinzeit, denn es soll natürlich wieder das machen, wozu es vor langer Zeit gefertigt wurde…rasieren.


Die Progression (1 x Tape):

  • SHAPTON Glass 1K & SHAPTON Pro 1K : setzen der Facette
  • Unbekannter Belgier
+mehrere Durchgänge nach der „Dilucot-Methode“
+Doppelschübe mit klarem Wasser (stationär)
+unter fließendem Wasser, Finish mit 2 x Tape
-geledert mit meinem SM-Riemen Nr. IV

Das größte Problem war heute nicht der unbekannte Belgier, sondern das Setzen der Facette mit den bekannten SHAPTON 1K. Einerseits habe ich einen Fehler gemacht, der mir viel zu spät aufgefallen ist, zum anderen besteht dieses Messer aus einem derart harten Stahl, dass ich das Setzen der Facette tatsächlich nach dem ersten Anlauf für 24h unterbrochen habe. Die Klinge hat eine schiefe Geometrie, das ergaben schon die ersten Schübe, ja, aber es ist eine „vernünftig“ schiefe Geometrie, d.h. der Fehler läuft schön gegenläufig. Auf der Vorderseite wird das vordere 1/4 kaum erreicht, auf der Rückseite ist es passend das hintere 1/4.

Zu Anfang bekam ich aber diese beiden „1/4“ nicht in den Griff, ich konnte machen, was ich wollte, ich bekam dort einfach keine Facette hin. Ich probierte es mit 2 x Tape, keine Auswirkung, ohne Tape wollte ich nicht (im Nachhinein gesehen, hätte ich das doch mal machen sollen), dann wieder 1 x Tape und erneuerte dieses immer und immer wieder, ohne Auswirkungen. Dann habe ich auf einen SHAPTON Pro 1K gewechselt, dieser ist aber doch eher so um eine 800‘er Körnung anzusiedeln. Auch hier die verschiedenen Variationen mit dem Tape probiert, alles ohne sichtbaren Erfolg. So langsam zweifelte ich an mir und unterbrach das Schärfen bis zum nächsten Tag. Lieber ausgeruht und etwas „abgekühlt“ frisch an das Problem, als leicht angesäuert und etwas zickig Schäden verursachen. Am Abend nahm ich das Messer erneut in die Hand und betrachtete die Klinge…da ist mir dann eine Idee gekommen…


Die Lösung des Problems

Bei der Betrachtung der Klinge fiel mir erst nichts auf, doch beim Kippeln und dem Lichteinfall einer Standleuchte erkannte ich wohl den ersten Teil des Problems, den Wall vom Hohlschliff. Hm, „warum der Wall“ fragt sich jetzt der geneigte Schärfer. Der doch ausgeprägte Wall war ja nur die Hälfte des Problems bzw. der Ursache, mein Tape war die zweite Hälfte des Problems. Ich habe mein Tape wie immer genutzt, d.h. auch mit der sonst genutzten Breite, allerdings habe ich nicht auf den Wall dieser schmalen Klinge geachtet. Das Tape war also über den ausgeprägten Wall geklebt und so wurde nicht nur der Rücken angehoben, sondern gleichzeitig auch die Wate. Die schiefe Geometrie tat ihr übriges dazu, so kam die Wate/Schneidkannte nur in den Teilbereichen auf die Steine und suggerierte anfänglich ein normales Schärfverhalten. Tja, man lernt niemals aus!! Im zweiten Anlauf habe ich dann das Tape passend zugeschnitten und siehe da, das Ganze lief schon sehr viel besser. Jetzt kam nur noch der wirklich sehr, sehr harte Stahl, der alles letztendlich verzögerte.

Der unbekannte Belgier, den ich nicht (noch) einordnen kann, ist sehr alt und sehr fein. Erst kürzlich bei KA entdeckt und für kleines Geld erworben, ist aufgrund seiner Größe nicht gerade einfach zu Händeln, aber dennoch machbar. Er hat ein sehr samtiges Abzugsverhalten, ist aber doch recht hart. Angerieben habe ich ihn mit der 1200‘er DMT-Diakarte und der erzeugte Slurry lieferte ein feines Schliffbild, welches der Stein dann mit klarem Wasser schön ins polierte brachte. Wie gesagt, zur Schicht bzw. Herkunft (Abbau) kann ich nichts sagen, ich weiß nur, dass er laut Vorbesitzer aus einem alten Sattlerbetrieb stammt.
Das Endergebnis
GlaBirkendahl2.png


Die RdT
GlaBirkendahl3.png

Der Belgier hat dem Messer zu einem formidables Rasurverhalten verholfen, scharf, gründlich und gleichermaßen sanft. Trotzdem die Klinge ja recht „bockig“ war bzw. aufgrund ihrer außergewöhnlichen Härte auch noch ist, auf der Haut entschädigt sie durch ein sanftes Verhalten. Natürlich hat dies auch mit der Bauweise des Messers zu tun, bei der geringen Breite ist die Klinge trotz Hohlschliff recht steif und kommt eher wie ein halbhohles Messer daher.


Kleines Fazit zum neuen Belgier

Alles in allem bin ich mit dem ersten Einsatz von dem Stein sehr zufrieden. Für die Zukunft heißt es aber auch bei diesem Stein, zuerst mal richtig kennenlernen, probieren und üben.

Zur Aufarbeitung bitte hier entlang…

Zur RdT bitte hier entlang…


…immer neugierig bleiben!


Danke und Gruß
Gregor​
 
Zurück
Oben