Forum der Rasur

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Puma / Puma-Werk Lauterjung & Sohn

Die Klinge ist in Elfenbein eingefasst, auch die Griffschale besteht aus dem gleichen Material. Auf dem Erl ist das Schmiedejahr der Klinge eingraviert (Anno 1890), während der Elfenbeingriff das Puma-Logo trägt, eingerahmt von „Solingen Germany“.
 
Danke @DailyDriver . Es ist Elfenbein.

1752185807496.png
 
Auf dem Erl ist das Schmiedejahr der Klinge eingraviert (Anno 1890)
Das wage ich zu bezweifeln.
Die Klinge hat einen Doppelansatz, der erst ab ca 1910 in Solingen verwendet wurde.
Ich denke, das wird einfach die Bezeichnung des Messers sein, oder wurde das gesagt als du es gekauft hast? Schick ist es definitiv!
 


Hallo.



Wirklich ein sehr schönes Messer!



Ich liebe die Messer mit „beschaltem“ Erl.



Das Alter ist, wie von Wassermeister schon angemerkt, mit Sicherheit deutlich später.

Für mich ist das Puma Logo das Indiz dafür. In dieser Form wurde das Logo meines Wissens nach erst ab 1946 verwendet.

Ich bin mir allerdings auch nicht sicher, ob das Heft zu dieser Klinge gehört…

Der Erl Niet sieht verdächtig aus und auf der Klinge ist nirgens Puma oder Lauterjung zu finden. Das habe ich bisher noch bei keinem Puma gesehen.

Ob es Elfenbein ist, kann man schwer sagen. Die Elfenbein-Hefte die ich bisher in der Hand hatte waren alle sehr dünn.



Grüße B0B
 
Oh mein Gott! What a Beauty!

schlagen in meiner Brust!

Das ist ja das erste mal, daß ich sowas sehe @GstGTR !

Ein anderes Hobby meinerseits - der Whisky - bietet ja das gleiche „Spannungsfeld“, das @DailyDriver grade anspricht.

Sammeln, angucken und an der puren Existenz erfreuen - oder auspacken, schärfen, benutzen!

gleich - oder öffnen, riechen, austrinken….

Gut, das Messer würde bleiben - der Whisky ist irgendwann Erinnerung - hoffentlich mit möglichst vielen Schönen Momenten und Menschen verbunden!

Zwei ♥️ schlagen da in meiner Brust - wohin schlägt deines denn so aus @GstGTR ?
 
Wie an anderer Stelle schon kurz erwähnt, ist ein Puma unterwegs zu mir. Es hat diese Prägung:

Anhang anzeigen 7143

Wurden die unterschiedlichen Prägungen zu unterschiedlichen Zeiten verwendet? Sollte das der Fall sein, freue ich mich natürlich über einen Hinweis, aus welcher Zeit diese Prägung hier stammt.

Da hier seit 6 Jahren irgendwie nie jemand drauf geantwortet hat und ich heute wieder so etwas gefunden habe, will ich mal die Frage beantworten...


Als Johann Wilhelm Lauterjung ab 1769 und später sein Sohn Nathanael um 1840 noch im Untersten Werth eines heute nicht mehr existenten Schleiferkottens zu Balkhausen bei Glüder an der Wupper ihre ersten Rasiermesser herstellten, wurden diese noch mit den einfachen, vererbten Messerzeichen der alten Zeichenrolle gepunzt.

Lauterjung PUMA Solingen-Balkhausen Kotten Schleiferei + Zeichen 1769.jpg


Als der gleichnamige Sohn von Nathanael Lauterjung dann um 1855 hinauf in die Solinger Stadt zog, um dort eine kleine Fabrik mit seinem Sohn Ernst Otto Lauterjung zu errichten, wurden die Messer einfach nur mit LAUTERJUNG Solingen gestempelt, da 1849 die alten Messerzeichen durch ein neues Warenzeichengesetz bis auf wenige Ausnahmen erloschen waren.

Der Fabrik-Kaufmann Hugo Lauterjung zu Solingen bekam schließlich 1863 nach neuem Warenzeichengesetz die Bildmake "der laufende Hirsch" eingetragen, das jedoch nicht auf Rasiermessern geschlagen wurde.

Lauterjung,Hugo Solingen Warenzeichen Der laufende Hirsch 1863.jpg


1900 wurden schließlich mehrere kleinere Lauterjung-Fabriken in Solingen zu einer gemeinsamen Produktionsstätte an der Kanalstr. 9 zusammengelegt und als "PUMA WERK Lauterjung & Sohn" im Handelsregister eingetragen.

Lauterjung,F. Solingen PUMA-Werk Kanalstr.9 ab 1906.jpg


Ab dieser Zeit wurde die PUMA Wortmarke in der Rhombe geschlagen.

PUMA Solingen #21 RD SL 4-8'' Hornheft €50 KA Margit a1.jpg


Eines dieser Messer fand ich heute im Kleinanzeigenteil des deutschen Internetzes...

PUMA Solingen #21 RD SL 4-8'' Hornheft €50 KA Margit a.jpg


Das Hornheft scheint sogar noch original zu sein...

PUMA Solingen #21 RD SL 4-8'' Hornheft €50 KA Margit b.jpg


Nach dem 1. Weltkrieg errichten die Brüder Eugen und Franz Lauterjung ein zweites Werk an der Kanalstraße und tragen unter Nr.231937 Kl.9b den moderneren PUMA Schriftzug und die Verwendung der PUMA Bildmarke als Beizeichen mit dem "Kopf des Katzenbär in einer Raute" ein.

Hier mein #13 French...

PUMA Solingen #13 4-8'' Rund schwarz + Streichriemen a0.jpg


Erst mit der letzten Auflage der PUMA Rasiermesser unter dem neuen Eigentumer Hindrichs, verändert sich in den 1990ern der Puma-Schriftzug zu einer einfachen Wortmarke in Arial-Black...

PUMA Solingen #1938 Square 5-8'' derb €235 ebay a + Box + Garantie.jpg


Der Katzenkopf hat jedoch weiterhin Bestand als Beizeichen.

Mit scharfen Grüßen aus der Klingenstadt
Rainer
 
Ernst Lauterjung (Solingen) – Vorläufer von Lauterjung & Sohn (PUMA)

Das Rasiermesser, das ich im Folgenden vorstellen möchte, ist aus meiner Sicht etwas ganz Besonderes. Um zu verstehen, warum das so ist, lohnt sich ein kurzer Blick in die Geschichte der Firma Lauterjung & Sohn, deren bekanntestes Warenzeichen später der PUMA wurde.

Die Brüder Ernst Emil Lauterjung und Ernst Otto Lauterjung waren ursprünglich Gesellschafter der Firma Gebr. Lauterjung, die auch Inhaberin des Warenzeichens Tiger war. Das Unternehmen wurde am 20. August 1883 gegründet und am 25. Februar 1902 aufgelöst. Mit dem Erlöschen der Gesellschaft wurde das Warenzeichen „Tiger“ am 10. Juni 1902 auf eine der Nachfolgefirmen, die Firma Lauterjung & Co., übertragen.

Tatsächlich hatten die Wege der beiden Brüder sich jedoch bereits zuvor getrennt. Der ältere Bruder, Ernst Emil Lauterjung (geb. 1852), gründete gemeinsam mit seinem Schwager Leo Schader am 28. April 1900 die offene Handelsgesellschaft Lauterjung & Co., die unter der Nummer 49 in das Handelsregister Abteilung A des Solinger Amtsgerichts eingetragen wurde.

Sein jüngerer Bruder Ernst Otto Lauterjung (geb. 1856) gründete fast zeitgleich seine eigene Firma „Ernst Lauterjung, Solingen“, die am 26. Mai 1900 unter der Nummer 52 in das Handelsregister eingetragen wurde.

1900-05-26_Firma Ernst Lauterjung - Eintragung in Handelsregister - Inhaber Fabrikant Ernst Ot...jpg


An dieser Stelle könnte meiner Meinung nach ein Problem entstanden sein: Innerhalb derselben Stadt dürfen Firmen grundsätzlich nicht denselben Namen führen, wenn dadurch Verwechslungsgefahr entsteht. Eine neue Firma muss sich ausreichend von bereits bestehenden Unternehmen am gleichen Ort beziehungsweise im selben Registerbezirk unterscheiden.

Nun existierte in Solingen bereits eine Firma „Ernst Lauterjung“, die sich auf die Herstellung von Scheren spezialisiert hatte. Ihr Sitz befand sich in Clauberg, damals noch eine zur Stadt Solingen gehörende Hofschaft. Eine entsprechende Anzeige aus dem Jahr 1899 belegt dies.

1899_Ernst Lauterung - Scherenfabrik - Werbeanzeige - Adressbuch Solingen 1899 - Ausschnitt.jpg


Ob dieser Umstand allein ausschlaggebend war oder ob zusätzlich der Wunsch bestand, den Firmennamen an das Unternehmen des älteren Bruders anzulehnen, lässt sich heute nicht mehr sicher sagen. Fest steht jedoch, dass am 13. Dezember 1901 Ernst Eugen Lauterjung in die Firma seines Vaters Ernst Otto eintrat. Die daraus entstandene offene Handelsgesellschaft erhielt den Namen „Lauterjung & Sohn“ und wurde unter der Nummer 295 im Handelsregister des Solinger Amtsgerichts geführt.

1901-12-13_Ernst Lauterjung (Solingen) - Ernst Eugen Lauterjung (Fabrikationsgehilfe) als Gese...jpg


Bereits ein Jahr später, am 18. Dezember 1902, schied der Sohn wieder aus dem Unternehmen aus, sodass Ernst Otto Lauterjung erneut alleiniger Inhaber wurde.

1902-12-18_Lauterjung & Sohn (Solingen) - bisheriger Gesellschafter Ernst Otto Lauterjung (Sol...jpg


Über die weitere Entwicklung von Lauterjung & Sohn ließe sich noch viel schreiben, doch würde das an dieser Stelle den Rahmen sprengen und nichts zur Besonderheit des hier vorgestellten Rasiermessers beitragen.

Das Messer trägt die Rohlingsnummer 16 und die Prägung „Ernst Lauterjung – Solingen“. Da der Clauberger Ernst Lauterjung ausschließlich als Scherenhersteller bekannt war, spricht vieles dafür, dass dieses Rasiermesser von Ernst Otto Lauterjung gefertigt beziehungsweise vertrieben wurde.

Genau dieser Umstand erlaubt eine ungewöhnlich präzise Datierung. Da Ernst Otto seine Firma nur in den Jahren 1900 bis 1901 unter dem Namen „Ernst Lauterjung, Solingen“ führte, dürfte das Messer mit großer Wahrscheinlichkeit genau in diesem Zeitraum entstanden sein. Damit wäre es heute etwa 125 Jahre alt.

Sowohl die Klingenform als auch der Schliff erinnern an andere Messer aus meiner Sammlung, die ich ebenfalls in die Zeit um die Jahrhundertwende datieren würde.

Aufgrund dieses sehr eng eingrenzbaren Herstellungszeitraums halte ich das Messer für ausgesprochen selten. Tatsächlich ist es bislang das einzige Exemplar dieser Art, das mir begegnet ist.

Hier nun Bilder von dem Rasiermesser:

01 Rasiermesser_Ernst Lauterbach #16.JPG

So bekam ich es von dem Ebay-Verkäufer, der es restauriert hat, zugeschickt: Mit Wachssiegel und Zertifikat :).

02 Rasiermesser_Ernst Lauterbach #16.JPG
03 Rasiermesser_Ernst Lauterbach #16.JPG
04 Rasiermesser_Ernst Lauterbach #16.JPG
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Ernst Lauterjung (Solingen) – Vorläufer von Lauterjung & Sohn (PUMA)

Das Rasiermesser, das ich im Folgenden vorstellen möchte, ist aus meiner Sicht etwas ganz Besonderes. Um zu verstehen, warum das so ist, lohnt sich ein kurzer Blick in die Geschichte der Firma Lauterjung & Sohn, deren bekanntestes Warenzeichen später der PUMA wurde.

Die Brüder Ernst Emil Lauterjung und Ernst Otto Lauterjung waren ursprünglich Gesellschafter der Firma Gebr. Lauterjung, die auch Inhaberin des Warenzeichens Tiger war. Das Unternehmen wurde am 20. August 1883 gegründet und am 25. Februar 1902 aufgelöst. Mit dem Erlöschen der Gesellschaft wurde das Warenzeichen „Tiger“ am 10. Juni 1902 auf eine der Nachfolgefirmen, die Firma Lauterjung & Co., übertragen.

Tatsächlich hatten die Wege der beiden Brüder sich jedoch bereits zuvor getrennt. Der ältere Bruder, Ernst Emil Lauterjung (geb. 1852), gründete gemeinsam mit seinem Schwager Leo Schader am 28. April 1900 die offene Handelsgesellschaft Lauterjung & Co., die unter der Nummer 49 in das Handelsregister Abteilung A des Solinger Amtsgerichts eingetragen wurde.

Sein jüngerer Bruder Ernst Otto Lauterjung (geb. 1856) gründete fast zeitgleich seine eigene Firma „Ernst Lauterjung, Solingen“, die am 26. Mai 1900 unter der Nummer 52 in das Handelsregister eingetragen wurde.

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An dieser Stelle könnte meiner Meinung nach ein Problem entstanden sein: Innerhalb derselben Stadt dürfen Firmen grundsätzlich nicht denselben Namen führen, wenn dadurch Verwechslungsgefahr entsteht. Eine neue Firma muss sich ausreichend von bereits bestehenden Unternehmen am gleichen Ort beziehungsweise im selben Registerbezirk unterscheiden.

Nun existierte in Solingen bereits eine Firma „Ernst Lauterjung“, die sich auf die Herstellung von Scheren spezialisiert hatte. Ihr Sitz befand sich in Clauberg, damals noch eine zur Stadt Solingen gehörende Hofschaft. Eine entsprechende Anzeige aus dem Jahr 1899 belegt dies.

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Ob dieser Umstand allein ausschlaggebend war oder ob zusätzlich der Wunsch bestand, den Firmennamen an das Unternehmen des älteren Bruders anzulehnen, lässt sich heute nicht mehr sicher sagen. Fest steht jedoch, dass am 13. Dezember 1901 Ernst Eugen Lauterjung in die Firma seines Vaters Ernst Otto eintrat. Die daraus entstandene offene Handelsgesellschaft erhielt den Namen „Lauterjung & Sohn“ und wurde unter der Nummer 295 im Handelsregister des Solinger Amtsgerichts geführt.

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Bereits ein Jahr später, am 18. Dezember 1902, schied der Sohn wieder aus dem Unternehmen aus, sodass Ernst Otto Lauterjung erneut alleiniger Inhaber wurde.

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Über die weitere Entwicklung von Lauterjung & Sohn ließe sich noch viel schreiben, doch würde das an dieser Stelle den Rahmen sprengen und nichts zur Besonderheit des hier vorgestellten Rasiermessers beitragen.

Das Messer trägt die Rohlingsnummer 16 und die Prägung „Ernst Lauterjung – Solingen“. Da der Clauberger Ernst Lauterjung ausschließlich als Scherenhersteller bekannt war, spricht vieles dafür, dass dieses Rasiermesser von Ernst Otto Lauterjung gefertigt beziehungsweise vertrieben wurde.

Genau dieser Umstand erlaubt eine ungewöhnlich präzise Datierung. Da Ernst Otto seine Firma nur in den Jahren 1900 bis 1901 unter dem Namen „Ernst Lauterjung, Solingen“ führte, dürfte das Messer mit großer Wahrscheinlichkeit genau in diesem Zeitraum entstanden sein. Damit wäre es heute etwa 125 Jahre alt.

Sowohl die Klingenform als auch der Schliff erinnern an andere Messer aus meiner Sammlung, die ich ebenfalls in die Zeit um die Jahrhundertwende datieren würde.

Aufgrund dieses sehr eng eingrenzbaren Herstellungszeitraums halte ich das Messer für ausgesprochen selten. Tatsächlich ist es bislang das einzige Exemplar dieser Art, das mir begegnet ist.

Hier nun Bilder von dem Rasiermesser:

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So bekam ich es von dem Ebay-Verkäufer, der es restauriert hat, zugeschickt: Mit Wachssiegel und Zertifikat :).

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Wow! Geil! Sehr informative! Danke für Einkauf und LInk!
 
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