Forum der Rasur

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Heute habe ich ein Messer geschärft...

Warum der aber nach dem Stein manchmal noch übrig bleibt, keine Ahnung

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;)
 
Es gibt neues aus dem Natursteingarten…


…ein feiner Belgier

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Den kleinen, naturverwachsenen Belgier (15x4cm) habe ich erst kürzlich erworben und heute darf er zeigen, was er kann. Der sehr feine Stein stammt aus Privatbesitz und wurde hin und wieder zum Schärfen von Schnitzmessern und Drechseleisen verwendet.


Die 1-Stone-Progression (1 x Tape):
  • „Dilucot-Methode“, angerieben mit einer (abgenutzten) 1200’er DMT-Dia-Karte
  • Wechselschübe mit klarem Wasser (stationär)
  • Wechselschübe unter fließendem Wasser (Pre-Finish)
  • Wechselschübe unter fließendem Wasser mit 2 x Tape (Finish)
  • geledert auf meinem Self-Made-Riemen IV

Heute habe ich mal so ein „Zwischending“ zwischen einem Auffrischen und einer kompletten Schärfung durchgeführt. Ein vollkommen neues Setzen einer Facette habe ich nicht bewusst durchgeführt. Das Messer war definitiv geschärft und rasurbereit, ich war also beispielsweise nicht auf einem 1K oder habe bewusst das Messer „genullt“. Da ich aber wissen wollte, was denn das Steinchen so kann, habe ich den Stein mit der DMT-Dia-Karte angerieben und dann mit der Dilucut-Methode begonnen. Dabei zeigte sich nach der ersten Kontrolle unter dem Mikro, dass der Stein sehr fein ist. Eigentlich ja durchaus positiv, bedeutet aber auch, dass das Ganze dauert. Nach gut 2 Durchgängen wurden meine spärlich vorhandenen Armhaare bei frei geführter Klinge gekappt und ich wechselte nach der Reinigung des Steins zu reinen Wechselschüben mit klarem Wasser (stationär).

Gezählt habe ich die Wechselschübe nicht und da der Stein keinerlei Rückmeldung gab, kontrollierte ich einige Male die Schneidkante unter dem Mikro. Anfänglich wurden entgegen meiner ersten Einschätzung die Spuren von der ersten Runde recht fix um einiges feiner, dann wurde es aber doch etwas langsamer. Irgendwann wurde (wie fast immer) aber meine Neugierde zu groß und es kam zu einem kurzen Zwischenledern auf der Cordovanseite meines SM-Riemen IV mit anschließendem Haartest. Letzteres funktionierte partiell, aber noch nicht wirklich zufriedenstellend. Also weiter mit den Wechselschüben, aber ab jetzt unter fließendem Wasser. Hier zeigte sich der Stein ganz klar von seiner besseren Seite. Zwar immer noch stumm wie ein Fisch, aber die Schneidkante wurde Stück für Stück poliert. Als nach neuerlichem Zwischenledern der HT über die gesamte Länge der Schneidkannte funktionierte, kam ein 2. Tape zum Einsatz und es ging zum Finish in die Endrunde. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie sich die Steine, egal ob europäisch oder jNat, unter fließendem Wasser zum Positiven verändern. Am Ende war der HT zu meiner vollen Zufriedenheit und ein abschließendes Ledern auf meinem SM-Riemen IV beendete das heutige Schärfen.
Während der Dilocut-Methode mit Skurry
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Stationär mit klarem Wasser
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Nach dem Pre-Finish unter fließendem Wasser
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Das Endergebnis
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Die RdT:

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Das Messer zeigt ein gutes, gründliches Rasurverhalten. Obwohl es einen kleinen Tick an der Endschärfe mangelt, bin ich dennoch sehr zufrieden, lediglich bei meiner Problemzone, der Kinnkannte vorn, musste ich ein wenig mehr nacharbeiten. Eine Ursachenforschung ist nach einer ersten Rasur natürlich schwierig, da spielen zu viele Faktoren eine mögliche Rolle. Wie immer gilt es jetzt erst einmal, den Stein genauer kennenzulernen um das gesamte Potenzial zu erkennen und um die gewonnenen Erfahrungen umzusetzen.

Zur RdT bitte hier entlang…


…immer neugierig bleiben!

