Forum der Rasur

Registriere Dich jetzt kostenlos!

Dadurch bekommst Du Zugang zu dem geschützten Mitgliederbereich, kannst beim Gebrauchtmarkt mitmachen und stellst nebenbei auch noch sicher, dass niemand Dir Deinen Wunsch-Usernamen wegschnappt.

Rasierseife selber machen

Das sieht echt gut aus. Auf was für ein P/L Verhältnis kommst du in etwa? Falls es noch nicht richtig flutscht, könnte man noch bentonite clay dazugeben.
 
Das sieht doch schon recht gut aus. goodjob!

@Navitimer Herzlichen Glückwunsch zur ersten selbst gesiedenen Rasierseife. Sieht top aus.

Vielen Vielen Dank!

Das sieht echt gut aus. Auf was für ein P/L Verhältnis kommst du in etwa? Falls es noch nicht richtig flutscht, könnte man noch bentonite clay dazugeben.

Was meinst du mit P/L Verhältnis? Zutatenmässig bist du auch bei Kleinstmengen unter 8-10 Euro pro 100g Seife dabei.
 
Hier noch die Vegi Variante (bin ich mir aber nicht zu 100% sicher, da ich nicht weiss ob die verwendete Stearinsäure aus pflanzlichem oder tierischen Ursprung ist).

40% Stearinsäure
20% Kakaobutter
10% Mangobutter
10% Macadamianussöl
10% Kokosöl
10% Shea Butter

15% Glycerin

5% Überfettet sowie nochmal 5% Shea Butter nach der Verseifung.

Funktioniert ebenfalls ganz gut, gefühlt gibt es allerdings mehr grössere Bläschen. Der Schaum ist trotzdem sehr stabil und durch die zusätzliche Shea Butter fühlt es sich extrem geschmeidig an.

Photo 26.01.20, 13 30 17.jpg
 
Die mit Entenfett wurde schon von mir und auch der Freundin erprobt, die war aber nur mässig begeistert.. dazu muss man aber sagen, dass sie sich sonst nur mit Wasser rasiert. :eek:

Ich finde die Seife sehr angenehm, einfach aufzuschäumen (auch bei hartem Wasser) allerdings nicht wahnsinnig pflegend. Das kann man aber mit etwas Fett nach dem Verseifen gut lösen.
Die zweite Seife darf jetzt noch ein zwei Tage reifen und dann wird auch die getestet.
 
Das klingt ja wie ein guter Anfang und Meister sind noch nie vom Himmel gefallen. Testen, Verbesserungspotenzial erkennen und anwenden. Das wird was :respect_schild . Wenn Du dann selbst zufrieden bist findet sich mit Sicherheit der eine oder andere Tester für eine zweite Meinung.
 
Wenn du mit den pflegenden Eigenschaften deiner Seife nicht zufrieden bist, guck doch mal nach den Unterschieden zu dem Rezept von Seite 1 dieses Fadens. Diese Seife kommt ja bei vielen (inkl. mir) sehr gut an.
Auf jeden Fall freue ich darüber, dass sich der Nächste ans selber-sieden wagt. daumenh!
 
#2 ist sehr vielversprechend, das nachträgliche hinzufügen von 5% Shea Butterhat ziemlich was bewirkt, der Schaum macht eine richtige Schutzschicht auf der Haut.
Das muss man mögen, manchen dürfte das zu viel "Schutz" sein.

Was unbestreitbar ist, die Seife ist nach ein paar Tagen schon merklich milder und hat bessere Eigenschaften als am Siedetag.
 
Hi Leute,

Vorab erstmal einen großen Dank an @Jazzman2018. Dank dieses Threads habe ich mich auch ans Pampe-Mischen herangetraut. Als Minimalist kam ich zu folgenden bescheiden Versuchsergebnissen, damit zukünftige Hobbysieder auch was zu Schmunzeln haben ;)

1. Seife 300g Fette:
55% Stearinsäure
45% Kokosfett
Ca. 38% vom Gesamtfett dest. Wasser
5% Überfettung
Verseift wurde mit 90% reinem KOH nach soapcalc berechnet.

