Forum der Rasur

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Rasierklingenschärfer / Klingenschärfer

Hellas

Klingenflüsterer
Moderator
Gold FdR-Pate
Ein Relikt aus vergangenen Tagen: Der Rasierklingenschärfer. Heute braucht bei den aktuellen Klingenpreisen von DE-Klingen sicher in der westlichen Welt keiner mehr seine Klingen nachzuschärfen (abgesehen davon, dass die heutigen Rostfreien und beschichteten Klingen damit nicht sonderlich einfach zu schärfen sind). Aber früher hatten solche Klingenschärfer durchaus ihre Daseinsberechtigung.

In früheren Zeiten mag eine DE-Klinge auch nur rund 5-10 (Reichs-)Penning gekosten haben, aber dafür musste Mann bei damaligem Stundenlohn um ein vielfaches mehr arbeiten als wir heute für 10 Eurocent. Insofern war für die nicht ganz so wohlhabenden ein Klinge durchaus kein Wegwerfartikel nach 5, 7 oder 10 Rasuren, sondern wurde nachgeschärft (was sich schon daran zeigt, dass es haufenweise Hersteller von Klingenschärfern gab).

Hier zeige ich mal meinen Klingenschärfer "Sieger" der Gebr. Schmidt, Zella-Mehlis, den es aber Baugleich auch von anderen Herstellern, u.a. mit "Siemens"-Logo, gab.





 
Zuletzt bearbeitet:

Hellas

Klingenflüsterer
Moderator
Gold FdR-Pate
Klar habe ich... es gibt ja nichts, was bei mir nicht getestet wird. Und weil die Schärfbacken mir etwas zu glänzend erscheinen, hab ich sie sogar vorher noch geplant auf 400er und 1000er Nassschleifpapier. ;)

Sagen wir mal so: Bei den alten Karbonstahlklingen funktioniert es. Die werde mit dem Schärfer nicht besser als "neu", aber es funktioniert und sie erhalten neue Schärfe. Nun sind die meisten von mir ausprobierten alten Karbonstahlklingen aber auch "out of the box" nicht die allersanftesten, wenn man heutige Maßtäbe ansetzt. Das ändert sich auch mit dem Klingenschärfer nicht.

Bei einer Stainless-Klinge aus aktueller Produktion und am besten noch beschichtet, bringt der Schärfer meines Erachtens nichts. Da ist jede Derby Extra selbst nach 6 Rasuren (ich habe mit der noch nie mehr als 3 hinbekommen) angenehmer, als sie nach der Schärfung mit dem Klingenschärfer sein könnte....

Unsere Altvorderen, die ihre Klingen noch - aus der Not - nachgeschärft haben, waren offensichtlich deutlich härter drauf. Für uns heutige "Weicheier" ist das nichts... :D
 

Gbkon34

Active Member
Mit Carbonklingen ist das ein anderes Rasieren, ich habe einige ausprobiert, die neu waren. Vorher habe ich sie vorsichtig auf Leder abgezogen. Man kann sich durchaus damit rasieren, aber man muss viel kräftiger und beherzter zulangen. Komischerweise waren die Rasuren sehr sanft in Kombination mit einem Gillette new type, aber natürlich nicht ganz so gründlich wie bei einer ASP z.b. Irgendwie hatte ich das Gefühl das so ein new type genau für diese Art Klingen gemacht ist.
 

Sahra

Active Member
Diese Rasierklingenschärfer mit Schnur habe ich heute bei Ebay gesehen. Zu Preisen, für die man 300 Astra-Klingen im Vorteilspack bekommt. Wie funktionieren die denn eigentlich theoretisch? Zieht man links und rechts an der Schnur?
 

Hellas

Klingenflüsterer
Moderator
Gold FdR-Pate

Nein, auf der einen Seite der Schnur ist eine Schlaufe. Die hängt man beispielsweise in einer Türklinke ein und spannt die Schnur mit der anderen Seite etwas stramm. Dann bewegt man den Klingenschärfer mit der eingelegten Klinge hin und her. Steht auch auf der Bedienungsanleitung (letztes Foto)
 

Sahra

Active Member
Oh, über das Foto muss ich rübergescrollt haben. "Es ist vorteilhaft,[...]den Apparat zu Ihrem Fachgeschäft zum Abziehen der Backen zurückzubringen." Ich habe mir gerade das Gesicht von jemandem in einem Schneidwarengeschäft vorgestellt, wenn man ihm so etwas bringt, mit der Bitte, man möge es für einen abziehen.
 

Wombat

Member
"Unsere Altvorderen, die ihre Klingen noch - aus der Not - nachgeschärft haben, waren offensichtlich deutlich härter drauf. Für uns heutige "Weicheier" ist das nichts... :D"


Das stimmt. Wo sollte denn ein in Okinawa 1945 eingekesselter japanischer Soldat eine Packung frischer Feather-Klingen her bekommen?

Mir hat jemand erzählt, man habe in Kalkrise auf dem Gelände der Varus-Schlacht im Marschgepäck eines römischen Legionärs einen solchen Siemens-Schärfer gefunden! Ist doch klar. Die waren monatelang im Teutoburger Wald unterwegs und da gab es keine Empfang für das Internet um in der Bucht zu bestellen...
 

Sahra

Active Member
Es werden mittlerweile wieder Geräte zum Schärfen von Rasierklingen angeboten, und zwar für Systemklingen. Bis jetzt habe ich drei Typen gefunden.
1. Der mit Klinge bestückte Systemrasierer wird auf einem mit Leder überzogenen Holzklotz mehrfach nach vorne geschoben. Das Konzept erinnert an das Abziehen eines Rasiermessers -- allerdings kann so nur eine Seite der Schneide abgezogen werden.
2. Die Klinge wird, mit oder ohne Griff, in eine Lösung getaucht.
3. Der Rasierer wird mit der Klinge auf einem Magneten abgelegt.

Ich frage mich: Ist es überhaupt möglich, Systemklingen nachzuschärfen? Weiter oben im Strang heißt es ja, dass sich die ursprünglichen Rasierklingen aus rostendem Stahl schärfen ließen, dies aber mit den Klingen von heute nicht mehr geht. Systemklingen sind alle aus Edelstahl...dürfte dann wohl auch nicht gehen, oder?

Trotzdem gibt es bei solchen Geräten immer positive Bewertungen, und einige klingen durchaus authentisch. Reiner Placebo-Effekt, oder reinigen solche Geräte die Klingen, so dass sie sich länger verwenden lassen...oder werden sie wirklich geschärft? Was meint ihr?

PS: Ich kenne jemanden, der mit dem Gedanken spielt, sich ein Teil vom Typ 1 zuzulegen.
 

BleedingEdge

Active Member
Dieser Jemand kann schon mal
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. :D

Generell dürfte bei den auch Systemklingen die Schneide überzogen sein, bei DE sind Platin, Iridium oder Teflon ziemlich häufig. Beim Abwischen der Klingen besteht die Gefahr, dass die Beschichtung entfernt wird und die Rasur dann trotz ggf. schärferer Klinge ruppiger ausfallen.
 

Sahra

Active Member
Ich gehe mal davon aus, dass zumindest die Teflonierung während der ersten oder zweiten Rasur abgerieben wird. Wobei sich mir die Frage stellt, ob die Teflonierung nicht hauptsächlich ein Marketing-Gag ist. Sie wurde in den 1960ern eingeführt als immer mehr Elektrorasierer in die Badezimmer einzogen. Ob das Teflon die Rasierklinge wirklich sanfter gleiten lässt ist schwer zu sagen -- es gibt keinen Vergleich, es ist davon auszugehen, dass heutzutage alle Rasierklingen Teflon drauf haben. Aber die Karbonstahlklinge meines Rasiermessers kann ganz ohne Teflon gleiten.
 

Hellas

Klingenflüsterer
Moderator
Gold FdR-Pate

Ich behaupte mal, das keine Beschichtete DE- oder Systemklinge ansatzweise so „liebevoll“ auf sehr feinen Kunst-, Natursteinen oder von mir aus auch Pastenriemen geschärft wird, wie Rasiermesser;). Vielleicht dient die Beschichtung ja auch dazu, „Unebenheiten“ bei der Industriellen Massenschärfung auszugleichen.. Nur eine Vermutung, keine Ahnung ob das so ist. Da müsste mal ein Metallurge etwas zu sagen. Jedenfalls habe ich mit alten unbeschichteten Carbonstahl-DE-Klingen nicht die sanftesten Erfahrungen.​
 

BleedingEdge

Active Member
Ich habe vor etwa 10 Jahren mal das Nachschärfen mit Hilfe einer Jeans probiert: Soweit ich mich erinnere, bin ich an die 20 bis 25 Durchgänge nicht herangekommen, weil sich der Lubra-Strip oder die Gummilippe vorher abgelöst haben. Die Verschlimmbesserung hielt mehrere Züge. Aber: Your mileage may vary.
 

Wassermeister

FdR-Pate
Ich belebe diesen Strang mal wieder.
Da ich nicht wusste wo ich ihn und mein Experiment präsentieren soll ^^ Und @maki72 hat darum gebeten das ich meine Erfahrung teile, was hiermit geschieht :cool:
Ich habe folgendes Exemplar ergattern können. (Bild ist von @Doorsch )


Es handelt sich hier um einen Thüringer Naturstein aus späterer Abbauphase, auch Schwedenstein genannt.
Und da Thüringer ja für ihre sagenhafte schärfe und sanftheit bekannt sind, wollte ich es einfach mal ausprobieren damit DE Klingen zu schärfen.

Versuch 1 - Pi x Daumen
Testobjekt ist eine benutzte Feather Klinge, die aber noch gut rasiert hat.IBenutzt wurde diese in einem Mühle Hobel.. R89?)

IMG_20201017_175259.jpg

Ich habe die Klinge auf den nassen Stein gelegt, in der Mitte die Klinge mit 2 Fingern angedrückt und in kreisenden Bewegungen die Klinge über den Stein gezogen. Dann die Klinge auf die andere Seite gedreht und weiter gemacht. (ca 2 min von jeder Seite)

Danach habe ich das gleiche aber unter fließendem Wasser gemacht. Zum Finish gab es etwas Seifenwasser von unserer Handseife darauf und die gleiche Prozedur noch einmal.
Ich habe mir noch überlegt ob es möglich ist die Klinge zu ledern, aber den Gedanken erst mal wieder verworfen.

Ich nutze meinen Hobel nur unter der Dusche und dort kam das Testobjekt zum Einsatz.

Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Klinge schlechter als vorher wurde, schon mal ein gutes Zeichen. Gegen den Strich habe ich aber gemerkt, dass die in der Klingenmitte doch tatsächlich minimal etwas stehen bleibt (Ansonsten ist die Feather ja seehr gründlich). Aber gut, die Flanken benutzt und es wurde trotzdem alles glatt wie gewohnt. Ich war fast etwas enttäuscht, da der erste Eindruck ja war, dass die Klinge in der Mitte nicht so gut ist.

Aber was soll ich sagen.....das Hautgefühl nach dem Abtrocknen und komplett durchtrocknen war phänomenal! Wie ich es von einem Thüringer gewohnt bin. Wirklich viel angenehmer als sonst (Und die Feather ist bei mir nie aggressiv gewesen, habe mich vor meiner Messer Zeit gerne damit rasiert.)

Also wird der Versuch wiederholt, und ich glaube jetzt schon das es nur besser werden kann.
 

Wassermeister

FdR-Pate
Der sieht recht grob aus, kannst du was zur Körnung sagen?
Und mir scheint es als wäre die Hohlung größer als bei dem Apex / JGES oder täuscht das?
 

Philipp78

FdR-Pate
Tam o Shanter sehen Normalerweise deutlich gröber aus, als sie es tatsächlich sind. Hab mit meinen Neuzugängen noch keine detaillierten Tests gemacht, aber sie scheinen im oberen Mittenbereich zu arbeiten, keine Finisher ME.
Aber was für ein Feedback beim Schleifen, absolut samt-weich!
 
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