Forum der Rasur

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Heute habe ich ein Messer geschärft...

Zumindest die China Platte hat selbst in der 1000er diese weißen Riefen bei mir hinterlassen
Das macht jede neue Diamantplatte. Die musst du erstmal einarbeiten. Danach haste dann auch keine Riefen mehr. Meine erste extra grobe DMT ist mittlerweile so fein, das ich damit finishen könnte. Dafür dauert es jetzt etwas länger. Nimm zuerst die härtesten Steine zum Abrichten und später die weicheren.

Viele Grüße Marko
 
Deine Wahl ist die qualitativ bessere Wahl.
Wobei meine Platten vom Ali zusammen ca 6€ gekostet haben, und nach der ersten Nutzung seit ca 4 Jahren sehr gut liefern. Man muss sich halt vergegenwärtigen, dass man "nur" einen platten Stein will, und ob das den Aufwand rechtfertigt muss man letztendlich selber wissen.
V.A. auch die Häufigkeit, weil man die Steine ja eigentlich nicht so oft planen muss - wenn sie denn schonmal plan sind. Und so eine Granitfliese vom Baumarkt kriegst du entweder als Reststück geschenkt weil Ausschuss, oder sie kostet um die 5€, eher weniger.

Hauptsache deine Steine werden plan! Das ist keine Raketenwissenschaft ;) Schärfen ist die eigentliche Herausforderung.
 
Es gibt neues von der Insel…


Angespornt von den guten Ergebnissen mit dem Charnley Forest (CF) konnte ich aufgrund eines recht guten Angebotes nicht wiedersehen und darf von meinen ersten Versuchen mit meinen zweiten Stein von der Insel berichten. Ich darf vorstellen, der YELLOW LAKE Ölstein…
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Eine kurze Erklärung zur Herkunft…

Diese Steine stammen aus verschiedenen Steinbrüchen aus einem Bereich in Wales, im Südwesten Englands. Obgleich ihres unterschiedlichen Erscheinungsbildes und auch ihrer unterschiedlichen Qualitäten wurde sie dennoch alle unter dem Begriff „YELLOW LAKE“ in den Handel gebracht. Man geht davon aus, dass es rein Marktwirtschaftliche Gründe waren, die den Unternehmer dazu veranlasste, denn so konnten unterschiedliche Steine aus verschiedenen Steinbrüche unter einem Namen auf den Markt gebracht werden, auch wenn sie sich qualitativ unterschieden.
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Die ersten Steine stammen aus einem Steinbruch in Llyn Melynllyn (YELLOW LAKE - daher die Namensgebung), diese Steinen gehen fast in ein Lila und unterscheiden sich von den anderen Steinen durch feine, weiße Linien, die den Stein durchziehen. Er wurde als sehr feiner Endstein angepriesen und seine Feinheit liegt bei ca. 10-12k. Unter allen Variationen ist dies wohl der begehrteste, wurde aber aufgrund kleiner Vorkommen nicht in großen Mengen abgebaut. Diese Steinen wurden meist ungelabelt und zum größten Teil ohne eine Umverpackung vertrieben.

Die anderen Steine stammen aus anderen Steinbrüchen, die sich aber auch geografisch gesehen, rund um den YELLOW LAKE befunden haben bzw. befinden. Vertrieben wurden diese Steine von Inigo Jones Slateworks und waren aber qualitativ nicht so gut, wie der erste Stein, dessen Vorkommen mittlerweile erschöpft waren. Hier sind die dunkelblauen bis lila Steine mit einer Feinheit von ca. 8-10k. Diese Steine wurden sowohl in einem gelben als auch rotem Umkarton vertrieben, vereinzelt auch ohne -Karton, aber mit aufgeklebten Label. Inigo Jones Slateworks produziert seit dem 19.Jahrhundert und verkauft bis heute Schärf- und Abziehsteine, darunter ein Alberllefenni-Schiefer-Schleifstein unter dem Namen Dragons Tongue, auf Deutsch auch unter dem Synonym „Drachenzunge“ bekannt. Allerdings haben sich über die Jahrzehnte die verschiedenen Vorkommen erschöpft bzw. die Qualität der Steine wurde nicht unbedingt besser, so haben Steine neueren Datums auch nicht mehr die Qualitäten wie um die Anfangszeit, hier geht z.B. die geschätzte durchschnittliche Feinheit auf ca. 6-8k zurück.