Der Verseifungsprozess lief gefährlich schnell ab, da der Pott mit den geschmolzenen Fetten noch sehr heiß war, als ich die Lauge hinzugab. Nachdem sich die Mischung beruhigt hatte, gings weiter auf das Schongarerheizteil. Nach einer Stunde auf Stufe eins mit gelegentlichem Rühren und Zungenprobe erklärte Ich das Heizen für fertig. Dann gab ich noch planlos in die noch zu heiße Masse etwa jeweils 5-6 Tropfen von Lavendelöl und weiterer drei verschiedener ätherischer Öle.

Ergebnis: Seife wurde nach einer Stunde trocknen im Tiegel relativ hart. Lässt sich kaum eindrücken. Der Schaum gefällt mir gut. Es gelingt recht einfach schlotziger Schaum. Aber um meine Lippen herum brennt Dieser. Mist :(. Auch nach drei Tagen ablagern ist die Seife nicht auf dem Gesicht zu gebrauchen. Die Beduftung ist kaum vorhanden. Pflegewirkung nach der Rasur: Fehlanzeige.

2. Seife auch 300gramm Fette
40% Stearinsäure
30% Kokosfett
30% Olivenöl
Überfettung und Lauge wie oben.

Die Verseifung lief diesmal viel entspannter ab. Es ließ sich zu jeder Zeit gut rühren. Etwa 2 Stunden auf dem Schongarer könnten allerdings zu viel gewesen sein. Wollte auf Nummer sicher gehen. Die geschmeidig homogene Phase hatte ich schon nach 20 Minuten gesehen als ich mal mal umrührte. Später meine ich war die Masse so flockig wie Kartoffelbrei oder eher zäher Apfelmus. Nach etwas erkalten gab ich 10ml Minzölmischung hinzu. Die Masse ist auch nach Erkalten zäh formbar aber zugleich etwas bröselig.

Ergebnis: Nach einem Tag Trocknen gabs heute eine Proberasur. Der Schaum gefällt mir gut. Einfach und schlotzig. Er brennt zum Glück nicht um meine Lippen herum. Beduftung auch leider kaum vorhanden. Pflegewirkung nach der Rasur: Fehlanzeige.

Fazit: Die Aktion hat Spass gemacht. Ich werde allerdings noch mehr Zutaten besorgen müssen um dann vielleicht die Rezepte zu befolgen, die Jazzman und Slurry gepostet haben. Minimalismus und Naivität haben bei mir keinen Glückstreffer gelandet :) nicht dieses Mal.
 
@ Freischliff: Zunächst erst mal herzlichen Glückwunsch zu den ersten selbst gesiedeten Seifen. Schön zu sehen, das es immer wieder jemand tut..
Zu Deinen Seifen:

Die Erste: Nur Stearin und Kokosfett ist halt etwas dürftig, aber es es ist das Grundrezept der Rasierseife und somit nicht grundlegend falsch. Nur Kokosfett sollte nie über 25 % sein, denn sonst trocknet es die Haut aus. Wenn die Seife auch noch am nächsten Tag brennt, stimmt was nicht. Könnte eine falsche berechnung der Laugenmenge sein. Heißt: Wegwerfen, ist nicht gut für die Haut.
Im übrigen siedet Martin de Candre, oder wie der französiche Vogel heisst auch so seine Seifen und verkauft das Zeug auch noch für teuer Geld, also knapp an einer Edelseife vorbei (Ironie aus).
Die zweite: Schon besser, knapp an den 25 % des Kokosfett vorbei. Aber: Olivenöl, kann man verwenden, ist aber so eine Sache für sich. Was zumindest beiden Seifen fehlt: Glyzerin. Also eine Rasierseife ohne Glyzerin(bzw Pflegestoff extra), das kann dann auch überhaupt keine Pflegewirkung haben. Da fehlt einfach was.

Was Du machen kannst: Seife 2 erwärmen, 10 % der Fettmenge an Glyzerin dranschütten. Das ist die billigste Methode die Seife 2 zu retten. Wenn Du dann noch 2 % Lanolin dran tust, dann wird der Schuh schon richtig schön. Arbeite mal bei der nächsten Seife ein wenig eine Butter mit ein (Sheabutter, Kakaobutter je max 5 %). Und mal 10 % Rizinusöl, dann wird der Schuh schon rund.

Viel Erfolg !
 