Danke & Gruß
Gregor​
 
Zuletzt bearbeitet:
Heute habe ich mir vor dem wöchentlichen Messerwechsel, das Koraat Snowdragon etwas aufgefrischt. Es hat gerade Mal gute 80 Rasuren mit der orig. Auslieferungsschärfe hinter sich. Trotzdem hat ich nicht mehr die Sanftheit, die ich an ihm so mag. Nach einem Blick durch die USB Lupe bin ich aber zur Erkenntnis gekommen, daß es nicht mal den Schiefer von Ulrik braucht, sondern nur das Pastenbrett. Nach dem Baumwoll- und Lederbrett, fielen die Armhaare in 5mm Entfernung zur Haut. Passt!
Ich vermute, ich bin von der Rasiermesserschärfe anspruchsvoller geworden. Bisher habe ich erst nach 100-110 Rasuren aufgefrischt. Da hat es allerdings den Stein gebraucht. Fazit: Lieber etwas früher und den Arbeitsgang mit dem Schiefer gespart.

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Letztens wollte ich mein Wacker Allround mal etwas auffrischen, leider hat das aber nicht so ganz geklappt. Der Vorbesitzer (hier aus dem Forum) nutzt wohl ein anderes Tape, sodass ich die Schneide des Messers nicht erreicht habe. Also macht es wohl Sinn direkt einmal einen kompletten Schärfdurchlauf zu machen.
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Den Messerrücken mit Tape abgeklebt geht es auf meinen Kombistein. 25 Doppelzüge auf der 1000-Seite gefolgt von 50 Doppelzügen auf der 6000-Seite.
Man braucht den Stein nicht groß anreiben, er lag aber vorher für ca. 15 Minuten im Wasserbad und wurde auch unmittelbar vor den Zügen einmal gut gewässert.
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Den Schwedenstein reibe ich aber an, bis ein schöner Schleifschlamm entsteht. An dieser Stelle kommt nochmal eine zweite Lage Tape auf den Messerrücken und nun folgen 50 Doppelzüge. Bis jetzt waren alle Züge mit der Schneide voran. Der Schwedenstein wird nochmal neu gewässert, angerieben und es gibt nochmal 50 Doppelzüge, diesmal aber mit den Rücken voran!
Anschließend auf der Jeans am Oberschenkel nochmal 25 Doppelzüge gefolgt von 100 Doppelzüge auf meinen Hängeriemen (der den Spannriemen bei mir komplett abgelöst hat).
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Jetzt besteht diese Schönheit an jeder Stelle der Klinge den Haartest und ich freue mich auf den nächsten Einsatz des Messers. :)
 
Meine Herren - Ich habe ein neues Kamisori erstanden direkt aus Japan. Also wird heute 100% japanisch geschärft.

Das Setup:
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Plan ist es, zuerst auf der 1200er Atoma Facette anständig setzen bis Armhaare geschnitten werden. Dann auf dem grünen Nakayama Asagi mit passendem Tomo die Schneide zu verfeinern und dann den Endschliff mit dem Hatahoshi Nagura auf meinem Nakayama Kiita zu machen.

Begonnen wurde auf der Atoma mit Kreisbewegungen, selbstverständlich wie immer nach Gefühl. Danach Wechselschübe. Das Procedere hat ca 20 Minuten gedauert.

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Wie geplant ging es mit ordentlich Slurry auf den Grünen Asagi, ebenfalls erst Kreisbewegungen, dann Wechselschübe.
Die Slurry war echt schnell metallisch-grau. Er hat einen super Abtrag das Steinchen.
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Danach wurde kurz auf meinem Leinenriemen abgezogen um letzte Rückstände zu entfernen. Und dann ging es auf den Kiita.

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Auch hier hat sich die Slurry schnell verfärbt, sodass ich nochmal neu angerieben habe.
Hier hab ich nur noch in Wechselschüben gearbeitet. Gleich wird geledert, natürlich auf einem Japanischen Kanayama und dann schauen wir mal, was das Gesicht dazu sagt

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Anhänge

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…es gibt neues aus dem Natursteingarten, eine (rein) japanische Progression auf dem

NAKAYAMA KIITA

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Als ich das Messer zuletzt am 21.07.26 im Einsatz hatte, war das Rasurergebnis am Ende ja voll in Ordnung, allerdings fiel mir auf, dass es hier und da doch schon etwas mehr Nacharbeit erforderte, um letztendlich auch zufrieden zu sein. Bei der Überlegung, welcher Stein und somit welches Finish zur Anwendung kommen wird, habe ich mich für eine rein japanische Progression auf meinem (neuen) NAKAYAMA KIITA entschieden. Dieser wirklich harte Japaner sollte zuerst mit den Nagura und dann solo dem „besonderen“ Stahl des FRIODUR vollends gerecht werden.