Die Progression(en):
Nun aber zu den zwei verschiedenen Progression, wobei die eigentliche Vorbereitung des Rasiermessers aber identisch war, lediglich bei der Verwendung des YELLOW LAKE Ölsteins gibt es Unterschiede.


- Jew. identisch: SHAPTON Glass 4 & 8k zur Auffrischung (bis ein durchgängiger HT funktioniert), dann

- Progression 1 (Mit Glycerin/Wasser-Gemisch 50/50

- Progression 2 (Mit orig. LANSKY Schärföl

- Jew. identisch: Finales Ledern mit meinem Selfmade-Riemen Nr.IV, QUERCUR Shell Cordovan & Rindleder

Das einfach getapte Messer habe ich vor dem Engländer auf dem SHAPTON Glass 4 und 8k aufgefrischt bis ein durchgängiger HT möglich war. Dann ging es auf den Engländer, bei der 1. Progression mit einem Glycerin/Wassergemisch (50/50). Bereits die ersten Wechselschübe zeigten, dass wohl eher nicht mit einer Rückmeldung vom Stein zu rechnen ist, der Abzug als solches war sehr angenehm, ein sehr „weiches“, ruhiges, nahezu lautloses gleiten ohne Rückmeldung. Nach gut 5 Sätzen X-förmiger Wechselschübe ging es dann zur ersten Kontrolle unters Mikro und ich muss zugeben, ich war schon gleichermaßen a bisserl überrascht und etwas enttäuscht. Ich hatte da mit einem sehr viel feinerem Schliffbild gerechnet, stattdessen zeigten sich sehr viele, eher schon gröbere Riefen. Was sich hier aber noch mindestens genauso zeigt, war der Nachteil des Schleifmediums, trotz vorsichtiger Reinigung der Facette vor dem Mikro, war hier die Facette noch deutlichst durch feinste Tröpfchen „verschmutzt“ und erschwerte die Einschätzung der Wate, mal schauen, wie das dann erst in der zweiten Progression (mit Öl) wird…

Es ging erneut auf den Stein und es folgten weitere 5 Sätze mit Wechselschüben, dann ging es wieder unters Mikro, das Bild änderte sich kaum, wurde also weder feiner noch tat sich etwas in Richtung einer polierten Schneidkannte, ich hatte da eher das Gefühl, dass in dieser Konstellation die Schneidkannte leicht mattiert, statt poliert wurde. Nützte aber alles nichts, zur Beurteilung folgt der erste Versuch eines HT. Dieser gelang nur an zwei Punkten, aber er gelang zumindest schon einmal. Also wieder auf den Stein…schon jetzt war klar, das dauert länger…ein laaaaaaangsamer Engländer. Nach weiteren Sätzen und neuerlicher Überprüfung entschied ich mich, ein zweites Tape anzubringen um so zumindest sicher die vorderste Kannte zu erreichen, dies hat dann auch funktioniert, ein durchgängiger, positiver HT zeugte davon. Alles in allem war ich dann mit dem Ergebnis zufrieden und es ging zum finalen Ledern auf meinen SM-Riemen Nr.IV.

