Forum der Rasur

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Heute habe ich ein Messer geschärft...

Da ich zuletzt immer wieder mit Mikroausbrüchen zu kämpfen hatte, habe ich vorhin ein schönes Messerchen mal anders geschärft. Das Messer ist ein 5/8 Wester Bros Messer:

Anhang anzeigen 199279

Das Equipment zum Schärfen waren:

Naniwa Advanced 1K, 5K und 10K
Lederriemen mit schwarzer Paste
Escher mit 5Zoll Länge
Lederriemen ohne alles

Auf den Naniwas habe ich durchgehend mit dem Rücken voran geschärft. Auf dem 1K waren das bestimmt 300 DZ, da erst danach die Klinge so weit war die Unterarmhaare zu schneiden. Anschließend 100 DZ je auf dem 5K und dem 10K.

Anschließend 30 DZ auf dem Pastenriemen, um den Grat zu entfernen, der unweigerlich entsteht, wenn mit dem Rücken voran geschärft wird.

Danach 100 DZ auf dem Escher, dieses Mal aber Schneide voran. Für jeden Stein habe ich den Rücken neu abgeklebt.

Zum Schluss 100 DZ auf dem Leder ohne alles.

Der Haartest ist schon super. Ich freue mich auf die Rasur morgen früh. Irgendeinen Grund muss es ja geben, wenn man früh morgens aus dem Bett gehen muss...
Die Rasur vorhin war einer meiner besten überhaupt. Das Messer ist sehr scharf, aber dennoch sanft. Nichts kratzt, das Messer gleitet einfach so durch den Bart, auch im Bereich der Oberlippe. Vorteile beider Welten, Paste und Thüringer :party1
 
einer meiner besten
Dann hat ja alles super Wunderbar geklappt bei deinem letzten Geschiebe auf den Steinen :) ;)
Man muss für sich den Weg finden. :)
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KarasuKanayama.jpg

Nicht das es Nötig gewesen wäre, aber hab das Manaslu M-100 (Vorheriges Finish Nakayama Mizu Asagi) nach 5 Rasuren :D auf dem Karasu aufgefrischt.
Mit 0,1mm Tape und Botan erstmal "ordentlich" Material abgetragen, ruhig auch etwas mit mehr Druck. Nachdem ganze Wate durchgehend Matt aussah auf Leinen 25X abgezogen und abgeklebt. Dann Mejiro Auch hier wieder etwas Halfstrokes, verdünnen und Wechselschübe. Gegen Schluss noch 5x mit Rücken Voran.
Als Abschluss Ozuku Tomo und weiter verdünnt mit Wasser-Spüli Gemisch.

Abgespült mit Klarem Wasser, mit einem neuen Sauberen Zewa alle möglichen Partikel und Stäube abgewischt und auf dem neuen Riemen Kanayama 80.000 50x DZ abgeledert
 
Dann hat ja alles super Wunderbar geklappt bei deinem letzten Geschiebe auf den Steinen :) ;)
Was ich nicht erwähnt habe ist, dass ich dieses Mal bei allein Steinen das Messer nur mit einer Hand geführt habe. Vor allen beim Thüringer war das wohl ein entscheidender Faktor, weil ich so mit minimalem Druck arbeiten konnte. Daher auch der 5 Zoll Escher, nicht der mit 10 Zoll. Bei dem hätte ich hinterher einen Krampf im Arm bekommen :)

Danke für den Impuls dafür!
 
Was ich nicht erwähnt habe ist, dass ich dieses Mal bei allein Steinen das Messer nur mit einer Hand geführt habe. Vor allen beim Thüringer war das wohl ein entscheidender Faktor, weil ich so mit minimalem Druck arbeiten konnte. Daher auch der 5 Zoll Escher, nicht der mit 10 Zoll. Bei dem hätte ich hinterher einen Krampf im Arm bekommen :)

Danke für den Impuls dafür!
Mach ich auch immer so. Ich glaube man tendiert dazu, wenn man 2 Hände benutzt, gerne mal zu viel Druck auszuüben. Ich glaube bei vollholen RM biegt sich dann die Spitzte vom Stein weg, sodass sie keinen Kontakt mehr zum Stein hat (Am Übergang von der Facette zum Rest der Klinge entsteht ja quasi ein Hebel/Kipppunkt).
Man muss sich nur die Dimensionen vor Auge führen. Wie groß ist die Auflagefläche der Facette und der Eigentlichen Spitze und wie breit ist das Messer im Verhältnis. Bei einem 8/8" und einer Facettenbreite von 0,1 mm sind das 1:250. Wenn die Spitze nur, sagen wir mal 20 µm hat sogar 1:1250
Das ist riesig und es bedarf nicht viel Kraft, die Schneide vom Stein abzuheben.
 