Herzlichen Dank @Jazzman2018 fürs Antworten. Weitere Zutaten wie
Glycerin, Lanolin, Sheabutter, Kakaobutter, Rizinusöl und Duftöle
sind bestellt :)

Die Seife 2 werde ich mal auf deinen Hinweis hin mit Glycerin und Lanolin anreichern. Ich werde berichten!
Die Seife 1 werde ich mit ph-Teststreifen mal überprüfen und aus Jux einen Teil mit Zitronensaft versuchen
zu neutralisieren.

Hinter dem Rasierseifesieden steckt doch eine ganze Menge an Know-How, so daß mein Respekt
an dieser Arbeit und den Ausführenden beachtlich gestiegen ist.
Schließlich ist die Beduftung und die vielen Möglichkeiten dies zu erreichen von natürlichen aus Destillation gewonnenen Ölen
bis hinzu synthetischen Duftstoffen noch gänzlich fremd.
 
Herzlichen Dank
Die Seife 2 werde ich mal auf deinen Hinweis hin mit Glycerin und Lanolin anreichern. Ich werde berichten!
Die Seife 1 werde ich mit ph-Teststreifen mal überprüfen und aus Jux einen Teil mit Zitronensaft versuchen
zu neutralisieren.

Um die Seife korrekt auf den ph-Wert zu prüfen, musst du sie in Wasser lösen. Ansonsten wirst du ein falsches Ergebnis haben.
Alleine durch die Nachverseifung kann sich der Wert ändern oder auch durch eine ungleichmässige Laugenverteilung.
Einfach draufrubbeln bringt leider nicht viel.

https://www.modernsoapmaking.com/how-to-ph-test-handmade-soap/
 
@Navitimer, danke vielmals für den Hinweis und den Link für das korrekte Testen von Seifen, den ich nach meiner
Testserie erst entdeckt habe. Folgendermaßen bin ich vorgegangen:
  1. Zu testende Rasierseife mit Borstenpinsel aufnehmen und in Schüssel aufgeschäumt etwa 45 Sekunden
  2. Teststreifen in Schaum für etwa 8 Sekunden eingetunkt
  3. Teststreifen am Handballen vorsichtig mehr fach wendend vom Schaum befreit
  4. Nach ca. 30 Sekunden ein Foto gemacht
1.Seife (vergleiche oben) mit relativ hohem Stearin und Kokosanteil, angereichert mit Glycerin und Rizinusöl
IMG_20200225_011711860.jpg

2.Seife (s.o. Beitrag) Stearin 40%, Olivenöl 30%, Kokosfett 30%, angereichert mit Glycerin
IMG_20200225_012141043.jpg

3. Cella in der roten Dose
IMG_20200225_012608100.jpg

4. Dr. Dittmar Rasierseife :herz1
IMG_20200225_013109968.jpg

5. Tabac Original Rasierseife
IMG_20200225_013530048.jpg

Ergebnis:
Sofern die Teststreifenqualität und das von mir ausgeführte Testverfahren ausreichend ist, würde ich die
Alkalität der selbstgebastelten Seifen in etwa üblicher käuflich zu erwerbender Rasierseifen sehen.
Nach meiner Einschätzung etwa ein Wert von 9-10. Violett-Töne (>10) konnte ich keine ausmachen.

Beim nachträglichem Hinzufügen von Glycerin (Seife 1+2) und Rizinusöl (im Falle von Seife 1) habe ich die Seife jeweils
zunächst in Stückchen geschnitten und nach den Additiven ordentlich durchgeknetet, wie einen Teig.
Insbesondere das Rizinusöl hat Seife 1 merklich weicher gemacht und verträglicher.

