Forum der Rasur

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Vergleichen wir mal.

Paula

Very Active Member
:nein1 Genau umgekehrt wird ein Schuh aus Deinem Beitrag. Deinen Aussagen und Beobachtungen nach, sind wohl jahrelang all die Leder-Tradition / Cordovan / Latigo und Horsehide Riemen in den Foren (nicht zuletzt von Dir) völlig zu unrecht nur gehypt worden. Oder wie es Herne(?) mal so schön ausdrückte, "Rasursäue" die von Zeit zu Zeit immer mal wieder durch die Foren gejagt werden.

Du hast einen prima Yakriemen, behalt mal Dein Geld wo's ist, die Therapeutin kannst Du Dir sparen. Ich habe sogar noch einen überschüssigen XXL-Yaklederhängeriemen herrumhängen. Der ist mir zu groß und zu unhandlich aber XXL Riemen sind im Forum auch gehypt. Mit @Hellas "Fachurteil" als Rückenwind überlege ich mir schon, ob ich den ungenutzten Riemen nicht gegen einen feinsten Cordovan Riemen zum Tausch anbieten soll. So lange die Sau rennt, sollte ich versuchen, aufzuspringen.
 

Hellas

Klingenflüsterer
Moderator
Gold FdR-Pate
Relativieren wir mal ein wenig: "all die Leder-Tradition / Cordovan / Latigo und Horsehide" sind ganz vorzügliche Riemen und können durchaus guten Gewissens empfohlen werden (also nicht "zu unrecht gehypt":nein1). Bedeutet aber nach meinen obigen Erkenntnissen nicht, dass damit ein besseren Abzugsergebnis auf die Schneide bekommt, als mit einem einfachen Herold Riemen, oder einen selbstgebautem Yak, Ziege, Rentier, Büffel, Yeti oder was man sonst noch gerade liegen hat. ;)
 

Trake

Very Active Member
Und weiter geht's in unserem kleinen Ratespiel: Gewinne, Gewinne, Gewinne...

Heute war Messer Nummer 13 dran und ich muss zugeben, langsam wird es schwierig.
Der Haartest verlief äußerst erfolgreich bei etwa 3 cm mit hörbarem "Ping". Das Messer bescherte mir dann auch eine sehr sanfte Rasur, allerdings hatte ich das Gefühl, die Klinge sei - wie soll ich das jetzt ausdrücken - "charakterlos". Sie fühlte sich im Gesicht irgendwie neutral an, nicht schlecht, nicht "crisp".
Während der Rasur hatte ich das Gefühl, das Messer sei am Hals etwas ungründlich. Nach der Rasur musste ich aber zugeben, dass das Messer offensichtlich verdammt gründlich gearbeitet hat. Nach zwei Durchgängen konnte ich, zumindest im Gesicht, mit der Hand gegen den Strich kaum Stoppeln ausmachen. Nach der Rasur brannte das AS meiner Meinung nach minimal länger als bei den anderen Messern und auch die Haut fühlte sich ein wenig angespannter an. Aber ganz ehrlich: Wir reden hier von minimalsten Unterschieden und vielleicht hatte ich heute morgen einfach weniger Feingefühl beim Rasieren.

Vielleicht noch ein Nachtrag zu Messer Nr. 15: Ich fand die Rasur überraschenderweise nachhaltiger als die mit Messer 12, was ich eigentlich, ob der deutlich höheren Schärfe von Nummer 12, nicht erwartet hätte. Hmmm, was lernen wir daraus???

Ich bin jedenfalls ganz froh, dass ich mir die Messer alle noch ein zweites Mal zu Gemüte führen darf. Ich bin gespannt, ob sich dann gewisse Eindrücke wiederholen oder ob das Meiste irgendwie von der Tagesform und Erwartung abhängt.

Allerdings möchte ich in der zweiten Runde gerne vermeiden, dass meine Eindrücke der ersten Runde, die der zweiten beeinflussen. Ich habe deshalb folgendes überlegt: Ich werde nach der ersten Runde die Ziffern der Messer mit Tape abkleben (wenn @Alvaro das erlaubt) und sie dann wieder alle in den Karton packen. In der zweiten Runde greife ich mir wieder irgendein Messer heraus und lasse die Zahl bedeckt bis ich fertig bin. Das wird allerdings mit zunehmender Anzahl der benutzten Messer natürlich die Kandidaten einschränken. Vielleicht lasse ich das Tape auch drauf und nummeriere die Messer darauf neu und lüfte die "echten" Zahlen erst wenn ich alle 5 zum zweiten Mal durch habe?? Ich denke da mal drüber nach....
 

Bergdoktor

Active Member

Zu spät! Ich war heute bereits bei ihr. Diese Dringlichkeit schien mir geboten, da ich aufgrund plötzlich auftretender Symptome die Befürchtung hatte, der Hellas-Test könnte bei mir eine schwere Riemen-Paranoia ausgelöst haben. Also war die unverzügliche Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe ein Gebot der Vernunft. Da diese bei Paranoia recht schnell vernebelt wird, war wirklich keine Zeit zu verlieren.

Sehr zu meiner Erleichterung stellte sich doch schon nach der ersten Tiefenanalyse heraus, dass meine Befürchtung unbegründet war. Denn der Hellas-Test, so die Therapeutin, die auf die Behandlung von Foristen spezialisiert ist und somit über größte Expertise im diagnostischen Ausleuchten dunkelster psychischer Abgründe verfügt, befundete wie folgt:

  • Dieser Test sei nichtssagend, da er nach dem Nona-Prinzip durchgeführt worden sei. Soll heißen, er führte zu einem erwartbaren Ergebnis. In concreto: Werden vorzüglich geschärfte Messer aus hervorragendem Stahl über Ledersorten gezogen, die ebenfalls allesamt bestens zum Abziehens eines Rasiermessers geeignet sind, dann läge es in der Natur der Sache, dass die Rasur mit diesen Messern sanft und gründlich ausfalle und das Auftragen des Aftershaves nicht den kleinsten Brenner verursache. Die Therapeutin gab sich überzeugt, dass der Tester dies selbstverständlich wusste, zumal es sich bei diesem um einen „Klingenflüsterer“ handle, weshalb sie sodann den Verdacht äußerte, dass dieser Test mit Bedacht so angelegt worden sein könnte, dass das Ergebnis ein erwartbares und somit die Annahme (den Glauben?) des Testers bestätigendes war. In ihren eigenen Worten: „Der Tester war bzw. ist überzeugt davon, dass die Wahl des Leders beim Abziehen eines Rasiermessers keine bzw. nur eine untergeordnete Rolle spielt. Da er dies bestätigt haben wollte, legte er den Test so an, dass kein anderes Ergebnis möglich war.“ Von dieser ferndiagnostischen Unterstellung distanziere ich mich selbstverständlich auf das Schärfste. Für mich ist Hellas ein Heiliger und somit ohne Fehl und Tadel!
  • Dass ein anderes - objektives - Ergebnis sehr wohl möglich gewesen wäre, zeigte die Therapeutin anhand der Erkenntnisse einer umfangreichen Testreihe auf, die ein gewisser Herr Leichtreiter, der angeblich Lehrstühle für Riemenkunde an den Technischen Universitäten von Mailand und Graz innehat, durchgeführt hat. Im Summary dieser Studie weise der Autor explizit darauf hin, dass sich die Unterschiede der verschiedenen Ledersorten nur bei der Verwendung nach dem Schärfen, bei der Anzahl der benötigten Züge, um ein Messer rasurscharf zu bekommen, sowie beim Vergleich der Standzeiten feststellen lassen. Niemals aber beim täglichen Ledern durch einen Profi. Bei einem Anfänger sähe es auch hier anders aus, denn die Praxis habe gezeigt, dass sich diese mit weichen, fettigen, flauschigen und/oder leicht angerauten Ledersorten unvergleichlich leichter tun als mit Glattleder à la Juchten, Cordovan oder English Bridle. Dies kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Ich kam in meiner Anfangszeit mit dem XXL Kernjuchtenriemen von Herold überhaupt nicht klar, mit dem Yaklederriemen gelang mir hingegen der Abzug auf Anhieb. Und da ich mir den Luxus eines Zweitriemens leiste, kann ich aus eigener Erfahrung auch zur Anzahl der benötigten Züge etwas sagen: Auf dem Yakriemen bekomme ich das Messer mit 15 Zügen rasurscharf, auf dem Portland Strop (English Bridle) brauche ich das Doppelte. Seit ich diesen aber mit Ochsenklauenöl behandelt habe, konnte ich auch auf dem Ami die Züge auf 20 reduzieren.
  • Da mich die Therapeutin in der Erhohlungsphase nach der Tiefenanalyse etwas in der Leichtreiter-Studie schmökern ließ, stieß ich dort auf eine Stelle, die für die Schärfer nicht ohne Interesse sein dürfte, schreibt der Autor dort doch: „Verwende ich nach dem Naturstein-Finisher den Riemen aus Känguruschwanzleder, erübrigt sich die Verwendung eines Leinenriemens vollkommen und auch die Zahl der auf Leder ausgeführten Züge reduziert sich um gut die Hälfte gegenüber einem Rindsleder- oder Cordovanriemen. Ähnlich verhält es sich mit Yak und klauengeöltem Bisonleder. Mein Favorit nach dem Stein bleibt aber der Känguruschwanz, weil er sozusagen rasch und unkompliziert das herbeizaubert, was ich auf anderem Leder erst mühsam herausarbeiten muss.“
Oha, jetzt schaut das Dirndl im Dirndl, wie wir in Tirol zu sagen pflegen, aber plötzlich um vieles fescher aus. :D

Ich habe den Besuch bei der Therapeutin jedenfalls nicht bereut. Das unverschämt hohe Honorar, das sie mir abgeknöpft hat, konnte ich mir nur im Wissen leisten, dass mein Freund @Fila Brasileiro mir hier sicher unter die Arme greifen wird. :D

Übrigens: Die Therapeutin verwendet selbst Riemen aus Yakleder, und zwar zum Befestigen ihrer Patienten auf der mit Känguruschwanzleder bezogenen Couch….:rofl
 

Risky

Very Active Member
Hat die Studie auch was zum Känguru gesagt?
Leder vom großen oder vom kleinen
Schwanz?
Was sagt Leichtreiter dazu?

Ich habe nichts dazu gefunden, auch eine ausführliche Pubmed-Recherche brachte kein plausibles Ergebnis.
 

Hellas

Klingenflüsterer
Moderator
Gold FdR-Pate
@Bergdoktor. Danke! Selten so einen "Pleambn" oder heißt es "Doas" gelesen. :kaputtlachen1Hoffe du hast Frau Psychotherapeutin jetzt nicht die ganze Kohle hingelegt, die du für den Känguruschwanzlederriemen beiseite gelegt hattest. Hast du bei der "Leichtreiter-Studie" mal geschaut, ob das ein signiertes Exemplar war? Besagter Herr hat bestimmt mit deiner Therapeutin studiert.teufel_lachend

Und mit der Diagnose:

„Der Tester war bzw. ist überzeugt davon, dass die Wahl des Leders beim Abziehen eines Rasiermessers keine bzw. nur eine untergeordnete Rolle spielt. Da er dies bestätigt haben wollte, legte er den Test so an, dass kein anderes Ergebnis möglich war.“

liegt sie in der Tat ganz daneben (auch wenn besagter Tester weit vom Heiligenschein entfernt ist): Erwartet hatte ich eigentlich eher die Bestätigung, dass sich irgendeiner meiner teuren Riemen "besser" macht als andere. Da stehe ich nun ich armer Tor und frag mich, warum ich die Kohle nicht besser in Rasiermesser investiert hatte. :motzer1

Immer vom Großen. Size does matter. Was anderes behaupten nur die mit kurzen.
 

Alvaro

Writes More Here Than At Work
Um da auf Nummer Sicher zu gehen würde ich meine Frau bitten die Nummern abzukleben, so kannst du dich nicht an kleinen Abweichungen des Tapes orientieren.
Dann würde ich die Messer NACH der Rasur mit 1-5 kennzeichnen, und erst nach der letzten Rasur nachsehen welche Rasur mit welchem Messer war.

Ich hab das nur einmal gemacht als Tester, und es war deutlich schwerer als ich es mir vorgestellt habe..

Bin auch schon neugierig was du zu den Ergebnissen sagen wirst.
 

Bergdoktor

Active Member
Bitte sehr, gern geschehen! Immer eine Freude, einen Beitrag zur Unterhaltung geleistet haben. Man will ja der tieferen und somit eigentlichen Bestimmung von Rasurforen immer gerecht werden. teufel_lachend
Zu den umgangssprachlichen Begriffen: Sind mir bekannt und geläufig, kommen bei uns in Tirol aber als "Schoas" vor. :rofl
Das gibt dem Ausdruck einen guten Schuss Deftigkeit. :lol
Nein, habe ich nicht, weil ich keines gekauft habe. Da ich kein Schärfer bin, brauch ich diesen Riemen nicht. Das für mich reservierte Exemplar ging ergo in die Uckermark, wo man, wie ich aus junkerlichem Munde hörte, von diesem Riemen "beeindruckt" ist.

Zu guter Letzt: Ob nun "Pleambn", "Doas" oder "Schoas", eine gegenteilige Meinung - zumal diese ja nur referiert wurde - mit solchen Begriffen abzutun, zeugt von einer gewissen Hybris. ;)

Aber da wir ja von Euripides wissen, dass man über diese immer herzhaft lachen soll, sehe ich es so: Auf eine gewollte Humoreske wurde instinktiv humoresk reagiert....:D
Und das ist gut so. :bier1
 

Trake

Very Active Member
Ich dachte zuerst Du meinst Deine Frau. Das wäre jetzt aber deutlich zu viel des Guten gewesen. :kaputtlachen1
Das ist eigentlich eine super Idee, aber ich befürchte wenn ich meiner Frau jetzt erkläre, dass sie die fünf Messer die mir ein anderer Rasur-Nerd extra auf unterschiedliche Weise geschärft hat abkleben soll, weil ich sie nun zum zweiten Mal durchtesten will, weil.... dann erklärt sie mich (und Euch auch) endgültig für vollkommen bekloppt. :D
Ich habe gerade mal probiert, zwei kleine Stücke vom Iso-Tape, das ich auch zum Schärfen benutze (fliegt hier eh überall rum) aufeinander und dann auf die Zahlen zu kleben. Es scheint zu funktionieren. Wenn man das Tape zu stark aufdrückt, sieht man die Zahlen als Einprägung. Ich klebe sie also doppelt und nur ganz leicht auf. Da mein Kurzzeitgedächtnis eh zu nichts taugt, denke ich, ich werde mir da keine Muster einprägen. Wenn ich also vermeide zu genau hinzuschauen, sollte der zweite Blindtest gelingen. Das Tape lasse ich dann drauf bis ich mit allen Fünfen durch bin. :)
 

Alvaro

Writes More Here Than At Work

Matchbox

Very Active Member
Zu den unterschiedlichen Ledern aus Sicht eines Leder-Anfängers: ich habe mehrere Riemen unterschiedlicher Qualität. In meinen Händen macht es einen großen Unterschied, welchen Riemen ich verwende. Mit manchen Riemen konnte ich bislang einige Messer nicht scharf halten, während ich diese mit anderen Riemen wieder scharf bekommen habe.

Ich werde in Kürze mein zweites 14er Schulze klar machen. Dann werde ich mich hier nochmal melden.
 

Fila Brasileiro

Gold FdR-Pate
@Bergdoktor
Mein Gott was hast du da für eine „Latte" geschrieben , versuch dich doch mal als Buchautor vielleicht kommst du dann zu Geld :flucht1
Aber du kannst dir sicher sein, einem guten Freund helfe ich immer. Ob du jetzt Finanzielle Nöte hast , Ärger mit deinem Nachbarn oder jemand
schnappt dir deinen Parkplatz im Supermarkt weg, ich bin immer für dich da.:lol.
Auch bin ich Spezialist für jede Art Dachschäden ;) wie du sicher weisst. Wenn wir zwei uns bei einem Glas Rotwein mal eine Stunde unterhalten haben
brauchst du danach für längere Zeit auch keine Therapeutin mehr :flucht1
 

Bergdoktor

Active Member
Will ich gar nicht! Denn Geld verdirbt bekanntlich den Charakter. :lol
Oder verleitet zumindest zum Kauf von Jahressätzen. :lol
Zu bewerten, was davon schlimmer ist, überlasse ich dir. :rofl
Deshalb liegt all meine Hoffnung ja auch bei dir. :rofl
... und auch kein Rasurforum, denn ich bin fest davon überzeugt, dass es keine Art von Dachschäden gibt, die du nicht reparieren kannst. :lol
Aber womöglich täusche ich mich da. :confused
Denn wenn dem so wäre, dürftest du ja gar nicht hier sein. :flucht1
 
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