Die Progression (1 × Tape):

  • Botan
  • Tenjyo
  • Koma
  • KIITA nur mit Wasser (stationär)
  • KIITA unter fließendem Wasser, Pre-Finish mit 1 × Tape
  • KIITA unter fließendem Wasser, Finish mit 2 × Tape
  • geledert auf meinem SM-Riemen IV


Das Messer war zwar vor der Progression in einem rasurbereiten Zustand, dennoch habe ich auf ein reines Auffrischen verzichtet. Dies war bzw. ist auch dem Kennenlernen des KIITA geschuldet. Bei den Nagura BOTAN & TENJYO habe ich „nur“ jeweils einen Durchgang nach der „Dilucot-Methode“ angewendet, beim Nagura KOMA waren es 2 Durchgänge, allerdings habe ich hier am jeweiligen Anfang mit sehr dünnem Slurry begonnen. Zwischen diesen beiden Durchgängen kam für 2 Sätze mein SM-Riemen IV (Cordovan) zum Einsatz und ein erster HT war bereits partiell von Erfolg gekrönt. Es folgten einige Sätze Wechselschübe stationär mit klarem Wasser, bis die Schliffspuren vom KOMA weitestgehend egalisiert waren. Zum Pre-Finish ging es mit dem Stein & Messer und 1 × Tape nun unter fließendes Wasser und bereits nach gut 3–4 Sätzen signalisierte ein feiner Widerstand, dass es evtl. schon soweit ist, ein 2. Tape aufzubringen und zum Finish zu kommen. Eine kurze Kontrolle unter dem Mikro zeigte bereits eine beginnende Politur der Schneidkante, also ein 2. Tape aufgebracht und zurück unter das fließende Wasser. Auch hier reichten gut 3 Sätze Wechselschübe aus, bis der Stein mir durch eine doch deutlich zu merkende Rückmeldung in Form eines spürbar höheren Widerstandes signalisierte … is‘ feddisch. Final kam das Ledern auf meinem SM-Riemen IV und ein letzter, sehr guter HT beendete die heutige Progression.
Das Endergebnis
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Die RdT

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Das Messer zeigt ein sehr sanftes und gleichsam gründliches Rasurverhalten, ob mit oder auch gegen den Strich gibt es keinerlei Hautreizungen. Die Stöppelkes werden ohne jegliches „Tugging“ gründlich und sehr effizient abgeräumt. Ich bin sehr geneigt, zu behaupten, dass sich hier Stahl und Stein gesucht und gefunden haben. Sobald nötig, werden auch meine anderen FRIODUR zu ihrer Japanisch-Stunde kommen.

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Danke und Gruß
Gregor​
 
Hi zusammen,

Nach nun ein paar Monaten der grossflächigen Gesichtsrasur wollte ich meine Hauptmesser mal wieder auffrischen. Auch weil sie davor schon einige Zeit ohne Touch ups unterwegs waren.
Geplant hatte ich ab Chosera 3k, aber der war garnicht nötig.

Folgende Progression durften die 3 Wade & Butcher durchlaufen (ein Derbes, ein Celebrated und mein Daily):

Naniwa Chosera 5k
Naniwa Superstone 10k
Finish auf entweder Thüringer oder Charnley Forrest
Russischer Pferde Riemen
Kanayama 50k
Kintaka 9k

Beim schärfen hab ich dieses Mal öfter die Seiten gewechselt und deutlich häufiger die Steine zwischendurch gespült. Maximal 10 Wischer pro seit und dann ab 10 Schüben wechselseitig runter auf 1. Dann 10 wechselschübe. Je feiner die Steine wurden umso mehr Schübe gabs.
Bei den Riemen 50x auf dem Russen, 100x auf dem Kanayama und 50x auf dem Kintaka.

Beeindruckt hat mich mal wieder der Chosera 5k. Schnell, fein, fertig. Mit dem Superstone 10k eine wirklich gut funktionierende Kombination zur Vorbereitung auf die Naturfinisher.
Beim nächsten Mal werde ich versuchen beide Naniwas gegen den Matukusuyama 6k zu tauschen und danach direkt auf einen finisher gehen. Hat schonmal ganz gut geklappt, aber da ist glaube ich noch Luft nach oben.

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@Rotznase stimmt, für Japaner in der Küche mag ich ihn auch. Aber aufgrund des divenhaften Verhaltens ist er als Touch up raus und nur noch am Ende von mehrsteinprogressionen oder für Rasiermesser im Einsatz. Als Touch up für Küchenmesser hat ihn der JNS 6k abgelöst. Vlt nicht ganz so fein, aber mit etwas mehr Biss.
 
4 Küchenmesser und 1 Rasiermesser
Das sieht sehr spannend aus! goodjob!

Kannst Du bitte irgendwann einmal die Schleifhilfe für die Küchenmesser genauer vorstellen? Ich behaupte mal, dass da nicht nur ich an Details interessiert bin.

Allerdings weiß ich mit Sicherheit schon jetzt jemanden, der da eher flüchtet, als Interesse zu zeigen: Mein Sparschwein…:uhoh

Danke schon mal im Voraus !
Gruß
Gregor
 
Das sieht sehr spannend aus! goodjob!

Kannst Du bitte irgendwann einmal die Schleifhilfe für die Küchenmesser genauer vorstellen? Ich behaupte mal, dass da nicht nur ich an Details interessiert bin.

Allerdings weiß ich mit Sicherheit schon jetzt jemanden, der da eher flüchtet, als Interesse zu zeigen: Mein Sparschwein…:uhoh

Danke schon mal im Voraus !
Gruß
Gregor
Der Hersteller hat mittlerweile eine Website, ich habe noch direkt bei ihm gekauft. Im Messerforum.
Ich finde das Teil mega. Winkelgeführt und man kann seine eigenen Steine verwenden. Nicht irgendwelche vorgesetzten Systeme.
keenemati.de
Im Messerforum findest du dazu einige Infos.
 

Es gibt Neues aus dem Natursteingarten …

„Eine belgische Geduldsprobe“

oder auch

„Schärfen auf einer Fensterbank“


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Nachdem der Schwerpunkt der letzten 14 Tage eher in der Fahrradwerkstatt als in meinem Natursteingarten zu finden war, bin ich nun froh, dass die Räder endlich vernünftig rollen und ich mich endlich wieder den lieben Steinchen widmen kann. Bei der letzten Progression war ja alles (außer das Messer) aus Japan und ich dachte mir, es wird wieder einmal Zeit, sich mit einem der Belgier zu beschäftigen, die ich noch nicht genutzt habe. Die Wahl fiel auf einen ungleichmäßig geschnittenen, naturverwachsenen Belgier, der wohl aus einer ehemaligen Tischlerei kommt. Rein optisch und haptisch ein sehr feiner, aber scheinbar auch sehr harter Stein, der aber in einem Teilbereich schon sehr dünn geworden ist. Hier hat es den Eindruck, als ob dort schon das Trägermaterial „durchscheint“.

Diesmal ist eine klassische, also vollumfängliche 1-Stone-Progression geplant, inkl. dem Setzen der Facette. Als Messer habe ich mein Gallito in 5/8 gewählt, eines der ersten Messer, mit dem ich angefangen habe.


Die Progression (1 × Tape):
  • GBB angerieben mit einem GBB-Anreiber, 2 kompl. Durchgänge nach der „Dilucot-Methode“
  • GBB mit klarem Wasser, stationär
  • GBB unter fließendem Wasser, zum Finish dann mit 2 × Tape
  • Zwischen- und finales Ledern mit dem QUERCUR Shell Cordovan

Nachdem ich mich dazu entschieden hatte, auch die Facette neu zu setzen, war der erste Schritt das „Nullen“ der Schneidkante durch ein geschmeidiges, langsames Ziehen selbiger über eine Kante der Trägerschicht vom Belgier, anschließend eine Lage Tape drauf und es konnte losgehen. Doch vorher noch ein unbedarfter Blick auf die Uhr, es war 15.25 Uhr.

Um geeigneten Slurry für‘s Grobe zu erhalten, nutzte ich heute mal nicht meine sonst bevorzugte 1200er DMT-Diakarte, sondern einen natürlichen Anreiber, ebenfalls ein GBB. Nach den ersten Wechselschüben habe ich mir das Messer unterm Mikro angesehen und das Schliffbild entsprach meinen Erwartungen, also ging es mit der „Dilucot-Methode“ weiter nach Plan. Auf den ersten Durchgang folgte ein gleicher, zweiter Durchgang, der mit einem Zwischenledern und einem ersten HT abschloss. Allerdings funktionierte der HT nicht wie erwartet, dieser war nur partiell am Ende der Klinge erfolgreich. Der prüfende Blick durch das Mikro zeigte zwar ein gröberes Schliffbild, aber für diese Vorgehensweise ein durchaus normales Schliffbild. Nun, gut oder eher nicht gut? Es ging nach der Reinigung des Steines & der Klinge mit klarem Wasser weiter.
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Wie sagte da schon Mr. Miyagi: vor und zurück, vor und zurück, vor und zurück …

Nach den ersten Sätzen zeigten Wechselschübe und immer wieder der Blick durchs Mikro schnell, dass hier ganz und gar nix schnell ist. Ich habe nicht gezählt, aber nicht nur gefühlt dauerte es ewig, bis sich das Schliffbild in Richtung feiner veränderte. Ein kurzer, verstohlener Blick auf den Zeitmesser bestätigte unmissverständlich mein Gefühl, dass es heute wohl länger dauern wird. Immer wieder zwischendurch eine Kontrolle und ein HT, der sich nur mäßig erfolgreich zeigte. Irgendwann sagte ich mir, warum nicht endlich unter fließendes Wasser? Vielleicht zeigt die „Fensterbank“ da endlich ihr tief im Inneren schlummerndes Potenzial. Also los, trau dich … Neues Tape, neues Glück.​

Gallito_C.png

Unter fließendem Wasser hatte ich schon ein besseres Gefühl, die Wechselschübe liefen deutlich geschmeidiger, dennoch konnte auch diese Variante dem Belgier keine Geheimnisse oder schlummernden Talente entlocken. Das Schliffbild änderte sich zwar in Richtung „feiner“, dennoch fast unmerklich. Irgendwann muss es aber auch gut sein, irgendwann muss man sich mit dem Gedanken abfinden, dass dieser Stein nicht für Rasiermesser geeignet ist. Dieser Punkt war dann auch erreicht. Ich schloss die Progression dann aber doch mit einem 2. Tape auf dem Stein ab und es folgte ein schier endloses Ledern auf dem Spanier. Am Ende funktionierte zumindest der HT einigermaßen, ein sehr kurz gefasstes Haar wurde zumindest über 3/4 der Klinge geteilt. Nicht mehr geteilt war dann letztendlich meine Meinung, die sagte nach grob 2 Stunden … nu‘ ist es genug.
Angerieben GBB (Slurry)
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Fließend Wasser
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Das Endergebnis
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Ach ja…die Uhr zeigt jetzt 17.35h


Die RdT:

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Das frisch geschärfte Messer kam dann auch an die üblichen 2-Tage-Stöppelkes und bereits die ersten Züge zeigten, dass der Begriff „geschärft“ in diesem Fall etwas differenzierter gesehen werden muss. Das Messer ist (wie leider erwartet) zwar rasurbereit, es fehlt aber deutlich an Schärfe und somit Gründlichkeit. Man kann sich mit dem Messer rasieren, ja, aaaber mit Abstrichen. Nur mit kurzen Zügen geführt und zwingend darauf achtend, nicht zu oft über die gleichen Bereiche zu gehen, wird es am Ende schon glatt, aber halt nicht gründlich. Vor allem gegen den Strich habe ich letztendlich mit dem bereitstehenden VECTOR nachgeholfen. Wie heißt es bei der Beurteilung neuer Steine und/oder Progressionen immer so schön: Nur die Rasur zählt …


Kleines Fazit:

Ich muss leider sagen, dieser Stein ist nicht wirklich für Rasiermesser geeignet. Ein sehr feiner, schöner Stein mit sehr schöner Haptik, ja, aber ich sehe ihn eher im Bereich von Hobelklingen und/oder Stechbeiteln. Das tut der Freude über diesen Stein aber keinerlei Abbruch, denn er funktioniert ja, nur halt nicht mit Rasiermessern.


Zur RdT bitte hier entlang…



… Immer neugierig bleiben!

Danke und Gruß
Gregor​
 
Ich stelle mir gerade vor, was passieren könnte, wenn da so ein richtig guter Stein „schlummert“, das könnte
leicht zu unkontrollierten Grabräubereien zur Materialbeschaffung führen. :uhoh
Ich behaupte ja immer, dass es mit Sicherheit noch sehr viele gute Schärfsteine gibt, nur sind diese unbekannt.
Hat ja nie einer systematisch gesucht und getestet.
Wir kennen nur die die vermarktet wurden, aber alleine die Anzahl der Steine die auf Seiten wie denen von @Doorsch genannt werden bestätigen dies.

Der genannte Stein wurde mir von einem der vielen inzwischen nicht mehr aktiven Mitgliedern zugeschickt.
Es ist eine alte Grabumrandung oder ein alter Grabstein (so genau habe ich das nicht mehr im Kopf), und wurde auch von dem Mitglied getestet,
Aufgrund meines "Teststaus" habe ich selbst ihn bisher nicht getestet
 
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