Nach der Umarbeitung zum Gradkopf und
der Aufarbeitung kommt das C. & H. Birkendahl (Flohmarktfund) zu seiner ersten Steinzeit, denn es soll natürlich wieder das machen, wozu es vor langer Zeit gefertigt wurde…rasieren.
Die Progression (1 x Tape):
- SHAPTON Glass 1K & SHAPTON Pro 1K : setzen der Facette
- Unbekannter Belgier
+mehrere Durchgänge nach der „Dilucot-Methode“
+Doppelschübe mit klarem Wasser (stationär)
+unter fließendem Wasser, Finish mit 2 x Tape
-geledert mit meinem SM-Riemen Nr. IV
Das größte Problem war heute nicht der unbekannte Belgier, sondern das Setzen der Facette mit den bekannten SHAPTON 1K. Einerseits habe ich einen Fehler gemacht, der mir viel zu spät aufgefallen ist, zum anderen besteht dieses Messer aus einem derart harten Stahl, dass ich das Setzen der Facette tatsächlich nach dem ersten Anlauf für 24h unterbrochen habe. Die Klinge hat eine schiefe Geometrie, das ergaben schon die ersten Schübe, ja, aber es ist eine „vernünftig“ schiefe Geometrie, d.h. der Fehler läuft schön gegenläufig. Auf der Vorderseite wird das vordere 1/4 kaum erreicht, auf der Rückseite ist es passend das hintere 1/4.
Zu Anfang bekam ich aber diese beiden „1/4“ nicht in den Griff, ich konnte machen, was ich wollte, ich bekam dort einfach keine Facette hin. Ich probierte es mit 2 x Tape, keine Auswirkung, ohne Tape wollte ich nicht (im Nachhinein gesehen, hätte ich das doch mal machen sollen), dann wieder 1 x Tape und erneuerte dieses immer und immer wieder, ohne Auswirkungen. Dann habe ich auf einen SHAPTON Pro 1K gewechselt, dieser ist aber doch eher so um eine 800‘er Körnung anzusiedeln. Auch hier die verschiedenen Variationen mit dem Tape probiert, alles ohne sichtbaren Erfolg. So langsam zweifelte ich an mir und unterbrach das Schärfen bis zum nächsten Tag. Lieber ausgeruht und etwas „abgekühlt“ frisch an das Problem, als leicht angesäuert und etwas zickig Schäden verursachen. Am Abend nahm ich das Messer erneut in die Hand und betrachtete die Klinge…da ist mir dann eine Idee gekommen…
Die Lösung des Problems
Bei der Betrachtung der Klinge fiel mir erst nichts auf, doch beim Kippeln und dem Lichteinfall einer Standleuchte erkannte ich wohl den ersten Teil des Problems, den Wall vom Hohlschliff. Hm, „warum der Wall“ fragt sich jetzt der geneigte Schärfer. Der doch ausgeprägte Wall war ja nur die Hälfte des Problems bzw. der Ursache, mein Tape war die zweite Hälfte des Problems. Ich habe mein Tape wie immer genutzt, d.h. auch mit der sonst genutzten Breite, allerdings habe ich nicht auf den Wall dieser schmalen Klinge geachtet. Das Tape war also über den ausgeprägten Wall geklebt und so wurde nicht nur der Rücken angehoben, sondern gleichzeitig auch die Wate. Die schiefe Geometrie tat ihr übriges dazu, so kam die Wate/Schneidkannte nur in den Teilbereichen auf die Steine und suggerierte anfänglich ein normales Schärfverhalten. Tja, man lernt niemals aus!! Im zweiten Anlauf habe ich dann das Tape passend zugeschnitten und siehe da, das Ganze lief schon sehr viel besser. Jetzt kam nur noch der wirklich sehr, sehr harte Stahl, der alles letztendlich verzögerte.
Der unbekannte Belgier, den ich nicht (noch) einordnen kann, ist sehr alt und sehr fein. Erst kürzlich bei KA entdeckt und für kleines Geld erworben, ist aufgrund seiner Größe nicht gerade einfach zu Händeln, aber dennoch machbar. Er hat ein sehr samtiges Abzugsverhalten, ist aber doch recht hart. Angerieben habe ich ihn mit der 1200‘er DMT-Diakarte und der erzeugte Slurry lieferte ein feines Schliffbild, welches der Stein dann mit klarem Wasser schön ins polierte brachte. Wie gesagt, zur Schicht bzw. Herkunft (Abbau) kann ich nichts sagen, ich weiß nur, dass er laut Vorbesitzer aus einem alten Sattlerbetrieb stammt.
Der Belgier hat dem Messer zu einem formidables Rasurverhalten verholfen, scharf, gründlich und gleichermaßen sanft. Trotzdem die Klinge ja recht „bockig“ war bzw. aufgrund ihrer außergewöhnlichen Härte auch noch ist, auf der Haut entschädigt sie durch ein sanftes Verhalten. Natürlich hat dies auch mit der Bauweise des Messers zu tun, bei der geringen Breite ist die Klinge trotz Hohlschliff recht steif und kommt eher wie ein halbhohles Messer daher.
Kleines Fazit zum neuen Belgier
Alles in allem bin ich mit dem ersten Einsatz von dem Stein sehr zufrieden. Für die Zukunft heißt es aber auch bei diesem Stein, zuerst mal richtig kennenlernen, probieren und üben.
Zur Aufarbeitung bitte
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Zur RdT bitte
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…immer neugierig bleiben!
Danke und Gruß
Gregor