Die zweite Progression unterschied sich nur in der Wahl des Schleifmittels, hier wurde ich dem Stein zu 100% gerecht, wo Öl steht, soll auch Öl dran. Dass der Stein mit Öl betrieben werden soll, zeigte sich auch bei der ersten Kontrolle, das Schliffbild war um einiges feiner, es gab zwar auch hier eine Riefenbildung, allerdings bei weiten nicht so tiefe und massive Riefen wie bei dem Glycerin/Wasser-Gemisch. Vom Umfang her erkannte ich nach der zweiten Runde auch einen Unterschied, der Stein funktionierte besser, bereits jetzt funktionierte ein HT durchgängig über die gesamte Schneidkannte hinweg. Am Ende bekam das Messer aber auch hier ein zweites Tape, welches sich zumindest vom Gefühl her auch im Ergebnis positiv ausgewirkt hat. Das finale Ledern, ebenfalls auf dem SM-Nr.IV verbesserte den HT um ein weiteres.
Progression 1
Man sieht ganz klar, dass das Schliffbild viel gröber ist, als bei Progression 2
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Progression 2
Mit Öl ist das Schliffbild sehr viel feiner und das Rasurverhalten angenehmer.
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Die beiden RdT‘s:
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Dem Messer mit der 1.Progression fehlte es doch deutlich an Schärfe, eine Rasur war möglich, keine Frage, allerdings zeigte sich beim Durchgang „gegen den Strich“, dass hier eher nur kurze Züge zum Erfolg führten. Es war jetzt nicht unangenehm oder unmöglich, nein, aber es waren schon deutlich mehr kleine Züge und Neuansätze nötig, um ein ansprechendes Ergebnis zu bekommen. Am Ende zeigte sich aber dennoch eine glatte, reizfreie Haut bei der auch das AS am Ende kein großen Alarm schlug.

Die Rasur mit dem Messer der 2.Progression war da schon um einiges besser und angenehmer. Schon die ersten Züge zeigten ein deutliches Plus an Schärfe. Das Rasurverhalten ist die eines Thüringers nicht unähnlich, eine sehr angenehme, sanfte Schärfe, auch im Durchgang „gegen den Strich“ zeigt das Plus an Schärfe schnell den deutlichen Unterschied zu Progression 1. Das Finale Ausputzen ging leicht von der Hand und das Endergebnis der gesamten Rasur ist ein völlig reizfreies, glattes und entspanntes Hautbild.

Zur RdT mit Progression 1 bitte hier entlang…

Zur RdT mit Progression 2 bitte hier entlang


Ein kleines Fazit…

Dieser Engländer ist zwar ein sehr langsamer Stein, der zwar kaum bis gar nicht abrassiv arbeitet, aber letztendlich, das Richtige Schleifmittel (Öl) vorausgesetzt, ein ansprechendes Ergebnis bringt. Ich bin fest der Meinung, dass auch hier mit mehr Einsätzen und somit mehr Erfahrungen auch das Endergebnis besser werden wird. Zusätzlich zu den ersten Erfahrungen habe ich auch wieder etwas dazugelernt…Vorsicht bei der Verwendung von Öl, nur allzu leicht kann selbiges durch die Finger auch in den Bereich des Erlniets kommen.



…immer neugierig bleiben!



Danke und Gruß
Gregor


__________________________________________
Schärf-Legende:
1 Satz sind immer 10 Wiederholungen (10x), egal ob Einzelschübe, Wechselschübe, Doppelzüge oder was auch immer womit wodrauf gemacht wird.
 
Bei der gestrigen Rasur, hat mir das Koraat zugeflüstert, das es gerne aufgefrischt werden möchte.
Na, da sagen wir doch nicht nein.
Auf dem Foto schön zu sehen, mehr benötigt man nicht für ein "touch up", oder wie das heißt.

PXL_20260411_144136578.jpg


Wenn man dann noch meint übertreiben zu müssen, kann man anschließend auch folgende Leder benutzen:

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Heute habe ich mein neues Omega Luna, das ich hier vorgestellt habe


von Grund auf neu geschärft. Also mit Naniwa 1K, 5K und 10K. Als Finisher kam mein großer Escher dran.

Ich habe dabei auf den Naniwas konsequent mit dem Rücken voran geschärft, um Ausbrüche zu vermeiden. Der Grat, der dabei entsteht, stört erst einmal nicht und wird im späteren Verlauf entfernt. Allerdings hat es sich gezeigt, dass die typische Regel, dass man solange auf dem 1K Stein bleiben muss, bis das Messer Armhaare schneidet, nicht mehr funktioniert. Eben weil ein Grat entsteht. Daher habe ich vermutlich einige Schübe zu viel auf dem 1K Stein durchlaufen.

Auf dem Escher habe ich dann etwas Slurry angerieben und dann aber mit der Schneide voran geschärft. Tatsächlich sorgt der Slurry dafür, dass der Grat nach und nach verschwindet. Zum Schluss eine doppelte Lage Tape und nochmal 20 DZ auf dem Escher.

Nach dem Ledern ging es zur Rasur. So eine Schärfe habe ich selten erlebt. Sehr scharf und dabei extrem sanft. Vor voller Freude habe ich allerdings wohl mit etwas zu viel Druck rasiert. Die Haut war nach der Rasur etwas gereizt. Zu sanft ist also auch nicht immer gut :)
 
Also länger pasten bzw. weniger zaghaft?
Nachtrag zu der Diskussion damals. Ich denke, da lag ich richtig. Hab die letzten beiden selbst geschärften Messer noch weitere 30x über den Pastenriemen gezogen (zusätzlich zu den meist empfohlenen ca. 10-15). Jetzt rasieren sie wieder super und scheinen ihre Schärfe zu halten.

Mach wirklich richtig einen zweiten Winkel auf den Steinen
Hab ich alternativ ebenso versucht. Auch da ging die Schärfe schnell wieder verloren. Eventuell war ich auch hier zu zaghaft Insgesamt habe ich den Verdacht, dass ich es mit dem ganz wenigen Druck etwas übertreibe. Mal sehen...
 
Ich habe heute mein Keen Boss aufgefrischt.

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50 DZ mit Slurry vom Mejiro
50 DZ mit Slurry vom Koma
25 DZ nur mit Wasser auf dem Nakayama Karasu

Dann ging's auf Kanayama Leinen, danach 30k Kanayama Leder, Kanayama geschliffenes Schweineleder und Finish auf Kanayama 80k Lederriemen.

Jetzt läuft der Keen Boss wieder sanft. daumenh!

Viele Grüße Marko
 

Ein Plan…ein Stein…eine Progression…

Eine erneute 1-Stein-Progression auf einem kleinen Thüringer
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Den Stein habe ich zwar schon etwas länger im Bestand, jedoch habe ich ihn bisher noch nicht benutzt. Mit seinen Maßen von 145 × 30 × 15 mm passt er zwar nahezu perfekt in sein hölzernes Zuhause, aber nicht unbedingt zu meinen Händen. An den Seiten und am Kopf- bzw. Fußende sind deutlich die z. T. recht groben Sögespuren zu sehen. Auf der unbearbeiteten Rückseite sind sogar noch Reste vom „Papperl“, sprich ehemaligen Etikett, vorhanden, allerdings ohne jegliche Bezugspunkte zum Hersteller. Auch das schon reichlich in die Jahre gekommene Holzkästchen gibt bzgl. eines Herstellers leider keine Anhaltspunkte. Der Anreiber wurde in mühevoller Klein- und Schleifarbeit vom Vorbesitzer an die wirklich kleine „Lücke“ im Holzkästchen angepasst, ist somit quasi neu angefertigt. Dies tut der Qualität aber in keinster Weise einen Abbruch, er funktioniert einwandfrei.

Obwohl ich seinerzeit in meiner ersten 1-Stein-Progression auf einem Thüringer, bei dem ich auch die Facette auf dem Stein gesetzt hatte, bereits eine Wiederholung in Frage stellte, habe ich mich dennoch dazu entschlossen, bei der Premiere dieses Steinchens genau so vorzugehen. Warum, wieso, weshalb, weswegen? Einfach so … Spieltrieb und Erfahrung sammeln.

Die Progression im Einzelnen …

  • Thüringer: Vom Setzen der Facette bis zum Finish
  • Leder: SM-Riemen Nr. 4 (Cordovan/Rindleder)

Auch wenn's wehtat, das Messer „nur“ auffrischen kam diesmal nicht in Frage, also habe ich zu Beginn die Schneidkante an einer Kante des Thüris „genullt“ und die Klinge vor Beginn der Progression mit 1 × Tape abgeklebt. Den Stein habe ich in Vorbereitung der Progression kurz mit meiner ATOMA 400 geplant. Das galt aber eher dem eigenen Plan, denn der Vorbesitzer hatte auch dies bereits sehr gut vorbereitet.
Das „Nullen“ der Schneidkannte (li) und erstes Slurry (re).
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Bevor es losging, habe ich mit dem Anreiber einen schönen, leicht cremigen Slurry erzeugt und es kann losgehen. Geplant war nun meine übliche Vorgehensweise nach meinem alternierenden „Scheibenwischer“-Prinzip „16⇅ & 3⇅“*) , doch die Maße des Thüris ließen mich sehr schnell zu reinen Wechselschüben wechseln. Nach einigen Sätzen folgte eine Erneuerung des Skurry und ein erster Blick auf die Schneidkante unter dem Mikroskop. Was mich schon jetzt ein wenig wunderte, war die doch recht hohe Geschwindigkeit, in der das Setzen der Facette voranging. Ich habe nicht gezählt, aber nach vielleicht 6–7 Sätzen mit 1 × neuem Slurry konnte ich bereits mit dem vorderen Drittel der Schneidkante die berühmten, aber spärlich vorhandenen Armhaare bei aufgelegter Klinge zu Fall bringen. Ein zweites Mal neues Slurry erzeugt und gut 3 Sätze weiter konnte ich besagte Armhaare über die gesamte Länge der Schneidkante zu Fall bringen. Ab jetzt ging es nur noch mit klarem Wasser weiter und die Spuren auf der Facette wurden entsprechend immer feiner und feiner. Vom Aussehen her könnte jetzt bereits ein HT funktionieren, tat er auch, jedoch nur partiell. Ein Zwischenledern brachte eine klare Verbesserung und nach weiteren 2–3 Sätzen entschied ich mich dazu, vom stationären Durchgang zum fließendes Wasser zu wechseln. Zwischendurch hatte ich bereits 1 × das Tape gewechselt, habe dies aber jetzt, wo es in Richtung Finish geht, erneut gemacht.

Das Schliffbild verbesserte sich unter fließendem Wasser weiter und wurde zunehmend feiner und auch der HT funktionierte jetzt auch ohne erneutes Zwischenledern Zum Finale kam ein 2. Tape auf die Klinge und nach wenigen Wechselschüben signalisierte mir der Stein mit einem schönen „Kleben“ der Klinge, dass es wohl reicht. Ein letzter Blick durchs Mikroskop zeigte, dass ich die vorderste Kante der Schneidkante wunderbar „getroffen“ habe und es ging zum finalen Ledern, zuerst auf der Seite mit dem Rindleder, anschließend auf die QUERCUR-Cordovan-Seite.
Die erste Wechselschübe zum Setzen der Facette
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Es geht mit klarem Wasser weiter…
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Die Facette wird feiner, ein H-T funktioniert bereits…
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Das Endergebnis…
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Die RdT …
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Es waren zwar nur 1-Tages-Stöppelkes, aber immerhin konnte ich das Messer unmittelbar einem Test unterziehen. Das Ergebnis der 1-Stein-Progression ist eine sehr sanfte und gründliche Schörfe, nicht unbedingt eine Referenzschörfe, dennoch eine gute „Gebrauchsschörfe“. Egal ob mit dem Strich oder gegen den Strich, es gab weder ein Gezippel noch ein Stocken, lediglich an meiner „Problemstelle“, der Kinnspitze bzw. der vorderen Kinnkante, musste ich doch etwas intensiver „zaubern“. Am Ende zeigte aber ein gründliches und völlig reizfreies Ergebnis, dass auch diese 1-Stein-Progression ein Erfolg war und ist.

Zur RdT bitte hier entlang…


…immer neugierig bleiben!


Vielen Dank und Gruß
Gregor



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Schärf-Legende:

1 Satz sind immer 10 Wiederholungen (10x), egal ob Einzelschübe, Wechselschübe, Doppelzüge oder was auch immer womit wodrauf gemacht wird.
*) Ein Durchgang „16⇅ & 3⇅“ bedeutet:
16 Schübe/Züge auf einer Seite, dann Seitenwechsel und 16 Schübe/Züge auf dieser Seite. Dann geht es alternierend jew. -2 Schübe/Züge bis runter auf die 0.
Die 3 bedeutet 3 Sätze á 10 Wechselschübe/-Züge
 
Es gibt Neues aus dem Natursteingarten…Es kommt (doch) nicht immer auf die Größe an! (Teil 2)

Ein KORAAT Sparschweinchen (7/8) auf einem unbekannten jNat

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Ishi no ue ni mo san nen
(石の上にも三年)

"Drei Jahre auf einem Stein" – Selbst ein kalter Stein wird warm, wenn man drei Jahre darauf sitzt.
So lautet übersetzt ein japanisches Sprichwort und steht damit für Beharrlichkeit und Ausdauer.​


Dieser kleine Japaner befindet sich schon weit über ein Jahr in meinem spärlichen Natursteingarten und fristete bislang zwar nicht unbeachtet, aber unbenutzt sein Dasein. Gestern habe ich mich dann endlich an den wahrlich kleinen Japaner „herangewagt“ und ihn als reinen Finisher (ohne Nagura & Slurry) in seiner Premiere genutzt. Ich habe mich ja innerhalb der letzten 3–4 Progressionen sukzessiv an „kleinere“ Steine gewagt, allen voran die Progression auf dem von mir so benannten „Fischstäbchen“, die wahrlich schon nicht unbedingt einfach war. Dennoch waren alle vorherigen Steine und Progressionen nichts im Vergleich zu dem heute verwendeten jNat, denn alle hatten unabhängig von ihrer Größe ggü. dem kleinen Japaner zwei riesige Vorteile: Sie waren zwar z. T. recht schmal, aber dafür rechtwinklig und vor allem länger. Dieser Japaner hat irgendwie nichts von all diesen Attributen, er ist weder rechtwinklig noch gerade oder lang. Auch täuscht er in der Draufsicht mit einer vermeintlich großen Fläche, denn fast die Hälfte der Fläche ist unbrauchbar (rot schraffierte Fläche im Bild). Nutzbar sind lediglich ca. 5,5 × 3,5cm. Über Herkunft, Bezeichnung, Härte und genaue Beschaffenheit habe ich leider keinerlei Informationen. Von der sandgelben, ins Ockergelb übergehenden Farbe her vergleiche ich ihn mal mit meinem Nakayama Asagi, was die bei jNats gern genannte Härte angeht … Keine Ahnung, einzig die Tatsache, dass sich während der „Kleinarbeit“ keinerlei Autoslurry oder dunkler, metallener Abrieb zeigte, kann ich da ins Rennen werfen. Für alles andere fehlen mir da definitiv auch die notwendigen Fachkenntnisse.

Die Progression:

1 x Tape
SHAPTON Glass 4k und 8k zur Auffrischung
Zwischenledern auf meinem SM-Riemen Nr. IV
der kleine jNat zuerst stationär mit klarem Wasser, dann unter fließendem Wasser, final mit 2 × Tape
Finales Ledern auf dem SM-Riemen Nr. IV, zuerst auf Rindleder, dann auf dem QUERCUR Cordovan

Als ich überlegte, welches Messer ich bei der nächsten RdT nutzen werde, fiel mir ein, dass ich schon seit längerem meine ersten Messer von KORAAT doch etwas „vernachlässigt“ habe. Als ich mir dann die Messer anschaute, fiel die Wahl auf mein Sparschweinchen, mein erstes Messer von Ulrik. Ein Blick in meine „Schärfkartei“ ließ mich allerdings etwas stutzen, denn da war nix eingetragen. Dieses Messer hat wohl noch die Auslieferungsschärfe und ich entschied mich dazu, das Messer vor diesem Einsatz einmal aufzufrischen. Einzig bei der Wahl des Finish tat ich mich anfangs etwas schwer, denn ich konnte mich nicht wirklich entscheiden. Geholfen hat dann ein neuerliches Telefonat mit dem Vorbesitzer, wobei der kleine Japaner nicht das Hauptthema war, sondern nur nebenher Erwähnung fand. Da ich das kleine Steinchen bis dato (aufgrund der Größe) immer noch nicht benutzt habe, war die Entscheidung, ihn als Finisher zu wählen, nun getroffen. Etwas euphorisch bereitete ich dann die Progression vor. Neben Mikroskop, Kamera & Beleuchtung fanden sich auch rasch alle benötigten bzw. beteiligten Teilnehmer am „Arbeitsplatz“ ein. So natürlich auch der gewählte Finisher und das Schweinchen … tja, und genau da fragte ich mich, ob diese Kombination eine gute Wahl bzw. Entscheidung war. Plötzlich wurde das Messer immer größer, während der kleine Japaner sich zu einem Bruchstück seiner eh schon geringen Größe wandelte. Während ich da schon etwas Zweifel hegte, machte sich aber bereits parallel mein Ehrgeiz bemerkbar … “Wird schon schiefgehen“ war ab sofort die Devise. Wie üblich schaute ich mir vor dem Start die Facette unter dem Mikroskop von beiden Seiten genau an und war doch recht überrascht, wie fein und schmal sich die Schneidkante äußerst gleichmäßig über der leicht lächelnden Klinge dahinzog. Dieses Bild galt es unbedingt zu erhalten, einer der Hauptgründe, das Messer „nur“ aufzufrischen und somit mit dem SHAPTON Glass 4K zu starten. Unter dem Mikroskop waren zwar hier und da kleinere Ausbrüche bzw. Scharten zu erkennen, jedoch werden diese mit Sicherheit keinerlei Auswirkungen auf die Rasur haben. Grob gerechnet arbeite ich da mit einer gut 240-fachen Vergrößerung, evtl. sogar mehr. Das täuscht natürlich gewaltig über die tatsächliche Größe derartiger Beschädigungen hinweg.
Die rot schraffierte Fläche ist nicht nutzbar.
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Das Auffrischen habe ich in meiner bevorzugten Form meiner „Scheibenwischermethode & Wechselschübe“ durchgeführt („16⇅ & 3⇅“)* und dabei gab es auch keinerlei Probleme. Nach einem kompletten Durchgang und ein paar Wechselschüben extra ging es vom 4K nach einem Tapewechsel auch schon auf den 8K. Nach dem ersten Durchgang und einer gründlichen Sichtkontrolle unter dem Mikroskop entschied ich mich für 2 Sätze zwischenledern und einen, na, was wohl? Richtig, meinem heißgeliebten ersten Haartest. Selbiger funktionierte bis auf die ersten mm an der Klingenspitze entlang der gesamten Schneidkante Es folgten nun nur noch Wechselschübe und etwas mehr Konzentration auf den Bereich an der Klingenspitze. Letztendlich war es durch ein gezieltes, leichtes Anheben auch recht schnell geschafft, diesen Bereich zu einem erfolgreichen Haartest zu „überreden“… Nun geht es zum Finish auf den kleinen Japaner … wobei sich wiederum leichte Zweifel bemerkbar machten, ob meine Idee wirklich so gut war …
Die Schneidkannte nach dem SHAPTON Glass 8k
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Neues Tape, neues Glück … richtig, Glück muss man da schon reichlich haben, um nicht in den ersten Sekunden auf dem jNat die komplette Vorarbeit nachhaltig zu schrotten. Verehrte Schärfgemeinde, das war schon etwas grenzwertig und zwar im wahrsten Sinne. Die Grenzen des nutzbaren Bereiches des Steinchens waren schneller erreicht, als man „Ups“ sagen kann. Da war nichts zu machen mit „normalem“ Vorgehen in Form meiner geschätzten Scheibenwischermethode oder auch nur „normaler“ Wechselschübe. Zugegeben, die satten 7/8 der Klinge sind definitiv nicht unschuldig, dennoch musste ich hier anders vorgehen. Es dauerte eine Weile, bis ich den Stein so ausgerichtet hatte, dass ich eine sichtbare Gleichmäßigkeit erreicht hatte. Wie heißt es da in einem Sketch eines berühmten Komikers aus dem Ostfriesischen: „…je länger das zzzzt, desto schneller das umpfff…“ (oder so ähnlich). Hochkonzentriert auf die Facette geachtet, kam ich zwar am Ende des Steinchens an, aber ohne die komplette Schneidkante auf den Stein gebracht zu haben, dann die Wende und zurück, gleiches Ergebnis. Ich habe bis dato Stahl noch niemals mit so komisch aussehenden geometrischen Formen auf einem Stein zerkratzt. Letztendlich nützt das aber alles nix, wie sagt da der Engländer … Only success counts… nur der Erfolg zählt. Und dieser lässt tatsächlich auch nicht auf sich warten, obgleich ich hier mal jegliche Angaben zu Anzahl, Dauer und Wiederholungen von hin und her, rauf und runter, kreisenden und ovalen Bewegungsformen weglasse …
Die ersten „Bewegungen“ auf dem jNat
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Die Facette wird feiner…
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Unter dem Mikro ist schon eine Veränderung der Facette erkennbar, denk ich mir zumindest, es geht langsam, aber stetig voran. Bekanntlich ist ja die Vorfreude eine sehr schöne … Ein erster Haartest erbrachte aber auch Ernüchterung, das war (noch) nix. Weiter geht’s mit der Bewegungstherapie für harten Stahl. Nach geraumer Zeit erfolgte ein neuerlicher Test, wieder nix, obgleich der Eindruck unter dem Mikroskop mich doch schon etwas positiver gestimmt hatte. Da fiel mir ein, man könnte ja mal… na was, richtig, zwischenledern. Gedacht, gemacht … und siehe da, HT funktioniert, zumindest partiell. Ich gebe zu, mich überkam ein leichtes Lächeln und so ging es mit neuer Motivation weiter. Über das bisherige nachdenkend fiel mir ein, dass z. B. mein Nakayama Asagi sein Solo-Potenzial erst unter fließendem Wasser so richtig zum Vorschein kommt. Also, warum nicht, schaden kann es ja nicht. Letztmalig das Tape gewechselt und es ging Richtung Wasserhahn. Hier zeigte sich bereits nach kurzer Zeit, dass der Wechsel wohl goldrichtig war. Unter dem Geplätscher gibt der kleine Japaner sogar eine positive Rückmeldung und ein Blick durchs Mikro zeigt auch klar, dass die Schneidkante sich dem Finale nähert, tiefe Riefen im Schliffbild werden feiner, eine leichte Politur wird erkennbar. Ein neuerlicher HT funktioniert bereits ohne Zwischenledern. Ich entschied mich, das Finale einzuläuten, also ein 2. Tape drauf und auf zum Abschluss der Bewegungstherapie. Am Ende folgte das finale Ledern auf meinem SM-Riemen Nr. IV, zuerst auf der Rindleder-Seite, dann auf der QUERCUR-Cordovan-Seite.
…unter fließendem Wasser…
KleinerJNatC.png