Den Hinweis von @Jazzman2018 den Kokosfettgehalt zu zügeln (<25%) werde ich mir allerdings hinter die Löffel
schreiben, zumal sich vor kurzem erwiesen hat, daß bei mir pures Kokosfett als Aftershave-Alternative https://forum-der-rasur.de/forum/threads/kokosöl-nach-der-rasur.4137/ definitiv
nicht funktioniert. Es gab nämlich für einige Stunden ein heftiges Inferno :blush.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Testschäumen war schon einmal sehr vielversprechend, morgen kommt sie auch ins Gesicht.
Ich bin Euch hier noch eine Rückmeldung schuldig: Die erste Rasur war gut bis sehr gut, ohne Brennen während der Rasur. Die 'Beschwerden' kamen erst im Verlauf des Nachmittags: Die Haut brannte ganz leicht, es fühlte sich einfach nicht gut an. Bei der zweiten Rasur dasselbe. Ich habe daher mal die empfohlenen 6 Wochen gewartet und etwa jede Woche eine Testrasur gemacht und es wurde immer besser.
Jetzt habe ich mich als Vorbereitung für einen Klingentest seit 14 Tagen durchgehend mit dem gleichen Setup rasiert (Rasieröl als Pre, selbstgemachte Seife, Pinsel, AS, Rasierer):
Das Brennen nach der Rasur ist komplett weg. Das Gefühl auf der Haut während der Rasur, auch im 2. und 3. Durchgang, ist bei mir perfekt. So gut war bisher keine andere Seife. Nach der Rasur konnte ich jetzt teilweise auf Creme verzichten, das geht sonst gar nicht. Auf eine Beduftung der Seife habe ich ja verzichtet. Da hatte ich etwas Bedenken (langweilig), empfinde das aber gerade als sehr angenehm.
Beim Einweichen und Vorbereiten der Haare und bei der Gleitfähigkeit würde ich die Rezeptur als guten Durchschnitt einordnen. Das geht besser, aber gute Rasuren sind kein Problem.
Mein Fazit: Ich hatte nicht erwartet eine durchgehend zufriedenstellende Rasierseife selber herstellen zu können. Das hat mich positiv überrascht. Eine in (fast) allen Belangen perfekte Rasierseife herzustellen halte ich aber für sehr ambitioniert. Das werde ich selbst sicher nicht hinbekommen.
 
Derzeit experimentiere / entwickle ich eine Rasierseife, die auf Rapsöl basiert ist.
Sie kommt vollständig ohne reine Stearinsäure, Palmöl oder Rindertalg aus, daher komplett vegan und nachhaltig.
Als Alternative käme noch Sojawachs in Frage, aber dieses kommt leider oft von ausserhalb Europas.

Die ersten Versuche sind sehr vielversprechend und meines Wissens hat das sonst noch keiner versucht. :talker
Der Schaum ist sehr stabil, angenehm und schützt gut. Allerdings ist er minimal grobporiger wie bei Talg oder Stearin basierten Seifen.
Gefühlt ist er sehr "samtig" und angenehm, da geht aber noch mehr.

Wieso Rapswachs?
Rapswachs enthält ca. 40% Stearinsäure, sowie ca. 50% Behensäure.
Behensäure wird oft in Conditionern und Feuchtigkeitscremes benutzt um eine hautberuhigende Wirkung zu erzielen. daumenh!

Sojawachs wäre eine gute Alternative um reine Stearinsäure zu ersetzen, da es aus bis zu 90% Stearinsäure besteht.

Photo 01.05.20, 15 49 25.jpg
Photo 01.05.20, 15 49 59.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
@Navitimer sehr interessant!

Der Gedanke Palmöl verwenden zu müssen um eine gute Rasierseife zu bekommen hat mich bis jetzt davon abgehalten selbst zu sieden!
Wirst du deine Fortschritte mit uns teilen bzw. veröffentlichen?
 
Die ersten Versuche sind sehr vielversprechend und meines Wissens hat das sonst noch keiner versucht.

Hallo,
da darf ich Dich beruhigen, das habe ich schon gemacht. Wie Du es richtig sagst, hat Rapsöl einen sehr hohen Stearinwert, wird etwas grobporig, tut es aber.
Im übrigen war eine meiner 3 Rasierseifen, die ich hier im Forum als Passaround losgeschickt hatte, ohne Stearin und nur mit Sojawachs. Es hat keiner gemerkt und die Seife kam gut an ;).

Auch mein zweites hier gepostetes Rezept hatte schon Sojawachs beinhaltet.

Natürlich kann man das immer so machen, solange man die Seifen für sich siedet. Wenn es auf den Markt gehen würde, kann ich mir dann schon lebhaft die Kritiken vorstellen, wenn der Schaum nicht 1a kompakt ist.

Was ist aber veganer daran, als wenn man Stearin dran tut. Wüsste nicht das Stearin was tierisches an sich hat, aber bitte ich lasse mich gerne überzeugen.

Auf jeden Fall ein klasser Ansatz, mach mal weiter so und lass die Seife mal ein gutes halbes Jahr alt sein, dann reift die noch einen bischen mehr und kommt noch besser aus dem Start.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben