So ich möchte jetzt mal von meinen ersten Erfahrungen mit dem Taiga Berichten. Vergleiche ziehen werde ich mit dem Rex Ambassador und dem Rockwell 6s, da dies bisher die meist genutzten Hobel bei mir waren.
Ich habe momentan nur die Astra SP getestet und die CC Platte, die OC Platte ist bisher erst einmal zum Einsatz gekommen. Aussagen zur Klingentoleranz kann ich noch nicht machen
Die Optik
Der Taiga sieht echt gut aus. Die Bilder sind ja hinreichend bekannt. Das Material ist ja Edelstahl. Dieser ist poliert, im Gegensatz zum matt gebürsteten (glaube ich zumindest) finish des Rex und dem matten Rockwell. Drei verschiedene Oberflächen, alle haben ihren Reiz.
Bearbeitungsspuren sucht man vergeblich. Kein Vergleich zum Rex, wobei ich dessen Qualität hier nicht schmälern will.
Auch optisch kein Vergleich zum Rockwell, der ist eben eher wie ein Werkzeug.
Die Haptik
Der Griff ist länger und etwas dünner als beim Rex. Er liegt gut in der Hand. Der Schwerpunkt liegt ungefähr am Verstellrad.
Er ist ausreichend griffig, aber das ich beim Rex noch besser gelöst. Auch dessen kürzeren und etwas dickeren griff finde ich per se etwas besser. Er liegt für mich etwas besser in der Hand als der Taiga.
Hier sehe ich den Rex für meinen Geschmack am deutlichsten vorne. Das ist aber auch sehr individuell, wollte es nur der Vollständigkeit halber erwähnen. Auch der Griff des Rockwell ist sehr gut, auch das sei nur am Rande erwähnt.
Ein guter Punkt beim Taiga ist die Zerlegbarkeit. Ich kann ihn ganz fix in seine Einzelteile zerlegen. Das gefällt mir sehr gut, ist mir aber auch nicht ganz so wichtig. Beim Rex geht's nicht, so what?
Der Zusammenbau ist auch idiotensicher. Ganz Easy. An der Seite der Kopfteile gibt es Markierungen, damit alles. Richtig herum mit dem Griff verbunden wird. Sehr praktisch.
Das Rad für den Verstellmachanismus ist nach den Bildern in englischsprachigen Foren zum Prototyp geändert worden. Auf jeden Fall ist es breiter und deckt die Gewinde ab, so dass kein Spalt zwischen Griff und Verstellmachanismus entsteht. Das Rad lässt sich deutlich leichter als beim Rex drehen. Für meinen Geschmack könnte der Widerstand fester sein, aber das ist auch kein Problem, ein versehentliches Verstellen dürfte nicht vorkommen.
Bis hierhin wäre eine Frage Rex, Rockwell oder Taiga eine Geschmackssache. Der Bonuspunkt für den sexiest Razor alive geht aber für mich an den Rex.
Zur Rasur
Ich habe die Cc Platte bisher auf 2,5-3-4-5 ausprobiert. Von der Sanftheit her für mich nahe am Rockwell. Man spürt die Klinge selbst auf 5 kaum. Das finde ich großartig. Beim Rex spürt man sie deutlich mehr. Auf allen Stufen. Das soll nicht heißen dass die Rasuren mit dem Rex aggressiv sind, aber die Klinge merkt man eben deutlicher, was mir nicht so gut gefällt.
Die Gründlichkeit ist beim Taiga ab Stufe 3 ausgezeichnet. Ein wunderschön glattes Ergebnis das auch reproduzierbar ist.
Einzig hatte ich mit minimalen Blutpunkten zu kämpfen, aber das habe ich bei neuen Rasierern durchaus häufig bis man sie richtig kennen gelernt hat. Die sind aber wirklich nicht der Rede wert, und das verbesserte sich von Rasur zu Rasur.
Was mir auffällt ist die bessere Performance an Problemstellen im Vergleich zu den mit Konkurrenten. Man erreicht das gewünschte Ergebnis mit weniger Aufwand. Insbesondere die Performance bei der Rasur der Oberlippe gegen den Strich bin ich schwer angetan.
Der Hobel gleitet gut auf der Haut. Dies ist beim Rex bei mir zumindest nicht immer der Fall. Der hoppelt bei mir manchmal. Von den dreien hier gleitet der Rockwell allerdings am besten.
Der Kopf ist wendig und erreicht ohne Probleme alle Stellen, auch unter der Nase.
Das akustische Feedback des Taiga ist nicht sonderlich ausgeprägt. Ich würde sagen für Sound Fetischisten ist das kein Hochgenuss.
Der Winkel findet sich trotzdem recht leicht. Das Spektrum an Winkeln ist ausreichend groß, eine Winkelzicke ist der Taiga sicher nicht. Für mich ist momentan eine leichte Tendenz zu erkennen dass es Richtung riding the cap besser bzw effizienter ist als in die andere Richtung. Im Vergleich zum Rex und zum Rockwell ist das total ok, obwohl sich bei den beiden die Winkel etwas intuitiver finden lassen, da bei beiden die Schaum kante deutlich angeschrägt ist und somit den Winkel ziemlich vorgibt. Aber auch das ist für einen geneigten Nassrasierer gar kein Problem.
Die OC Platte
Ich habe den Hobel aus Respekt vor der OC Platte erst etwas herunter gedreht, das aber rückgängig gemacht, da es nicht notwendig ist. Die Rasur ist etwas direkter, man spürt die Klinge etwas mehr als bei der CC Platte. Allerdings im Vergleich zu anderen OC Rasierern immer noch wenig. Sie ist definitiv kein Biest.
Hier kann man festhalten, der Unterschied ist spürbar, ganz klar aber das handling bleibt sicher und ohne große Gefahr sich zu schneiden oder so etwas.
Fazit
Der Taiga leistet sich aus meiner Sicht keinerlei nennenswerte Schwächen. Ich würde es im Vergleich zum 6s und zum Rex maximal als Unterschiede bezeichnen, die zum Teil einfach Geschmackssache sind.
In der Kernkompetenz, nämlich sanften und gründlichen Rasuren ist er beiden jedoch überlegen. Sanft wie der Rockwell, und dabei effizient wie der Rex und darüber hinaus an den Problemstellen überlegen,weil man das gewünschte Ergebnis sehr leicht erzielen kann.
Das ist in der Kombination aller Ehren wert und katapultiert den Taiga direkt auf Platz 1.
Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit und die Geduld dies bis zum Ende zu lesen.