Mach ich auch immer so. Ich glaube man tendiert dazu, wenn man 2 Hände benutzt, gerne mal zu viel Druck auszuüben. Ich glaube bei vollholen RM biegt sich dann die Spitzte vom Stein weg, sodass sie keinen Kontakt mehr zum Stein hat (Am Übergang von der Facette zum Rest der Klinge entsteht ja quasi ein Hebel/Kipppunkt).
Man muss sich nur die Dimensionen vor Auge führen. Wie groß ist die Auflagefläche der Facette und der Eigentlichen Spitze und wie breit ist das Messer im Verhältnis. Bei einem 8/8" und einer Facettenbreite von 0,1 mm sind das 1:250. Wenn die Spitze nur, sagen wir mal 20 µm hat sogar 1:1250
Das ist riesig und es bedarf nicht viel Kraft, die Schneide vom Stein abzuheben.
Und die Auflagefläche wird noch deutlich kleiner, wenn eine zweite Lage Tape auf dem Finisher hinzukommt. Auch bei einem langsamen Stein sollten dementsprechend wenige Schübe eigentlich immer reichen.
 
Und die Auflagefläche wird noch deutlich kleiner, wenn eine zweite Lage Tape auf dem Finisher hinzukommt. Auch bei einem langsamen Stein sollten dementsprechend wenige Schübe eigentlich immer reichen.
Kommt immer drauf an, wie gut der jeweilig Stein "zubeißt" manche sind halt langsamer als andere. So ein Trans Ark zum Beispiel "greift/beißt" (zerspanendes Bearbeiten) ja gar nicht mehr in den Stahl, der verschiebt (burnishing) nur den Stahl zur Spitze. Das dauert dann halt länger, als bei einem Thüri.
Aber mit 30-50 DZ sollte man auf der sicheren Seite sein und sooo lange dauern die ja auch nicht.
Und manchmal kommt man in einen meditativen Zustand und macht mehr, einfach weil man es genießt :lol
 
Heute hab ich ein Rasiermesser...
Screenshot_20260116-101541.png


Kamisori geschärft. Premiere. Nach dem man keine klare Anleitung findet, jedes Video bei YT war anders, die einen sagen mehr auf der Ura Seite schärfen, andere machen beide gleich , andere schärfen mehr auf der Omote Seite...
KI sagte mehr auf der Omote Seite, also hab ich erstmal das Versucht.

Tenjo milchig auf dem Nakayama Kiita angerieben und ca 20-25 Schübe auf der Omote und 10-15 auf der Ura Seite. Dann verdünnt und weiter in diesem Verhältnis.

Dann mit Mejiro ebenso verfahren und zum Schluss nur mit Wasser ebenfalls in diesem Verhältnis.

Danach geledert - die Rasur war sanft aber noch nicht ganz so scharf wie es sein sollte. Über Tipps wäre ich dankbar.
 
Heute hab ich ein Rasiermesser...Anhang anzeigen 200217

Kamisori geschärft. Premiere. Nach dem man keine klare Anleitung findet, jedes Video bei YT war anders, die einen sagen mehr auf der Ura Seite schärfen, andere machen beide gleich , andere schärfen mehr auf der Omote Seite...
KI sagte mehr auf der Omote Seite, also hab ich erstmal das Versucht.

Tenjo milchig auf dem Nakayama Kiita angerieben und ca 20-25 Schübe auf der Omote und 10-15 auf der Ura Seite. Dann verdünnt und weiter in diesem Verhältnis.

Dann mit Mejiro ebenso verfahren und zum Schluss nur mit Wasser ebenfalls in diesem Verhältnis.

Danach geledert - die Rasur war sanft aber noch nicht ganz so scharf wie es sein sollte. Über Tipps wäre ich dankbar.
Ich kenn das auch so, dass man mehr auf der Omote-Seite bleibt. ich glaube Verhältnis 3:1.
Vielleicht warst du auch noch gar nicht vollständig durch? In welchem Zustand war das denn vorher? Ggf. die Facette erst auf einem Synthetik Stein neu machen und dann auf JNat Progression wechseln.
Oder einfach klassisch 1:1 wie bei einem normalen westlichem RM schärfen.
 
In welchem Zustand war das denn vorher
Gruß dich und erstmal Danke. Also als es kam wars rasurscharf, aber wollte es erstmal über den Kiita schieben dass ich meine gewohnte Sanftheit habe. Die Videos haben mehr verwirrt als geholfen. Hab extra nach traditionellen Methoden gesucht
Kann natürlich sein dass ich wirklich noch nicht durch war. Hab jetzt auch keinen Tomo zum Schluss vor reinem Wasser benutzt wiebich es sonst immer mache. Das Gesicht ist glatt, aber musste schon mehr schieben als gewohnt, da fehlt definitiv noch etwas Schärfe und dadurch hat das AS auch gebrannt

Rasiermesser Schärf ich blind mit meinem Setup, aber von Kamisoris hab ich keinerlei Ahnung ^^
 
Gruß dich und erstmal Danke. Also als es kam wars rasurscharf, aber wollte es erstmal über den Kiita schieben dass ich meine gewohnte Sanftheit habe. Die Videos haben mehr verwirrt als geholfen. Hab extra nach traditionellen Methoden gesucht
Kann natürlich sein dass ich wirklich noch nicht durch war. Hab jetzt auch keinen Tomo zum Schluss vor reinem Wasser benutzt wiebich es sonst immer mache. Das Gesicht ist glatt, aber musste schon mehr schieben als gewohnt, da fehlt definitiv noch etwas Schärfe und dadurch hat das AS auch gebrannt

Rasiermesser Schärf ich blind mit meinem Setup, aber von Kamisoris hab ich keinerlei Ahnung ^^
Ich hab leider auch nicht so viel Plan von den Dingern. Hab auch nur eins und aus Unwissenheit hab ich bei dem beim ersten Schärfen die Hohlung auf der Omote Seite rausgeschliffen :eek: :lol
Strukturell sind die ja vergleichbar mit Kataba-Messern. Die Ura Seite ist ja auch leicht gehohlt, sodass man auch dort plan aufliegend schärft.
Aber ich denke, wenn die Schneide durchgeschärft ist, dürft es auch kein Beinbruch sein, das 1:1 abzuziehen. Am Ende ist es auch nur ein Rasiermesser.
 
Danke dir schon ma, dann wars ja doch nicht so falsch was ich gemacht hab. Das Tosuke ist ja ca 100 Jahre alt und man sieht (jedenfalls denke ich dass) das die Ura Seite im Laufe der Zeit mehr geschärft wurde. Ich Versuch es morgen einfach nochmal diesmal mit gewohnter Progression aber mit dem Verhältnis 3:1. Aber mir war eh klar dass das Erste schärfen nicht perfekt wird, war es ja auch beim ersten RM nicht damals.
 
Hab leider auch Steine die das machen, allerdings reagieren die Messer unterschiedlich darauf. Hat schonmal jemand Soda zum Slurry gegeben und das zu verhindern?
 
Es gibt neues aus dem Natursteingarten…


Was sagt man, wenn man z.B. über etwas sehr erstaunt ist oder gerade etwas endlich doch geschafft hat? Ganz einfach…


…“alter SCHWEDE“


Vor kurzem hat mich ein kleines, feines Steinchen erreicht, das schon geraume Zeit auf einem meiner (nicht wenigen) Wunschzettelken stand, ein sogenannter „Schwedenstein“. So wurde er angeboten und nach meinen Recherchen und Vergleichen mit den mir zur Verfügung stehenden Quellen sehe ich das auch so. Entgegen den verschiedenen anderen originalen Thüringer Schärfsteinen, welche in den verschiedenen Foren speziell, im Netz allgemein beschrieben wurden und werden, ist das Thema „Schwedenstein(e)“ in seinen Umfängen und Beiträgen eher als sehr allgemein und wohl auch als spärlich zu bezeichnen. Da gibt es z. B. Aussagen zum Vergleich von „Schwedensteinen“ zu orig. Thüringer Schärfsteinen, die Selbige von weicher bis härter, von dunkler bis heller und letztendlich von feiner bis gröber bezeichnen. Die Aussagen und Indizien zur exakten Bestimmung sind also meiner bescheidenen Meinung nach eher einem „…vermutlich …“ zuzuordnen denn einem „…mit Sicherheit …“. Mag sein, dass es sich letztendlich doch um ein anderes Steinchen handelt, ist mir in der Endkonsequenz aber auch relativ egal. Kommen wir aber lieber zum eigentlichen Thema … das Schärfen auf dem „Schweden“ …​

550x413.png


WICHTIGER HINWEIS(E) VORWEG:​

Geschärft wurde ein bereits genutztes BÖKER Elite Carbon 3.0 und ein neues, bislang ungenutztes Ralf Aust. Im Nachfolgenden beschreibe ich aber im Wesentlichen „nur“ die Progression mit dem BÖKER, da sich bis auf Kleinigkeiten beide Progressionen letztendlich kaum bis gar nicht unterschieden haben. Fotografisch dokumentiert habe ich nur die Schliffbilder vom RALF AUST, selbige unterscheiden sich aber nicht oder nur unwesentlich vom BÖKER, daher „nur“ ein Satz Bilder.

Anfangs war eine erste, einfache Progression in Form einer Auffrischung und eines Finishs geplant. Dazu habe ich als ersten „Delinquenten“ mein BÖKER Elite Carbon 3.0 auserkoren, da mir bei der letzten Rasur damit doch ein Abbau der Schärfe aufgefallen ist und nach kurzem Studium meiner Unterlagen stellte sich auch heraus, dass die letzte Progression mit dem Messer im März 2025 war. Vor dem Startschuss kam wie immer vor einer Progression mit Hilfe des Mikros ein Blick auf die Facette zur Kontrolle. Oje, was ich da erblickte, war nicht schön, sondern eher bräunlich…rostbräunlich, um genau zu sein. Hier war es auch wieder, das Freud & Leid des Mikroskops: Die entdeckten Fleckchen hätten wahrscheinlich bei ihrer realen Größe noch eine lange Zeit gebraucht, um ohne Mikro erkannt zu werden oder entsprechend Schaden anzurichten. Dennoch war klar, mit einer Auffrischung war es nicht getan. In einem Bereich ging so ein „Fleckerl“ bis zur Wate, da schreit mein innerer Monk bereits lauthals ALARM und drängt zu einer Problembekämpfung. Also nix mit „nur auffrischen“, die Schadstelle wird beseitigt und somit die Facette komplett neu gesetzt.​

Schwede550x550.png


Die Progression

  • 1 x Tape
  • SHAPTON Glass 1K — Facette neu setzen
  • SHAPTON Glass 4 & 8 K
  • Schwedenstein stationär, klares Wasser
  • Schwedenstein unter fließendem Wasser, final mit 2 × Tape
  • Ledern auf QUERCUR Shell Cordovan – SM-Riemen № 5 – QUERCUR Shell Cordovan

Der erste Teil mit Facettensetzen und bis zum SHAPTON-Glas 8K war unspektakulär und problemlos, interessanter wurde es danach. Die ersten Wechselschübe auf dem Schweden waren eher dem Kennenlernen geschuldet als dem Start der eigentlichen Progression. Bei den ersten Runden gab der Stein auch ein Feedback, welches ich ehrlich gesagt etwas anders erwartet hätte. Erwartet habe ich ein samtig-weiches Verhalten, einem Thüringer vergleichbar halt, stattdessen habe ich ein eher raues Verhalten, auch vom akustischen Eindruck her, einen hellen, fast als „blechernd“ zu bezeichnenden Klang vernommen … schwierig zu beschreiben. Nach gut 1–2 Sätzen mit Wechselschüben ging es dann mal zur Kontrolle unters Mikro. Ihr könnt mir glauben, wenn ich das, was ich da sah, doch als gleichermaßen erschreckend und verwirrend bezeichne. Dass die Politur vom 8K hinfällig sein wird, war mir ja klar und ist ja auch logisch, aber ich habe nicht mit einem Schliffbild gerechnet, das da eher einem 1K gleicht, denn einem Thüringer. Da kamen mir schon die ersten Gedanken: „Dieser Stein taugt nicht.“ Allerdings griff in dieser frühen Phase da sofort mein Spieltrieb ein und sagte mir: „…am Ende zählt nur die Rasur“, also ging es weiter. Es folgten gut 2 Durchgänge mit meiner bekannten Vorgehensweise „16⇅ & 3⇅“*1, ergänzt durch Korken und Zwischenledern auf dem „Spanier“. Am Ende ein erster HT … naja, letzteres funktionierte eher widerwillig.

Nach diesen Durchgängen überlegte ich, wie ich weiter vorgehen sollte, und kam zu dem Entschluss, vom stationären Einsatz her jetzt schon mit fließendem Wasser zu versuchen. Was dann bereits nach wenigen Wechselschüben passierte, kann ich mir bis jetzt nicht wirklich erklären. Das Feedback vom Stein veränderte sich sofort und unmittelbar, es wurde tatsächlich samtiger, weicher und vor allem auch vom Gefühl her um ein Vielfaches angenehmer. Ebenso wechselte auch meine Laune und ein gewisses „Na bitte, wird doch“-Grinsen überkam mich. Ein Blick unters Mikro zeigte auch bereits nach 3 Sätzen eine positive Änderung im Schliffbild. Die vorher ja als eher scharfkantig zu bezeichnenden Riefen gingen in feine, eher abflachende, rundliche über, die von einem Thüri nicht unähnlich. Was folgte, war natürlich ein HT, und siehe da … diesmal funktionierte selbiger auf ganzer Länge. Schon fast etwas übermütig entschloss ich mich, zum Finish überzugehen, also ein zweites Tape drauf und für gut 3 Sätze nochmals unter fließend Wasser. Am Ende erfolgte ein ausgiebiges Ledern im Wechsel mit dem SPANIER*2 – SM-Riemen № 5 – Spanier. Mit einem sehr guten HT als Abschluss war diese Progression, die nicht sehr erfolgversprechend begonnen hatte, doch noch zu einem vielversprechenden Ergebnis gekommen.​

Anm.: Bei der Progression mit dem RALF AUST gab es vom Ablauf her kaum bzw. nur marginale Unterschiede.


Die Bilder zeigen den Fortschritt der Progression mit RALF AUST Rasiermesser
Progression Aust_550x413.png



Die RdT‘s mit beiden Messern

RdT400x.png
RdT400x300.png


Das BÖKER (RdT vom 22.01.26):

Die ersten Züge mit dem BÖKER zeigten bereits, dass es noch nicht an die Schärfe eines Messers herankommt, das auf einem originalen Thüringer gefinisht wurde. Was aber gleich ist, war das sehr sanfte und völlig reizfreie Rasurverhalten. Nachdem ich beim 1. Durchgang (mit dem Strich) dann den Winkel des Messers flacher und die Züge etwas kürzer gestaltete, wurde auch die schon gute Gründlichkeit besser. Im 2. Durchgang (gegen den Strich) war aber dennoch erkennbar, dass es an etwas Schärfe fehlt. Die Rasur wurde nicht unangenehm, nur war merklich mehr Widerstand der Klinge zu spüren. Auch das „Zaubern“ (Ausputzen) war, bis auf meine bekannten Problemzönchen wie Kinnkante und Ober- und Unterlippenbereich (hier gegen den Strich), ohne Probleme.

Das RALF AUST (RdT vom 24.01.26):

Mit dem R.Aust lief es bereits ein wenig besser, hier sind ja beim Schärfen bereits die Erfahrungen vom BÖKER mit in die Progression eingeflossen. Beim ersten Durchgang (mit dem Strich) konnte ich durchaus einen steileren Winkel nutzen und die Gründlichkeit hat zugenommen. Auch beim 2. Durchgang (gegen den Strich) wahr die bessere Schärfe merkbar, beim BÖKER war „gegen den Strich“ ja nicht unangenehm oder gar schlecht, dennoch sind Unterschiede zum R.AUST zu erkennen, auch beim „Zaubern“, sprich beim Ausputzen war es in meinen Problemzönchen gegen den Strich deutlich angenehmer. In Gänze betrachtet, eine sanfte, gründliche Rasur ohne jegliche Reizungen.