Das Endergebnis
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Die RdT

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Die ersten Züge zeigten bereits, dass der kleine Japaner wohl doch ein großer ist, das Messer hat eine sehr gute Schärfe und ist gleichermaßen sehr sanft, ein wirklich gutes Rasurverhalten. Mit dem Strich schon sehr gründlich, erledigt der Durchgang gegen den Strich schon fast den kompletten Rest. Kein Ziepen, kein Stocken, und auch an der Kinnspitze bleibt nur sehr wenig zum Ausputzen übrig. Ein Top Ergebnis, das im Umkehrschluss nur eine Frage offen läßt…wo bekomme ich diesen Stein in groß?

Zur RdT geht es hier entlang…

Und zum Schluß gibt’s a kleines Schmankerl…



…immer neugierig bleiben!



Danke und Gruß
Gregor



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Schärf-Legende:
1 Satz sind immer 10 Wiederholungen (10x), egal ob Einzelschübe, Wechselschübe, Doppelzüge oder was auch immer womit wodrauf gemacht wird.
*) Ein Durchgang „16⇅ & 3⇅“ bedeutet:
16 Schübe/Züge auf einer Seite, dann Seitenwechsel und 16 Schübe/Züge auf dieser Seite. Dann geht es alternierend jew. -2 Schübe/Züge bis runter auf die 0.
Die 3 bedeutet 3 Sätze á 10 Wechselschübe/-Züge
 
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