Rasur am Dienstag, dem 24.12.2019
Dieses Setup wird von führenden Weihnachtsmännern empfohlen!
Pinsel: Mühle Silvertip Fibre M (Synthetik)
Rasierseife: Speick Men
Rasiertiegel: - - -
Rasierer: Giesen & Forsthoff Timor 1352 "Pure Shaver"
Rasierklinge: Voskhod (4)
Vorbereitung: Gesichtswäsche mit Lavendel-Seife und warmem Wasser
Durchgänge: von oben nach unten, von unten nach oben, von rechts nach links nur am Hals
Nachbereitung: Gesichtswäsche mit warmem und kaltem Wasser, dann trocken tupfen
Rasierwasser: CHH Tobacco
Erst recht spät am Morgen des Heiligen Abends ließ ich meinen Rasierer auf die Stoppeln los. Seit dem letzten Wochenende setze ich wieder voll auf Sanftheit, um mir den weihnachtlichen Frieden etwas näher zu bringen.

Daher greife ich wieder zum bewährten Timor-Hobel, bestückt mit einer Voskhod. Die Verwendung eines Tiegels war überflüssig, denn es gelangte wieder der Speick Men-Seifenstick zum Einsatz. Der hat sich mittlerweile bewährt und wird in mein persönliches Portfolio aufgenommen. Aufgeschäumt wurde die im nassen Gesicht aufgetragene Seife mit dem Mühle STF, denn auch der streichelzarte Kunsthaarpinsel aus dem Erzgebirge bekommt meiner Haut auf Dauer besser als der etwas robuster ans Werk gehende Isana Synthetik. Die richtige Dosierung des Wassers ist für mich mit dem STF seit Jahren kein Problem mehr. Ohne Experimentieren gelang mir ein feiner und dichter Rasierschaum mit der Konsistenz von Joghurt in weniger als einer Minute. Bei der Speick-Seife schätze ich die gute Einweichung der Bartstoppeln, die der Klinge leichtes Spiel gibt und zur Schonung der Haut beiträgt. Den recht dezenten Geruch der Rasierseife habe ich inzwischen zu schätzen gelernt.
Für eine Weihnachtsrasur mit spiegelglatter Haut musste ich mit dem Timor schon das volle Programm absolvieren. Das heißt im Klartext: einmal von oben nach unten, einmal von unten nach oben und zusätzlich am Hals ein weiterer Durchgang von rechts nach links. Wenn man die Haut mit den Fingern strafft, wird die Rasur so gründlich, dass ich auf meiner eigenen Gesichtshaut ausrutschen würde, wenn ich denn mir selbst zu Füßen liegen könnte.
Im direkten Vergleich mit dem Erbe 6490 (einem wohl in der Grifftextur modifizierter 82R von Parker in Indien) ist der Giesen & Forsthoff Timor mit geschlossener Schaumkante ein Sänftling erster Klasse. Keinerlei Bissigkeit, kein Gefühl von kräftigem Zupacken, einfach nur sanftes Gleiten übers Gesicht und am Ende, wenn auch mit einem Durchgang mehr, schön glatte Haut, die zudem nicht im mindesten strapaziert wurde.
So fühlte sich auch nach der Kaltwasser-Spülung die Haut überhaupt nicht angestrengt an, Rötungen oder gar Verletzungen gab es auch keine. Das CHH Tobacco, ein Rasier-H
₂O der alten Schule, erfüllte seine Mission "sofortige Hautberuhigung" gewohnt souverän. Der Geruch ist sehr maskulin, herb, mit einer leichten Kräuternote und nach einiger Zeit tatsächlich mit einem leichten Hauch von frischem Tabak. Zur Einstimmung auf den Heiligen Abend genau das richtige Wässerchen, denn es ist wohl ebenso altmodisch wie der Weihnachtsmann
Fazit: Die heutige Rasur war ein weihnachtliche Variante meines täglichen Einerleis mit dem G&F Timor, mit dem ich mittlerweile einen Grad von Perfektion erreicht habe, wie er mir selbst mit einem der narrensicheren Systemrasierer (Mach 3 oder Fusion) nie gelang. Würde das Christkind sich rasieren, es würde vermutlich zu genau der Kombi greifen, die ich mir heute auf den vorweihnachtlichen
GabenWaschtisch gelegt hatte.
Allen Kollegen im Dienst eine ruhige, ereignislose Schicht und einen sicheren Heimweg.
Einen wunderschönen Heiligen Abend und ein gesegnetes Weihnachtsfest wünsche ich euch allen! 