Erkenntniss(e) & Fazit:

Zuallererst einmal hat sich bei dem Schweden wieder eins bewahrheitet…Erwartungen bei neuen & fremden Steinchen niemals zu hoch ansetzen, auch ein Stein will erst einmal kennengelernt werden, wenn es dann immer noch nicht so funktioniert, wie es soll oder wie man es sich vorgestellt hat, unbedingt dranbleiben und einen anderen als den ursprünglichen Weg gehen. Dieser Schwedenstein funktioniert gut, das steht schon mal fest, ich musste halt nur kurz über den Rand der eigenen Rasierschüssel gucken. Er kommt (noch) nicht an die Top Ergebnisse meiner Thüringer heran, das war wohl auch nicht unbedingt zu erwarten. Was er aber im Vergleich zu den Thüris aber locker schaft, ist es, ein sehr angenehmes, sanftes Rasurverhalten zu erzeugen. Ich gehe auch mal davon aus, dass die Ergebnisse nach weiterem „kennenlernen“ mit Sicherheit auch noch in Sachen „Schärfe“ um einiges besser werden.​

Ich bin fest davon überzeugt, dass solch ein Stein noch vor gar nicht allzu langer Zeit nahezu jedem Nutzer eines Rasiermessers zur vollen Zufriedenheit gereicht hätte, besonders wenn man sich das PLV vor die Stöppelkes hält…



Vielen Dank und Gruß
Gregor


__________________________________________
Schärf-Legende:

1 Satz sind immer 10 Wiederholungen (10x), egal ob Einzelschübe, Wechselschübe, Doppelzüge oder was auch immer womit wodrauf gemacht wird.
*1) Ein Durchgang „16⇅ & 3⇅“ bedeutet:
16 Schübe/Züge auf einer Seite, dann Seitenwechsel und 16 Schübe/Züge auf dieser Seite. Dann geht es alternierend jew. -2 Schübe/Züge bis runter auf die 0. Die 3 bedeutet 3 Sätze á 10 Wechselschübe/-Züge
*2) Der Spanier = QUERCUR Shell Cordovan
 
Leider gibts keine Bilder, aber heute habe ich auch mal wieder - in Ruhe! - einen Neuzugang auf die Steine gelegt.
Es waren viele, aber die Ruhe und der Spieltrieb ... ;)

Das Messer war mein neues (altes) Rococo in gut 6/8, Rundkopf und sehr guter Erhaltung, wenn man von der etwas verblassten Ätzung absieht.

Nach dem Saubermachen und einer kurzen Politur war es nicht mehr rasiertauglich (und vorher hätte ichs trotz guter Schärfe nicht verwenden wollen).

Zunächst wurde die Facette mit NSS 800 gesetzt, danach kamen 2k, 5k, 8k und 12k, und da ich vor Kurzem hier auch einen neuen Stein gekauft hatte, nämlich den Shapton GS 16k, durfte der auch noch mit dazu. Steineoverkill :D
Interessanterweise nimmt die Politur nach 8k stetig ab, und der 16k hinterlässt definitiv keine spiegelpolierte Facette, die dafür allerdings megascharf und relativ unangenehm ist. Trotzdem ein interessanter Stein, wie ich finde, der eine schöne Vorarbeit für ein Natursteinfinish macht. Das kann der 12k auch, aber wenn er denn schon da ist ;)
Fürs Facettesetzen gabs ca 30DZ, die feineren Steine bekamen je ca 20DZ.
Danach habe ich einen bisher etwas vernachlässigten Mizuasagi unbekannter Herkunft in Schmal auf Holzsockel gut angerieben, und das Messer mit ziemlich vielen Zügen bis zum klaren Wasser abgezogen. "I´ve worked the slurry" :D Insgesamt hatte ich nur für den Japaner ca eine Dreiviertelstunde verwandt, ggü. max einer Halben für die NSS. Zum Schluss bekam das Rococo noch auf dem gesäuberten Stein 15 federleichte Züge mit klarem Wasser, und 5 leichte Züge auf einem mit Autosol einschmierten, oft benutzten Baumwollriemen.

Das ist eigentlich mehr oder weniger meine Standardprozedur +/- ein wenig hier und da, aber ich finde die Schärfung heute erwähnenswert, da sie mir eine ausgesprochen geniale Rasur beschert hatte :D
 
Stichwort Shapton 16k, was man so liest. Kenne den Stein selber nicht, habe aber des öfteren vernommen er soll ein recht inhomogenes finish erzeugen. Eher was für die Holzwerkstatt als für RM.
 
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